Nachrichten

Medizin, Geiseln, Clip

Neue Krebstherapie schlägt bei Mäusen an. Foto: Getty Images

Medizin
Forscher der Universität Tel Aviv (TAU) haben bekannt gegeben, mithilfe der CRISPR-Geneditierungstechnologie 50 Prozent von Kopf-Hals-Tumoren in Mäusen erfolgreich eliminiert zu haben. Die bahnbrechende Studie unter der Leitung von Razan Masarwy setzt die Arbeit von Dan Peer, dem Leiter der Präzisions-Nanomedizin der TAU, fort. Bei der Methode seien direkte Injektionen eingesetzt worden, die Krebs auf genetischer Ebene bekämpfen sollen. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich in der Fachzeitschrift »Advanced Science« veröffentlicht. »Onkologen benötigen ein großes Arsenal an Mitteln zur Krebsbehandlung«, erklärte Peer in einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal »Times of Israel«. »Mein Traum ist es, die Chemotherapie durch eine bessere Herangehensweise zu ersetzen.«

Geiseln
Omer Shem-Tov, der kürzlich aus der Hamas-Geiselhaft freigelassen wurde, hat über seine Zeit in Gaza gesprochen. »Ich wurde in einen 40 Meter tiefen Tunnel gebracht«, »50 Tage lang allein in einer geschlossenen Zelle, mit wenig Essen und ohne Licht«. Er habe »zu Gott geschrien, mich da rauszuholen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe«. Auch Tal Shoham überlebte 505 Tage unter unmenschlichen Bedingungen, nachdem er am 7. Oktober 2023 verschleppt worden war. Schließlich sei sein »Bein blau, gelb und lila« geworden. »Die Entführer erkannten, dass Unterernährung das Problem war, also erhielten wir sieben Tage lang Vitamine«, sagte er dem US-Sender Fox. Shoham verlor in Gefangenschaft fast 30 Kilogramm an Gewicht. Doch habe er eine Mission gehabt: Mensch zu bleiben. Der 23-Jährige, der vom Nova-Festival verschleppt worden war, berichtete im Fernsehinterview von den unfassbar schlimmen Zuständen während der fast eineinhalb Jahre in der Gewalt der Terrororganisation Hamas. Zudem gab es nun ein erstes Lebenszeichen von Avinatan Or, dem 32-jährigen Freund der ehemaligen Geisel Noa Argamani. Er ist noch immer im Gazastreifen.

Clip
Tausende ultraorthodoxe Studenten eines Seminarnetzwerks, das jährlich Millionen Schekel staatlicher Fördermittel erhält, sind dabei gefilmt worden, wie sie fröhlich über ihre Weigerung sangen, sich der »Armee der Ungläubigen« anzuschließen, womit die israelische Armee gemeint ist. Der Clip löste wütende Reaktionen im gesamten politischen Spektrum aus. Die Ateret-Shlomo-Studenten aus mehreren Jeschiwot hatten sich zu einer Hochzeit versammelt. Ein Sänger animierte die Menge zur Neu-Interpretation einer berüchtigten Hymne der antizionistischen Charedi-Sekte Neturei Karta: »Wir glauben nicht an die Regierung der Ungläubigen und erkennen ihre Gesetze nicht an.« Daraus wurde auf der Hochzeit: »Wir glauben nicht an die Regierung der Ungläubigen und werden nicht in ihre Rekrutierungsbüros gehen.«

Rückkehr
Aufgrund der Wiederaufnahme des Krieges gegen die Hamas in Gaza ist die Partei Otzma Yehudit des ehemaligen Ministers für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, am Dienstag in die Regierungskoalition von Premier Benjamin Netanjahu zurückgekehrt. Likud und Otzma Yehudit erklärten, dass sie eine entsprechende Vereinbarung getroffen hätten. Am selben Tag bestätigte das Kabinett Ben-Gvirs Rückkehr auf seinen Ministerposten. Im vergangenen Januar hatte er die Koalition aus Protest gegen das Waffenstillstands- und Geiselfreilassungsabkommen mit der Terrororganisation Hamas verlassen. Der umstrittene rechtsextreme Politiker begrüßte die Wiederaufnahme der Angriffe im Rahmen der neuen Operation »Kraft und Schwert«. Seine Rückkehr in die Regierung lässt nicht auf eine kurze Operation der Streitkräfte in Gaza hoffen.

Hilfe
Eine israelische Ärztedelegation ist nach Nordmazedonien aufgebrochen, wo am Sonntagmorgen bei einem Brand in einem Nachtclub mindestens 59 Menschen ums Leben kamen und mehr als 150 verletzt wurden. Die Delegation des Sheba Medical Center umfasst mehrere Spezialisten für Verbrennungen und Orthopädie und soll »den lokalen Krankenhäusern, die mit einem hohen Patientenaufkommen zu kämpfen haben, dringend benötigte medizinische Unterstützung leisten«, so das Außenministerium. Auch Simona Frankel, Israels nichtansässige Gesandte für Nordmazedonien, schloss sich der Delegation an. Das fünfköpfige Team wird so lange wie nötig im Land bleiben, heißt es aus Jerusalem.

Sport

Teamgeist und Trikottausch

Nach der kriegsbedingten Verschiebung wird die 22. Makkabiade in Jerusalem zum Fest jüdischen Zusammenhalts. Mehr als 8000 Sportler aus aller Welt gehen in Israel an den Start

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss von Schiffen: USA greifen Ziele im Iran an und verschärfen Sanktionen

Die Luftschläge richten sich auch gegen die iranischen Revolutionsgarden

 08.07.2026 Aktualisiert

Sicherheit

Der NATO-Gipfel darf nicht zum Kniefall vor dem national-islamistischen Autokraten Erdoğan werden

Ein Kommentar von Ali Ertan Toprak

von Ali Ertan Toprak  08.07.2026

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Humantitäre Hilfe

IDF arbeitet mit an Venezuelas Wiederaufbau

Nach den verheerenden Erdbeben entwickelt eine IDF-Delegation mit der Übergangsregierung einen Plan für die zerstörten Regionen. Oberrabbiner Cohen hofft, dass die humanitäre Operation ein erster Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Caracas und Jerusalem sein könnten

von Sabine Brandes  07.07.2026

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Unterstützung für Yad Vashem

Außenminister Wadephul und sein israelischer Amtskollege Sa’ar haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Ausbau der Förderung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte angekündigt. In den Fragen zu Iran und Libanon herrschte Einigkeit, beim Westjordanland nicht

von Sabine Brandes  07.07.2026