IT-Technik

Krieg ohne Gesicht

Heute kommt die Gefahr oft aus dem Netz. Foto: dpa

Es geht um Sicherheit an Grenzen, in Städten, in der Luft und im Wasser, in Firmen, Infrastrukturanlagen, Elektrizitätswerken und im Internet. Wie man sich gegen Angriffe schützen kann und was im Falle eines Falles zu tun ist, war zwei Tage lang Thema bei der dritten »Homeland Security Conference« in Tel Aviv mit Delegationen aus der ganzen Welt. 93 israelische Firmen stellten sich vor, darunter Weltunternehmen wie Rafael, das maßgeblich an der Entwicklung des Verteidigungssystems Iron Dome beteiligt war. Und natürlich die für Israel so typischen Start-ups, die mit oft erstaunlichen Produkten Nischen besetzen.

Zum Beispiel in Sachen Cyber-Sicherheit. Ein Thema, das aufgrund der Digitalisierung eine immer größere Rolle spielt. Israel hat in diesem Bereich eine Vorreiterrolle. Das kommt nicht von ungefähr, wie Daniel Jammer, Gründer und Geschäftsführer der Firma »Nation E« in Herzlija, erklärt. »In Israel finden täglich millionenfach Angriffe auf das Netz statt«, sagt der Frankfurter, der seit zehn Jahren in Israel lebt. Dabei geht es gezielt gegen militärische Einrichtungen.

Strom Noch nicht so sehr im Bewusstsein seien dagegen Angriffe auf die Wasser- oder Elektrizitätsversorgung, so Jammer. Seine Firma hat diese Nische besetzt, eine Software speziell zum Schutz solcher Anlagen entwickelt und bietet auch das Monitoring an. Kooperiert wird etwa mit Siemens, IBM, Intel und Cisco, die die Software von »Nation E« implementieren. Jammer sieht in Deutschland und ganz Europa großen Nachholbedarf. »Das Bewusstsein, wie groß die Gefahr ist, ist dort noch unterentwickelt.«

Das meint auch Arne Schönbohm, Präsident des Cyber-Sicherheitsrates Deutschland, der zusammen mit einer 20-köpfigen deutschen Delegation aus Vertretern von Ministerien und Unternehmen in Tel Aviv war. Es fehle ein überzeugendes staatliches Konzept, so Schönbohm. Der Staat verlange Maßnahmen von der Wirtschaft, erfülle jedoch – obwohl er Betreiber kritischer Infrastruktur sei – selbst nicht die Anforderungen. Das sei in Israel anders. Hier investiere der Staat nicht nur in die eigene Sicherheit, sondern fördere gezielt Start-ups und Forschung im IT-Bereich. Israel gehöre zu den innovativsten Ländern, lobte Schönbohm.

Hilfe Einer, der auf der Konferenz weniger an IT-Technik interessiert ist, sondern an Hilfe für Menschen in Katastrophenfällen, ist Albrecht Broemme, Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) Deutschland. Hier wiederum wollen die Israelis von den Deutschen lernen. »Sie sind hinsichtlich des militärischen Schutzes sehr gut, aufgrund ihrer Situation«, sagt Broemme. Aber bei Bränden und Erdbeben sehe die Hilfsstruktur nicht so gut aus, »nicht unbedingt wegen der Ausrüstung, aber in Sachen Ausbildung der Helfer«. Der THW begleitet Übungen in Israel und kooperiert bei Forschungsprojekten. Das Ziel: Israel will sich künftig an internationalen Einsätzen beteiligen.

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026

Israel

Zeit, Zionist zu sein!

Fünf Gründe, den jüdischen Staat zu lieben – mit all seinen Stärken und Schwächen

von Daniel Neumann  07.04.2026

Iran-Krieg

Medien: USA greifen Dutzende Ziele auf Ölinsel Charg an

Bereits Mitte März hat das US-Militär die Insel Charg im Persischen Golf bombardiert. Nun berichten US-Medien über neue Angriffe

 07.04.2026 Aktualisiert

Türkei

Schüsse vor Israels Konsulat in Istanbul – Ein Angreifer tot

Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul sind Schüsse gefallen. Einer von drei Angreifern wird nach offiziellen Angaben getötet. Was steckt dahinter?

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Bericht: Synagoge in Teheran bei israelischem Angriff beschädigt

Ein Luftangriff hat laut iranischen Angaben eine Synagoge in Teheran schwer beschädigt. Was bisher bekannt ist

 07.04.2026

Jerusalem

Nach Rassismus-Skandal: Netanjahu entlässt seinen Kabinettschef

Zvi Agmon soll sephardische Abgeordnete rassistisch beleidigt haben. Seinen Posten als Kabinettschef muss er nun räumen

 07.04.2026

Iran-Krieg

Angriffe auf Schienennetz? Israel warnt Iraner

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur, die auch zivil genutzt wird. Israel spricht jetzt eine Warnung direkt an die Bevölkerung aus

 07.04.2026