Nachrichten

Lachen, Otter, Oud

Yehuda Barkan sel. A. Foto: Flash 90

Nachrichten

Lachen, Otter, Oud

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  29.10.2020 11:13 Uhr

Lachen
Lange hat er die Nation zum Lachen gebracht. Jetzt ist er verstummt. Am 23. Oktober starb der im ganzen Land beliebte Schauspieler und Komiker Yehuda Barkan im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Barkan war Vertreter des klassischen israelischen Witzes und bekannt für seine Streiche, die er in der israelischen Ausgabe der Versteckten Kamera anderen spielte. Geboren wurde er 1945 in der Küstenstadt Netanja als Sohn von Eltern, die noch Jiddisch sprachen. Barkan spielte auch in vielen sogenannten »Bourekas-Filmen« mit, die sich den Unterschieden zwischen Aschkenasen und Sefarden humoristisch näherten. »Ich nehme an, dass dieser Schauspieler unter all diesen Schichten von Make-up und Charme echtes Talent hat«, schrieb einst ein Kritiker der »New York Times« über ihn. Barkan wurde in Rechovot beigesetzt.

Kredit
Die internationale Credit-Rating-Agentur Moody’s hat am Wochenanfang bekanntgegeben, dass Israel das Rating A1 trotz der Corona-Pandemie behalten wird. Das Finanzministerium erklärte, diese Entscheidung sei ermutigend. Dennoch gebe es Sorgen über den wirtschaftlichen Zustand des Landes, sollte die Krise noch lange andauern. Nach dem Ende des ersten Lockdowns hatte Moody’s erklärt, dass »die derzeitige Verschlechterung beim Haushaltsdefizit durch eine zunehmend polarisierte politische Lage« entstanden sei. Seit Beginn des Corona-Ausbruchs im Frühjahr haben fast eine Million Menschen ihre Arbeit verloren.

Otter
Die possierlichen Otter sind in Israel vom Aussterben bedroht. Der Bestand im Norden und entlang des Jordanflusses geht immer weiter zurück. In diesem Jahr allein gab es eine Verringerung der Population um 44 Prozent. Das teilte die Gesellschaft für den Schutz der Natur in Israel (SPNI) mit. Grund sei das Schwinden der Lebensräume, vor allem die immer weniger werdenden Fischteiche im Hula-Tal. »Der Otter-Bestand in Israel ist ohnehin klein und verletzlich«, erklärte die SPNI, »und jetzt vom Aussterben bedroht.« Es gibt allerdings Hoffnung, denn wegen der Verschlechterung der Lage erwägen verschiedene Hilfsgruppen nun, künstliche Teiche für die Tiere anzulegen.

Lockdown
Die große Mehrheit der Israelis ist sicher, dass es einen dritten Lockdown geben wird. 83 Prozent sind dieser Meinung. Dies zeigt eine Studie, die vom Fernsehkanal zwölf in Auftrag gegeben wurde. 56 Prozent der Bürger haben kein Vertrauen in das Handeln der Regierung, und fast genauso viele meinen, dass ihr Vorgehen bei der Bekämpfung des Virus »nicht so gut ist wie in anderen Ländern«. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet derzeit unter Angstzuständen oder Panik­attacken. Die größte Sorge ist dabei der erwartete wirtschaftliche Schaden. Lediglich 31 Prozent der Israelis arbeiten derzeit genauso wie vor der Pandemie.

Oud
Jerusalems traditionelles Oud-Festival, auf dem das berühmte nahöstliche Saiteninstrument gefeiert wird, findet in diesem Jahr virtuell statt. Das Confederation House in Jerusalem veranstaltet es 2020 zum 21. Mal. »Wir versuchen, unsere Events zu retten und sie nicht zu verschieben«, machte Direktor Effie Benaya klar. »Für uns ist das eine emotionale Sache. Wir wollen das Festival in diesem verrückten Jahr nicht verlieren, sondern es auf andere Weise erleben.« Vom 19. bis 28. November sind ausschließlich lokale Künstler mit dabei, darunter Ehud Banai und das Jish Quartett, George Samaan, Salem Darwish, Wissam Joubran und andere. Auf dem Programm stehen unter anderem Ladino-Lieder von vor 100 Jahren und Nazareth-Songs von Umm Kulthum. Internationale Künstler wurden absichtlich nicht eingeladen. »Ich wollte das Festival zu den Anfängen zurückbringen«, sagt Benaya. »Die Künstler brauchen Arbeit und so viel Unterstützung, wie sie nur bekommen können.«

App
Facebook hat bereits seit fünf Jahren »Facebook Lite«, und jetzt bekommt auch Instagram eine »leichte« Version seiner App. Hunderte von Angestellten des Facebook-Zentrums für Forschung und Entwicklung in Tel Aviv haben daran mitgearbeitet. Die Apps sind für schwächere Internetverbindungen und Mobiltelefone gedacht. Im September wurden die ersten Tests mit Android in Südostasien begonnen und anschließend auf Afrika ausgeweitet. Nach Angaben des Forschungsteams gibt es in vielen Teilen Afrikas hauptsächlich 2G-Netzwerke. »Wir wollen niemanden zurücklassen«, gibt Facebook als Grund für die »Lite«-Apps an.

Jerusalem

Netanjahu weist Entwaffnungsplan für Hamas in vorliegender Form zurück

Der israelische Ministerpräsident: »Wir werden unsere derzeitigen Linien nicht verlassen, bis die Hamas vollständig entwaffnet ist.«

 05.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 05.08.2026

Tel Aviv/Gaza

Israel verschärft Regeln für Angriffe in Gaza

Der Friedensrat fordert das Ende aller Kampfhandlungen. Berichten zufolge ist die Zahl der israelischen Angriffe gegen den Terror wegen einer neuen IDF-Auflage nun zurückgegangen

 05.08.2026

Jerusalem

Bericht enthüllt Verbindungen zwischen Palästina-Aktivisten und Terroristen

Das israelische Diaspora-Ministerium hat eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigen soll, wie israelfeindliche Aktivisten aus den USA die Nähe zu Terrororganisationen suchen

 04.08.2026

Rom

Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah halten an. Doch gleichzeitig gehen direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon weiter. Worum geht es dabei?

 04.08.2026

Gaza

Israel lehnt Abzug vor Entwaffnung der Hamas ab

Der vorgesehene israelische Truppenabzug und die Entwaffnung der Hamas sollen offenbar doch nicht parallel erfolgen. Das Board of Peace verändert die Bedingungen

 04.08.2026

Jerusalem

Herzog empfängt neuen deutschen Botschafter

Alexander Graf Lambsdorff hat die Nachfolge von Steffen Seibert als Botschafter in Israel offiziell angetreten. Jetzt war der neue Vertreter Deutschlands beim Präsidenten - dieser sprach dabei auch von »besonderen Beziehungen«

 04.08.2026

Israel

Sie wurde auf dem Nova-Festival ermordet: Junger Israeli tot am Grab seiner besten Freundin aufgefunden

»Auch die Freunde der Ermordeten sind Opfer dieser Tragödie«, sagt die Familie von Bar Bechor Asraf.

 04.08.2026

Israel

Präsident Herzog lobt Gaza-Friedensplan

In der israelischen Regierung gibt es Vorbehalte gegen den von US-Präsident Donald Trump entwickelten Plan. Das Staatsoberhaupt ist optimistischer

 03.08.2026