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Faul? Yair Netanjahu Foto: Flash 90

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Diebstahl, Gold, Protest

von Sabine Brandes  22.10.2018 16:17 Uhr

Sohn
Der älteste Sohn von Benjamin Netanjahu macht wieder einmal Negativschlagzeilen. Er beschimpfte in den sozialen Netzwerken die TV-Journalistin Ofira Asayag als »wildes Biest« und fügte hinzu, sie sei »so tief gesunken, dass sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat«. Asayag hatte zuvor die Likud-Aktivistin Orna Peretz interviewt, die mit dem Regierungschef über die Schließung einer Notfallaufnahme im Norden des Landes aneinandergeraten war. Yair Netanjahu ist der Meinung, es gehe dabei nur um »Hetze gegen meine Familie und die Regierungspolitik«. Die Journalistin indes findet: »Es ist schockierend, die großen Unterschiede bei Intelligenz und Eloquenz zwischen Vater und Sohn zu sehen. Als Benjamin Netanjahu 27 war, hat er bereits eine Armeeeinheit geleitet. Yair aber lebt faul auf Kosten der Bevölkerung.«


Diebstahl
Zwei Räuber haben Sachschaden an einer Ausgrabungsstätte in Galiläa angerichtet. Die Brüder aus einem arabischen Dorf in der Gegend beschädigten Dovrat mit einem Traktorbagger, mit dem sie Artefakte abtransportieren wollten. Sie gruben in der Anlage und zerstörten Tunnel sowie große Blöcke von antiken Gebäuden. Von Angestellten der Antikenbehörde (IAA) wurden die beiden auf frischer Tat ertappt und festgenommen. »Die brutale illegale Ausgrabung hat schrecklichen Schaden an der Stätte angerichtet«, gab die IAA an. Die 2000 Jahre alte Stätte liegt in der Nähe der Stadt Afula im Yisrael-Tal. Sie umfasst Wasserbrunnen und die Überreste einer antiken Ansiedlung.

Gold
Der israelische Kickboxer Amir Assad hat Gold geholt. Neben ihm gewannen bei den Europäischen Kickboxing-Meisterschaften in der Slowakei auch Yulia Sachkov und Lidor Kraut jeweils eine Bronzemedaille. Assad siegte in der Leichtgewichtsklasse (60 Kilogramm) durch K.o. gegen seinen italienischen Gegner. »Die anderen Delegationen waren sehr engagiert und stark. Alle waren gut vorbereitet. Doch in diesem Sport gibt es nur einen Sieger«, freute sich der Delegationsleiter im Anschluss. Vor einigen Wochen hatten bereits die israelischen Kämpferinnen Daniela Fashiv und Schir Cohen bei der Jugendweltmeisterschaft in derselben Disziplin Gold geholt.

Briefmarke
Es gibt eine neue Chanukka-Briefmarke. Das Gemeinschaftsprojekt der israelischen und der amerikanischen Post zelebriert 70 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen den beiden Staaten. In den USA wird sie als »Forever-Marke« eingeführt, die den Wert eines Eilbriefes hat. In Israel kostet sie 8,30 Schekel. Die Marke wurde gleichzeitig in der ältesten Synagoge der USA, der Touro Synagogue in Rhode Island, und dem American Center in Jerusalem vorgestellt. Der US-Botschafter in Jerusalem, David Friedman, sagte: »Diese neue Briefmarke ist ein Symbol für die gemeinsamen Werte und kulturellen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Israel.« Chanukka beginnt in diesem Jahr am 2. Dezember.

Preise
Airbnb boomt in Israel. Immer mehr Einheimische nutzen die verhältnismäßig geringe Einmischung der Behörden in diesen Markt und vermieten ihre Wohnungen an ausländische Gäste. Die nutzen die oft günstigeren Übernachtungspreise in Privatunterkünften vor allem in Tel Aviv und Jerusalem nur zu gern. Doch in diesen beiden Städten hat die große Nachfrage mittlerweile zu einer regelrechten Preisexplosion geführt. Das Bloomberg-Magazin hat jetzt die weltweit teuersten Städte aufgelistet. Mit dabei sind auch die beiden israelischen Metropolen. Tel Aviv liegt an vierter Stelle mit rund 188 Dollar pro Nacht, Jerusalem folgt auf dem neunten Platz mit im Durchschnitt 173 Dollar. Am teuersten ist Airbnb in Miami, gefolgt von Boston und der isländischen Hauptstadt Reykjavik.

Protest
Sie sind zum 100. Mal da. Die Demonstranten gegen Regierungskorruption, die an jedem Schabbatende vor dem Haus des Generalstaatsanwaltes Avichai Mandelblit in Petach Tikwa stehen, haben einen langen Atem. Die Gruppe von rund 20 Leuten, die meisten um 50 bis 60 Jahre, will erreichen, dass alle korrupten Politiker zur Verantwortung gezogen werden. Dazu gehören für sie neben Benjamin Netanjahu auch Miki Ganor und Eliezer Marom, die in die U-Boot-Affäre um den Premier verwickelt sind, die Ex-Berater Netanjahus, Air Harow und Nir Hefetz, sowie einige andere. »Wenn wir nicht hier wären, stünde die Korruption gar nicht auf der Agenda der Öffentlichkeit«, so einer der Protestierenden. »Wir sitzen hier und gehen nicht weg, bis sie ihrer Taten überführt sind.«

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