Jerusalem

Neue Angriffe auf Straßenbahn und Friedhof

Am Wochenende beschädigten Angreifer 50 Grabsteine des jüdischen Friedhofs auf dem Jerusalemer Ölberg. Foto: Flash 90

Die Straßenbahn von Jerusalem, genannt auch »Rakevet Kala« (»leichte Bahn«) ist am Sonntagabend bei ihrer Fahrt durch das arabische Viertel Schuafat im Ostteil der Stadt erneut von Steinewerfern, offenbar Palästinenser, attackiert worden. Laut einem Bericht des Zweiten Israelischen Fernsehens wurden Fenster und Lampen zerstört.

Außerdem beschädigten Angreifer am Wochenende 50 Grabsteine des jüdischen Friedhofs auf dem Jerusalemer Ölberg, darunter die Gräber bekannter Chassidim wie Rabbi Yitzchak Meir Levin. Laut Polizeiangaben, die die Zeitung »Israel Today« zitierte, wurden einige Grabsteine fast völlig zerstört, »als ob jemand das ganze Grab zertrümmern wollte«. Sowohl die Straßenbahn als auch der Friedhof auf dem Ölberg sind in den vergangenen Wochen in Jerusalem mehrfach massiv angegriffen worden.

prestigeprojekt Die Straßenbahnlinie von Jerusalem, die 2011 für den Verkehr freigegeben wurde, ist ein Prestigeprojekt der Stadtverwaltung von Jerusalem. Die silberfarbenen Züge der Betreibergesellschaft CityPass sollen jüdische und arabische Wohnviertel verbinden und allen Bevölkerungsgruppen dienen.

Stattdessen drohen die beschädigten Züge jetzt zum Symbol des Scheiterns eines friedlichen Zusammenlebens von Arabern und Juden in der Heiligen Stadt zu werden. Hunderte von Palästinensern wurden wegen der Unruhen in den vergangenen Wochen festgenommen. Doch die israelische Polizei konnte die Gewalt bisher nicht stoppen.

Bereits Anfang des Monats beklagte CityPass, von 23 Zügen seien nur noch 16 einsatzfähig. Die Unruhen in Jerusalem hatten begonnen, nachdem der arabische Teenager Mohammed Abu Khdeir aus Schuafat am 2. Juli entführt und von jüdischen Extremisten ermordet worden war – drei Wochen nach der Entführung und Ermordung dreier jüdischer Teenager im Westjordanland durch palästinensische Fanatiker.

RAche Als Reaktion auf den Mord an Abu Khdeir hatten Palästinenser drei Straßenbahnhaltestellen zerstört. Im jüdischen Stadtteil »French Hill« zwischen Schuafat und der Hebräischen Universität stürmten Anfang September palästinensische Jugendliche eine Tankstelle und versuchten, sie in Brand zu setzen. Am selben Tag war ein 16 Jahre alter Palästinenser an den Verletzungen gestorben, die er während einer Demonstration erlitten hatte.

Die Trasse der Straßenbahn führt von jüdischen Vierteln im Norden von Jerusalem wie Pisgat Zeew und French Hill, die jenseits der Grünen Linie von 1967 liegen, durch arabische Viertel wie Schuafat und Beit Chanina zum Damaskus-Tor vor der Altstadt und verläuft dann durch die Jaffa-Straße in West-Jerusalem zum zentralen Busbahnhof und dem Herzlberg. Bis 2016 soll die Trasse laut Plan bis Newe Yaakow im Norden und zum Hadassah-Krankenhaus Ein Karem im Süden verlängert werden.

Wirtschaft

Keine Dollar, keine Euro mehr - »alles leer«

Der Ansturm auf Devisen bringt Geldwechsler in Israel in Bedrängnis – selbst Banken haben Schwierigkeiten beim Nachschub

von Sabine Brandes  05.06.2026

Großbritannien

Grünen-Chef will Ermittlungen gegen Briten, die in Israels Armee dienen

Zack Polanski gehört ebenso wie Jeremy Corbyn zu den Unterstützern einer Kampagne, die sich gegen britische Staatsbürger im israelischen Militär richtet

 05.06.2026

Umfrage

Opposition stärker als Netanjahu

Kann das zionistische Lager der Opposition ohne Unterstützung arabischer Parteien auf eine Mehrheit kommen?

 05.06.2026

Maccabiah 2026

Deutsche Delegation steht fest

Das größte jüdische Sportevent findet vom 1. bis zum 14. Juli statt

 05.06.2026

Jerusalem

Könnte eine Nicht-Israelin Miss Israel werden?

Melanie Shiraz, die Miss Israel von 2025, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs. Dessen Glaubwürdigkeit steht ihr zufolge auf dem Spiel

 04.06.2026

Israel

Die Belarus-Connection

Der neue Mossad-Chef Roman Gofman wanderte mit seinen Eltern 1990 nach Israel aus. Er ist einer von vielen osteuropäischen Olim, die das Land geprägt haben

von Eugen El  04.06.2026

Libanon

Hisbollah lehnt Waffenruhe ab

Bisher konnte keine Waffenruhe im Libanon Ruhe zwischen Israel und der Hisbollah schaffen. Ein erneuter Anlauf wird von der Hisbollah zurückgewiesen

 04.06.2026

POWER LIST – Germany’s Top 50

Hape Kerkeling bekommt Sonderpreis für Zivilcourage

Auch die Ärztin und Bestsellerautorin Yael Adler, Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sowie JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel wurden ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  04.06.2026

Jerusalem

Netanjahu spielt Trumps Beschimpfungen herunter

Seine Beziehung zum amerikanischen Präsidenten sei weiterhin stabil, sagt Israels Ministerpräsident

 04.06.2026