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Medaille, Pass, Spende

Schwamm der Konkurrenz davon: Anastasia Gorbenko Foto: imago images/Insidefoto

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Medaille, Pass, Spende

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  28.05.2021 10:34 Uhr

Medaille
Die israelische Schwimmerin Anastasia Gorbenko hat am vergangenen Wochenende in Budapest Sportgeschichte geschrieben: Sie holte eine Goldmedaille bei den Europäischen Meisterschaften. Gorbenko gewann die 200 Meter Lagenschwimmen mit zwei Minuten, neun Sekunden und 99 Millisekunden. Es folgten ihr die Britin Abbie Wood und die Ungarin Katinka Hosszú auf den Plätzen zwei und drei. Die Medaille ist das erste Gold für eine israelische Frau bei den Europäischen Meisterschaften und erst die zweite insgesamt für Israel. Die Athletin wird im Sommer in Tokio bei der Olympiade für ihr Heimatland an den Start gehen.

Pass
Die südasiatische Nation Bangladesch erklärte Ende vergangener Woche, dass ihre Pässe nicht weiter den Zusatz tragen werden »Gültig für alle Länder außer Israel«. Damit hebt das Land de facto einen Reisebann auf, der jahrzehntelang galt. Angeblich gehe dieser Änderung kein Wandel in der Nahostpolitik des Landes voraus, betonten Regierungsquellen. Der Zusatz sei schlicht überholt. Innenminister Asaduzzaman Khan Kamal erklärte, man wolle damit internationalen Standards folgen. Nicht einmal arabische Länder würden diese Wörter mehr benutzen. Bangladesch erkennt jedoch nach wie vor Israel nicht an, und den Bürgern des Landes ist eine Reise in den jüdischen Staat offiziell untersagt.

Geld
Der Likud-Knessetabgeordnete und ehemalige Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, kann sich wahrscheinlich bald Milliardär nennen. Dann nämlich, wenn das Fintech-Unternehmen »eToro« an der Wall Street geführt wird. Barkat und seinem Bruder Eli gehört der private Investmentfond BRM, und der hält geschätzte zehn Prozent Anteile an eToro. Das Start-up ist mit 10,4 Milliarden US-Dollar notiert. Barkat hat weitere Anteile an anderen Unternehmen, viele davon äußerst erfolgreich. Der Politiker hatte sich bereits im Jahr 2008 aus der Geschäftswelt zurückgezogen, als er Bürgermeister wurde. Die Einnahmen seiner Investitionen erhält er aber nach wie vor.

Spende
Ein jüdischer Bewohner der Stadt Lod im Zentrum des Landes, Yigal Yehoshua, war am 17. Mai bei Ausschreitungen von einem arabischen Mob angegriffen worden. Als er von der Synagoge nach Hause ging, traf ihn ein Ziegelstein am Kopf. Er starb einige Tage später im Krankenhaus. Jetzt retteten seine Organe vier Menschen das Leben, denen wegen chronischer Krankheiten kaum mehr Überlebenschancen eingeräumt worden waren. Eine davon ist Randa Aweis; sie erhielt eine Niere von Yehoshua. Die 58-jährige Mutter von sechs Kindern sagte später, Yigal werde direkt in den Himmel kommen, in eine bessere Welt. »Hier aber müssen wir alle, Christen, Muslime und Juden, dafür sorgen, dass es Frieden gibt.« Die christliche Araberin fügte hinzu, dass sie es kaum mehr erwarten könne, aus dem Krankenhaus entlassen zu werden, damit sie die Angehörigen ihres Retters in ihr Haus einladen kann.

Anschlag
David Brodet hat seinen Abschied als Vorsitzender von EL AL Airlines bekannt gegeben. In der vergangenen Woche erklärte er seinen Rücktritt. Brodet war zuvor Chef der Bank Leumi gewesen. »Ich bin zu EL AL wegen der extremen Lage gekommen und weil ich mir ihrer Bedeutung als na-
tionale Fluggesellschaft bewusst war«, sagte er dem Wirtschaftsmagazin »Marker«. EL AL sei außerordentlich bedeutend für den Staat Israel, vor allem deswegen, weil der Lufttransport oft die einzige Möglichkeit sei, Reisende von und nach Israel zu befördern. »EL AL fliegt immer, sogar in Situationen, in denen ausländische Gesellschaften nicht mehr abheben.« Brodet sagte, er sehe seinen »Reservedienst« als beendet. Vergangene Woche hatte die Fluggesellschaft auch ihre Finanzen offengelegt. Wegen der Pandemie sieht es noch immer trist aus: 2020 machte EL AL mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar Verlust.

Kunst
Die Kunstunternehmerin Milana Gitzin Adiram hatte ihr mobiles Museum »Zumu« als Nächstes in Lod aufbauen wollen. Doch nach den Unruhen in der arabisch-jüdischen Stadt sei dieser Plan vorerst vom Tisch. »Die Stadt ist ausgebrochen wie ein Vulkan«, sagte Gitzin Adiram. In den sechs Jahren, in denen Zumu existiert, seien stets Orte der Peripherie und gemischte Städte als Ausstellungsorte gewählt worden. An vier Open-Air-Plätzen hätten 40 Künstler ihre Werke ausstellen sollen. Ob das mobile Museum eines Tages doch noch nach Lod kommt, ist unklar. Lod sei ein Mikrokosmos der israelischen Gesellschaft, »aber intensiver und schwieriger«, so die Veranstalterin. »Es kann da jede Minute wieder explodieren.«

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