Israel

Minister Gantz reist nach Washington - gegen den Wunsch von Premier Netanjahu

Benny Gantz und Benjamin Netanjahu Foto: dpa

Benny Gantz ist am Sonntag zu Gesprächen mit amerikanischen Regierungsvertretern nach Washington gereist. Der Besuch von Gantz, der auch Mitglied des israelischen Kriegskabinetts ist, sei nicht von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu autorisiert, sagte ein Mitglied der regierenden Likud-Partei. Netanjahu habe ein ernstes Gespräch mit Gantz über die Reise geführt und ihm verdeutlicht, dass Israel nur einen Regierungschef habe.

Aus israelischen Kreisen verlautete, Gantz habe Netanjahu über seine Absicht informiert, in die USA zu reisen, und wolle die Gespräche dort mit ihm koordinieren. Eine Gewährsperson erklärte, der Besuch solle die Beziehungen zu Washington stärken und den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen unterstützen. Zudem gehe es darum, eine Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Terrororganisation Hamas zu erreichen.

Gantz wollte sich nach Angaben seiner Partei mit US-Vizepräsidentin Kamala Harris und dem nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan treffen. Er ist ein politischer Rivale von Netanjahu, der in den ersten Tagen des Kriegs nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober in die Regierung eingetreten war.

US-Präsident Joe Biden und Netanjahu streiten derzeit darüber, wie das Leiden der Palästinenser im Gazastreifen gelindert und ein Plan für die Zeit nach dem Krieg entwickelt werden kann.

Netanjahu hat einen Vorschlag unterbreitet, der vorsieht, dass Israel eine unbefristete Sicherheitskontrolle über den Gazastreifen ausübt und die Palästinenser vor Ort die zivilen Angelegenheiten regeln.

Die USA wünschen sich dagegen Fortschritte bei der Schaffung eines palästinensischen Staates und wollen die Verantwortung zurück an die Palästinenser geben. Das wird von Netanjahu und den Hardlinern in seiner Regierung abgelehnt.

In Ägypten wurden unterdessen erneut Gespräche über einen Waffenstillstand im Gazastreifen aufgenommen. Internationale Vermittler hoffen auf eine Einigung, die eine Unterbrechung der Gefechte und die Befreiung einiger der verbleibenden Geiseln vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan am 10. März ermöglicht. ap/ja

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Westjordanland/Gaza

Umfrage: Große Mehrheit lehnt Hamas-Entwaffnung vor einem israelischen Rückzug ab

Die Hintergründe

von Sabine Brandes  15.10.2026

Bericht

Netanjahu soll Trump zu Iran-Angriff vor der Wahl gedrängt haben

Der israelische Premier hat angeblich den US-Präsidenten gebeten, den Krieg vor den Wahlen wieder aufzunehmen. In Washington sieht man dabei auch innenpolitisches Kalkül

von Sabine Brandes  15.10.2026