Israel

Kurz gemeldet

Benjamin Netanjahu und Viktor Orbán bei einem Treffen in Budapest im Juli 2017 Foto: dpa

Besuch
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán kommt nach Israel. Am Mittwoch wird er auf Einladung von Premier Benjamin Netanjahu zu einem zweitägigen Besuch erwartet. Während andere westliche Regierungen den Nationalisten und EU-Skeptiker äußerst kritisch sehen, kommen sich Netanjahu und Orbán zusehends näher. Dem Ungarn wird von vielen Antisemitismus vorgeworfen, was dieser jedoch durch eine neue philosemitische Politik in seinem Land zu widerlegen versucht. Zudem unterstützt er viele Belange der rechtsgerichteten Regierung in Jerusalem. Orbán wird neben Treffen mit Politikern und Rabbinern die Kotel in Jerusalem und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen. Amnesty International hatte gefordert, dass ihm dies nicht gestattet werden solle. Orbán selbst wird nicht in die Palästinensischen Gebiete reisen, sondern lediglich seinen Stellvertreter nach Bethlehem schicken, hieß es im Programm der Visite.

Gesetz
Der umstrittene Nationalitäten-Gesetzesvorschlag wird in der Knesset diskutiert. Das beschloss das entsprechende Komitee am Dienstag. Acht Knessetmitglieder der regierenden Parteien Likud, Schas, Israel Beiteinu und Jüdisches Haus sprachen sich dafür aus, sieben der Oppositionsparteien dagegen. An dem geplanten neuen Grundgesetz wird kritisiert, dass es Minderheiten diskriminiere. Der arabische Abgeordnete Ahmad Tibi schrieb nach der Abstimmung: »Mit Schock und Sorge verkünde ich das Ende der Demokratie.« Der Vorschlag muss jetzt durch die zweite und dritte Lesung in der Knesset, um endgültig angenommen zu werden. Angeblich soll das noch in dieser Woche geschehen, bevor das Parlament in die Sommerpause geht.

Gaza
Die Armee drängt die Regierung, alle zivilen Maßnahmen auszuschöpfen, um die Auseinandersetzungen mit der Hamas im Gazastreifen zu beenden, bevor eine umfassende Militäroperation eingeleitet wird. Berichten zufolge will das Militär eine Weile abwarten, ob die Schließung des Keren-Schalom-Grenzüberganges zwischen Israel und dem Palästinensergebiet Wirkung zeigt. Lebensmittel und Medizin werden nach Angaben aus Jerusalem weiterhin geliefert, jedoch kein Treibstoff, um die Hamas unter Druck zu setzen, dass sie die brennenden Drachen und Ballons stoppt, die seit Wochen über die Grenze geschickt werden und in den südlichen Gemeinden Israels Flächenbrände entfachen. Am Dienstag war einer dieser mit brennendem Material bestückten Ballons vor einem Kindergarten gelandet. Die im Freien spielenden Mädchen und Jungs wurden nicht verletzt. Angeblich hat am selben Tag die in Gaza regierende Organisation zumindest teilweise angeordnet, mit dem Senden der »Terrordrachen«, wie Israel sie bezeichnet, aufzuhören. Angeblich würden jedoch viele gar nicht von der Hamas verschickt, daher wäre eine Kontrolle nicht leicht durchführbar. Neben Israel übt angeblich auch Ägypten Druck auf die Hamas aus.

Westjordanland/Gaza

Umfrage: Unterstützung für Hamas in Gaza sinkt weiter

Eine palästinensische Studie zeigt wachsende Distanz zu der Terrororganisation und mehr Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung. Eine große Mehrheit lehnt die Entwaffnung vor einem israelischen Rückzug ab

von Sabine Brandes  15.10.2026

Bericht

Netanjahu soll Trump zu Iran-Angriff vor der Wahl gedrängt haben

Der israelische Premier hat angeblich den US-Präsidenten gebeten, den Krieg vor den Wahlen wieder aufzunehmen. In Washington sieht man dabei auch innenpolitisches Kalkül

von Sabine Brandes  15.10.2026

Israel

Vor Schicksalswahl: Eisenkot verspricht Ende der Hamas-Herrschaft in 18 Monaten

Ex-Generalstabschef Eisenkot wirft Benjamin Netanjahu vor, die Kriegsziele im Gazastreifen verfehlt zu haben. Sollte er Regierungschef werden, kündigt er einen klaren Zeitplan an

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Wirtschaft

Käsekrise

Was nach einem Lieferengpass im Supermarkt aussieht, steht für ein großes Problem. Weil ausländische Techniker Israel meiden, stehen immer häufiger Maschinen still

von Sabine Brandes  15.10.2026

Diplomatie

Kolumbien verlegt Botschaft nach Jerusalem

Unter dem linken Präsidenten Petro brach Kolumbien die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Nun schlägt die neue Regierung einen anderen Kurs ein

 15.10.2026

Luftfahrt

Wie sicher sind Israel-Flüge?

Nach dem vereitelten Anschlag an Bord einer flydubai-Maschine werden immer mehr gravierende Sicherheitslücken bekannt

von Sabine Brandes  14.10.2026

Meldungen

Studium, Korruption, Aquädukt

Kurznachrichten aus Israel

von Sabine Brandes  14.10.2026

Reaktionen

EU kritisiert Wahlaufschub in den Palästinensergebieten

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas vertagt die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis in den Herbst 2027

 14.10.2026