Israel

Lockdown an Rosch Haschana?

Polizisten am EIingang des Jerusalemer Viertels Ramot am 9. September 2020. Auch dort wurde wegen hoher Corona-Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Foto: Flash90

Israel bekommt die Corona-Pandemie nicht unter Kontrolle: Die Anzahl der Neuinfektionen ist erneut sprunghaft gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 3904 neue Fälle registriert worden. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

Allerdings ist auch die Zahl der Corona-Tests deutlich höher als zuvor, am Mittwoch waren es 44.717. Durchschnittlich ist jeder elfte Test in Israel positiv. Im Vergleich zu Deutschland hat Israel gegenwärtig doppelt so viele Corona-Neuinfektionen - wobei Deutschland neunmal so viel Einwohner hat.

MAßNAHMEN Das israelische Corona-Kabinett wollte am Donnerstag angesichts der immer weiter in die Höhe schnellenden Zahlen über das weitere Vorgehen entscheiden. Im Raum stehen härtere Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus bis hin zu einem Lockdown über die jüdischen Feiertage. Diese beginnen in gut einer Woche.

In 40 besonders betroffenen Ortschaften gelten seit Dienstagabend bereits nächtliche Ausgangssperren. Nach Medienberichten gibt es jedoch viele Verstöße gegen die Vorschriften. Betroffen von den hohen Corona-Infektionszahlen sind vor allem arabische und strengreligiöse jüdische Wohnorte. Die meisten Corona-Kranken gibt es in Jerusalem.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 142.582 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1054 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner. 927 Corona-Patienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen sind Schwerkranke. dpa

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Politik

Netanjahu-Vertrauter rechnet mit Likud ab

Der langjährige Likud-Politiker Zachi Hanegbi will am 27. Oktober erstmals seit fast 50 Jahren nicht für den Likud stimmen. In einem Zeitungsbeitrag nannte der 69-Jährige die Gründe

von Sabine Brandes  22.10.2026

Israel

Gadi Eizenkot stellt klar: »Werde in keine Regierung mit Netanjahu eintreten«

Der Herausforderer des amtierenden Ministerpräsidenten hat ausgeschlossen, mit ihm eine Koalition einzugehen, und kritisiert Benjamin Netanjahu für dessen Versagen vor dem 7. Oktober 2023

von Sabine Brandes  22.10.2026

Wahlen

»Ein Geschenk an Israels Feinde«

Yair Lapid wirft Israels Premier Netanjahu vor, mit Provokationen gegenüber dem Iran aus Wahlkampfkalkül die Sicherheit des Landes aufs Spiel zu setzen

von Sabine Brandes  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Nahost

Israelische Kampfjets fliegen bis an iranische Grenze – Sorge vor Eskalation vor der Wahl

Was passierte im Luftraum über Syrien und dem Irak und warum?

 22.10.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Alle Feinde Israels wollen, dass ich verliere«

Der israelische Ministerpräsident wirft Iran und verbündeten Gruppen vor, die bevorstehende Wahl beeinflussen zu wollen

 22.10.2026

Gaza/Jerusalem

Hamas droht mit neuem Angriff nach dem Muster des 7. Oktober

Die palästinensische Terrororganisation hat Israel über einen UN-Vermittler mit einem weiteren Massaker gedroht haben. Die Warnung bezieht sich auf mögliche Anschläge in Israel und im Ausland

 22.10.2026

Israel

Knessetwahl: Soldaten können bereits abstimmen

In weniger als einer Woche wählt Israel ein neues Parlament. Bereits jetzt dürfen Soldaten die Wahlkabinen betreten - diese werden ihnen bis in den Libanon und nach Syrien gebracht

 21.10.2026