Israel

Kurz gemeldet

Hamas-Führer Ismail Haniyya Foto: dpa

Hamas
Die amerikanischen Nahost-Berater haben die Hamas aufgerufen, den Terror zu beenden und die israelischen Geiseln sowie die Leichen der gefallenen Soldaten zurückzugeben. Dann werde es auch humanitäre Hilfe geben, um die Lage im Gazastreifen zu verbessern. Jared Kushner, Jason Greenblatt und der US-Botschafter in Israel, David Friedman, erklärten jetzt in einem Artikel in der Washington Post: »Bevor die Regierung sich ändert oder die Hamas den Staat Israel anerkennt, sich an diplomatische Vereinbarungen hält und der Gewalt abschwört, gibt es keine gute Option.« Dem Team zufolge gebe es Interessierte, die bereit seien, an die Arbeit zu gehen, sofern die Hamas klare und friedfertige Absichten zeige. Kushner bezeichnete die Hamas als »Albtraum«. Die im Gazastreifen regierende Terrororganisation konterte, dass sich die drei Amerikaner zum Sprachrohr der israelischen Besatzungspolitik gemacht hätten.

Treffen
Der Besuch des ungarischen Premierministers Viktor Orbán in Israel ist umstritten. Doch Regierungschef Benjamin Netanjahu hieß ihn mit offenen Armen und warmen Worten willkommen. Er bezeichnete ihn als »wahren Freund, der Israel beschützt«. Die Wahlkampagne des Nationalisten Orbán wurde von vielen als antisemitisch und fremdenfeindlich bezeichnet. In Israel betonte er die »ausgezeichneten Verbindungen zwischen unseren Ländern, die deshalb bestehen, weil beide einen patriotischen Anführer haben«. Auch Netanjahu hob die ideologischen Gemeinsamkeiten hervor: »Wir verstehen, dass der radikale Islam die wahre Bedrohung Europas, Israels und der arabischen Länder ist.« Bei einem Treffen mit Präsident Reuven Rivlin indes musste sich Orbán anhören: »Wir müssen uns erinnern, wenn wir sagen ›nie wieder‹, dass Neo-Faschismus und neo-faschistische Gruppen eine echte Gefahr für die Existenz der freien Welt sind.« Ungefähr 20 Personen demonstrierten vor der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gegen Orbán, als dieser dort ankam. Sie hielten Schilder hoch, auf denen sie den Ungarn als Antisemiten bezeichneten, der Menschenrechte verletzte.

Festnahme
Der US-Rabbiner Dov Haiyun ist am Donnerstagmorgen von der Polizei abgeführt und befragt worden, weil er Hochzeitszeremonien außerhalb des staatlichen Oberrabbinats durchführt. Das ist eine radikale Abweichung vom bestehenden Status quo, demgemäß die Polizei sich nicht in religiöse Angelegenheiten einmischt. Das Oberrabbinat beschuldigt Haiyun, die Vermählung eines Juden, der aus einer unehelichen Beziehung stammt, durchgeführt zu haben. Der Rabbiner taue Paare in Israel seit Jahrzehnten außerhalb des Rabbinats. Haiyun postete später auf Facebook: »Der Iran ist hier.« Er schrieb, er sei kein Krimineller und könne sich kaum eine Aktion vorstellen, die weniger jüdisch ist. »Die Polizei ist hereingezogen worden, um dem ultraorthodoxen Rabbinat zu dienen. Dies ist ein trauriger Tag für die israelische Demokratie.« Amerikanische religiöse Vereinigungen und Gruppierungen nannten es »unfassbar«. Rabbiner Steven Wernick schickte einen wütenden Brief an Regierungschef Benjamin Netanjahu und schrieb danach auf Twitter: »Ich wette, Sie wussten nicht, dass die Durchführung einer nicht-orthodoxen Heirat mit zwei Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Und müsssen wir uns jetzt mit dem neuen Nationalstaatsgesetz sorgen, wohin Israels Richtung als demokratischer Staat führt?« Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit ordnete an, die Befragung des Rabbiners durch die Polizei sofort zu beenden. Der Vorfall belastet die ohnehin schwierige Beziehung zwischen der liberalen und konservativen jüdischen Gemeinde in den USA und der israelischen Regierung noch weiter.

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