Vermisst

Maler und Mechaniker

Seine Frau dachte, er sei auch Geisel: Aviv Atzili

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Maler und Mechaniker

Aviv Atzili liebte den Kibbuz und die Kunst

von Sabine Brandes  12.05.2025 18:02 Uhr

Aviv Atzilis Bilder zeigen Miniaturszenen aus dem Kibbuz. Er liebte seine Familie und die Gegend, in der er lebte. Doch der 49-Jährige wird nie mehr malen.

Als Shimon Ben-Shabbat, der Besitzer der Galerie Raw Art in Tel Aviv, Azilis Arbeiten eines Tages bei einem Besuch in Nir Oz sah, verliebte er sich in sie. Er stellte Atzilis Bilder in seiner Galerie aus und verkaufte sie für ihn. »Er hatte Pläne für neue Projekte«, so Ben-Shabbat. Und er habe bis zum letzten Moment Kunst geschaffen.

Die Bekanntheit und Anerkennung seiner Kunst sei zu einer Zeit gekommen, als Atzili seine körperliche Arbeit habe reduzieren müssen. »Er sagte mir etwas, das ich nie vergessen werde: ›Ich bin froh, dass ich bisher mit meinen Händen in der Landwirtschaft gearbeitet habe und jetzt auf einem Stuhl sitzen und weiter mit meinen Händen arbeiten kann.‹« Hauptberuflich war Atzili Mechaniker und betrieb eine Werkstatt für die landwirtschaftlichen Maschinen des Kibbuz.

Atzilis Frau Liat war am 7. Oktober ebenfalls von der Hamas gekidnappt worden.

Am 8. Oktober 2023 wurde sein Mobiltelefon im Gazastreifen geortet. Freunde berichteten, dass das Haus seiner Familie zwar niedergebrannt worden sei, es jedoch weder Blutspuren noch Anzeichen eines Kampfes gegeben habe. Er sei als vermisst gemeldet worden und vermutlich in Gefangenschaft.

Atzilis Frau Liat war am 7. Oktober ebenfalls von der Hamas gekidnappt worden. Sie überlebte und kehrte durch das erste Waffenstillstands- und Geiselabkommen am 30. November 2023 aus der Gefangenschaft zurück. Die ganze Zeit über habe sie gedacht, dass auch ihr Mann Geisel sei. Später erfuhr sie, dass er nicht lebend zurückkommen werde. Aviv Atzili war 49 Jahre alt, als er von den israelischen Sicherheitskräften für tot erklärt wurde. Er hinterlässt neben seiner Frau die drei Kinder: Ofri (22), Neta (20) und Aya (18).

»Aviv war eine der Säulen der Nir-Oz-Gemeinschaft«, schrieb der Kibbuz in einer Würdigung, nachdem Atzili für tot erklärt worden war. »Maler, Radfahrer, Landliebhaber. Möge sein Andenken ein Segen sein.«

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