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Hier fließt nur koscherer Strom durch. Foto: Stephan Pramme

Koscher‐Strom
Knessetabgeordnete der ultraorthodoxen Koalitionspartei »Vereinigtes Tora‐Judentum« wollen »koscheren Strom« für religiöse Verbraucher einführen. Wie die Online‐Zeitung »Ynet‐ news« berichtete, haben die Politiker, die dem parlamentarischen »Komitee für Energie am Schabbat« angehören, einen Plan vorgelegt, in ultraorthodoxen Städten und Vierteln kleine private Kraftwerke zu bauen, die am Schabbat vom nationalen Stromnetz abgekoppelt werden sollen. Die Kraftwerke sollen mit teurem komprimiertem natürlichem Erdgas betrieben und von Nichtjuden gemanagt werden. Außerdem ist für das Projekt der Bau neuer Gasleitungen notwendig. Für die Kosten soll der Steuerzahler aufkommen. Zu den Städten, die am Schabbat und an jüdischen Feiertagen mit koscherem Strom versorgt werden sollen, gehören Bnei Brak, Beitar Illit, Beit Schemesh, Elad, Jerusalem und Modiin Illit. Mitglieder im »Komitee für Energie am Schabbat« sind unter anderem der Vorsitzende des Finanzausschusses der Knesset, Moshe Gafni, und der Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft und Technik, Uri Maklev. Beide Abgeordnete gehören dem »Vereinigten Tora‐Judentum« an. Das Komitee schrieb nach Angaben der Zeitung: »Die Kosten von Betrieb und Management der israelischen Elektrizitätswerke, genau wie die Kosten für den Erwerb privaten Stroms von privaten Produzenten, werden generell unter allen Verbrauchern in Israel aufgeteilt. Daher ist es nicht logisch, dass Konsumenten in (für den Plan) relevanten Gebieten die speziellen Kosten alleine tragen müssen.«

Botschafter
Die beiden mehrheitlich muslimischen afrikanischen Staaten Senegal und Guinea haben zum ersten Mal in der Geschichte Botschafter nach Israel entsandt, wie die »Times of Israel« berichtet. Talla Fall (Senegal) und Amara Camara (Guinea) wurden am Dienstag von Staatspräsident Reuven Rivlin in einer feierlichen Zeremonie in Jerusalem empfangen. Beide Diplomaten werden sich allerdings nicht in Israel niederlassen, da sie ihre jeweiligen Länder außerdem in Ägypten beziehungsweise Frankreich repräsentieren. Israel und der Senegal hatten vor zwei Monaten beschlossen, ihre Beziehungen wieder zu normalisieren. Zuvor hatte Jerusalem seinen Botschafter aus Dakar abgezogen, nachdem das westafrikanische Land im Dezember 2016 für die Resolution des UN‐Sicherheitsrats gestimmt hatte, in der die israelischen Siedlungen im Westjordanland verurteilt wurden. Inzwischen ist Botschafter Paul Hirschson nach Dakar zurückgekehrt. Mit Guinea hatte es 50 Jahre lang überhaupt keinen Austausch gegeben. Der Staat in Westafrika war der einzige auf dem Kontinent, der seine Beziehungen zu Israel nach dem Sechstagekrieg abbrach. Die Verbesserung des Verhältnisses zu Afrika ist Teil der Außenpolitik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Im Oktober will er einen geplanten afrikanisch‐israelischen Gipfel in Togo besuchen.

Billigflüge
Der Billigfluganbieter Ryanair will seine Verbindungen nach Israel ausbauen. Das sagte der Chefmanager für Werbung von Ryanair, David O’Brien, dem Wirtschaftsmagazin »Globes«. Demnach will der irische Konzern ab Ende Oktober eine tägliche Strecke von Rom nach Tel Aviv einrichten. Die Preise für Hin‐ und Rückflug sollen bei 17 Euro anfangen. Außerdem seien 22 weitere Flugverbindungen nach Israel geplant, die meisten davon nach Eilat am Roten Meer, wo derzeit ein neuer internationaler Flughafen gebaut wird. Ab Herbst soll es unter anderem Flugverbindungen von Baden‐Baden, Berlin und Hahn nach Eilat geben. Bereits jetzt bietet Ryanair Billigflüge nach Tel Aviv von Karlsruhe, Krakau, Danzig und Paphos auf Zypern an. O’Brien sagte im Interview mit »Globes«: »Ich spreche selten Komplimente an Politiker aus, aber Israel ist ein besonderer Fall. Ihre Politiker leisten fantastische Arbeit, was Tourismus und Flugverkehr angeht. Der Transportminister hat (mit dem Open‐Skies‐Abkommen) den Himmel geöffnet, und der Tourismusminister hat Israel zu einer bevorzugten Tourismusdestination gemacht.« Ryanair will mit seinen Preisen andere Billigfluggesellschaften noch unterbieten.

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