Nahost

Netanjahus Büro: Premier hat während Iran-Kriegs heimlich Emirate besucht – der Golfstaat dementiert

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: copyright (c) Flash90 2026

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben Berichte über einen Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den Emiraten zurückgewiesen. Es sei auch keine Militärdelegation empfangen worden, teilte das Außenministerium in der Nacht mit. 

Behauptungen über unangekündigte Besuche oder nicht offengelegte Vereinbarungen seien »vollständig unbegründet«, sofern sie nicht von den zuständigen Behörden der Emirate offiziell bekannt gemacht würden.

Die Beziehungen zu Israel seien öffentlich bekannt und würden im Rahmen der offiziell verkündeten Abraham-Abkommen geführt. Diese Beziehungen basierten nicht auf intransparenten oder informellen Absprachen, hieß es weiter.

Nach Angaben seines Büros hat Israels Premier Netanjahu während des Iran-Kriegs heimlich die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) besucht. Netanjahu habe sich dort mit dem Präsidenten Mohammed bin Sajid getroffen, hieß es in der Mitteilung. Der Besuch habe zu »einem historischen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten« geführt. 

Weitere Details wurden zunächst nicht genannt. Es gab bereits Berichte über frühere geheime Besuche Netanjahus in dem Golfstaat und offizielle Telefonate zwischen den beiden. Israels Iron Dome in den Emiraten im Einsatz

Der US-Botschafter in Israel hatte am Dienstag den Einsatz des israelischen Raketenabwehrsystems Iron Dome in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) während des jüngsten Iran-Kriegs bestätigt. Israel habe dem Golfstaat Batterien von Iron Dome (Eisenkuppel) geschickt sowie Soldaten, die bei der Bedienung geholfen hätten, sagte Botschafter Mike Huckabee bei einer Konferenz der Universität Tel Aviv. 

Die Vereinigten Arabischen Emirate waren nach Angaben der israelischen Denkfabrik INSS während des Kriegs neben Israel am meisten von iranischen Raketen- und Drohnenangriffen betroffen. 

US-Präsident Donald Trump hatte 2020 in seiner ersten Amtszeit die sogenannten Abraham-Abkommen auf den Weg gebracht. In der Folge normalisierten die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan ihre Beziehungen zu Israel

Aus dem Iran kam unterdessen scharfe Kritik an den Emiraten. Der staatliche Sender Irib berichtete am Morgen unter Berufung auf Außenminister Abbas Araghtschi, der Iran sei über die Reise Netanjahus - »und dies auf dem Höhepunkt der militärischen Konfrontation« - informiert gewesen. Der iranische Chefdiplomat, der sich gerade zu einem Treffen der Brics-Außenminister in Indien befindet, bezeichnete die Feindseligkeit gegenüber dem Iran demnach als »dummes Glücksspiel« und erklärte, dass eine Zusammenarbeit der VAE mit Israel für Teheran »unverzeihlich« sei.

US-Präsident Donald Trump hatte 2020 in seiner ersten Amtszeit die sogenannten Abraham-Abkommen auf den Weg gebracht. In der Folge normalisierten die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und der Sudan ihre Beziehungen zu Israel.

Als erster israelischer Ministerpräsident hatte der damalige Regierungschef Naftali Bennett im Jahre 2021 offiziell die Emirate besucht. dpa/ja

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