Coronavirus

Behörden: Israelische Mutation entdeckt

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Wie immer haben die Israelis auch an diesem Seder die Freiheit gefeiert – das Ende der Knechtschaft und den Neubeginn als unabhängiges Volk. In diesem Jahr kam ein ganz aktuelles Freisein hinzu: Obwohl die Corona-Pandemie zwar auch in Israel nicht als komplett besiegt betrachtet werden kann, so sanken die Zahlen der Neuinfektionen doch auf ein neues Tief.

Derzeit, gab das Gesundheitsministerium bekannt, gibt es zum ersten Mal seit fünf Monaten keinen Ort, der als »rot« eingestuft wird, in dem also die Zahl der Neuinfektionen besonders hoch ist. Und das, obwohl während der Pessachwoche Familientreffen, Ausflüge, Museumsbesuche und Einkaufstouren besonders beliebt sind.

VARIANTE Nur einen Tag darauf erklärte die Behörde, dass eine israelische Mutation des Coronavirus entdeckt wurde. Sie war zum ersten Mal bereits im Juli des vergangenen Jahres aufgetaucht. Allerdings gebe es »lediglich eine kleine Anzahl von Patienten, die von dieser Variante angesteckt werden«. Bislang habe sich nicht gezeigt, dass sie ernsthafte Symptome hervorruft. Die verabreichten Impfstoffe seien gegen diese heimische Variante effektiv.

Seit einigen Wochen werden immer mehr Beschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben. Geschäfte, Restaurants und Cafés sind wieder geöffnet. Ebenso Parks, Museen, Büchereien und Sportstudios. Mittlerweile ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung (51 Prozent) komplett geimpft. 56 Prozent erhielten die erste Spritze des Vakzins.

Am Dienstag waren 399 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt worden. Damit lag die Positivrate der Tests bei 0,6 Prozent. Die Zahl der ernsthaft erkrankten Covid-19-Patienten ging ebenfalls weiter zurück. Landesweit werden noch 423 Menschen in den Krankenhäusern behandelt, 206 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Insgesamt sind 6188 Menschen an den Folgen einer Erkrankung mit Covid gestorben.

MILLIARDE Am Montag hatte das Gesundheitsministerium das Kabinett gebeten, eine Vorbestellung von mehr als 30 Millionen Covid-19-Vakzinen zu genehmigen. Die Kosten dafür belaufen sich auf eine Milliarde US-Dollar. Die Kabinettssitzung, in der der Kauf hätte bestätigt werden können, fiel jedoch aus. Die 30 Millionen Dosen, die geordert werden sollen, kommen zu den 25 Millionen hinzu, die bereits für mehr als eine halbe Milliarde Euro erworben wurden. Ihre Lieferung wird noch in diesem Jahr erwartet. Insgesamt will Jerusalem mehr als 60 Millionen Dosen für die Jahre 2021 und 2022 erstehen.

Die Käufe sind jedoch nicht unumstritten, denn sie werden unter strikter Geheimhaltung durchgeführt. Die an den Verhandlungen Beteiligten, darunter sogar Minister, müssen nach Angaben in israelischen Medien Verschwiegenheitsklauseln unterzeichnen.

»Es gibt keine Grundlage dafür, eine Diskussion über Gesundheitsbelange vor der Öffentlichkeit zu verbergen.«

Vereinigung Ärzte für öffentliche Gesundheit

Die israelische Vereinigung der Ärzte für öffentliche Gesundheit kritisiert, dass es »keine Grundlage dafür gibt, eine Diskussion über Gesundheitsbelange vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Besonders nicht, wenn es um Impfstoffe geht«. Die Vereinigung verlangt eine transparente, professionelle und öffentliche Erklärung der Einkäufe von Vakzinen.

RAMALLAH Am Montag erreichten 100.000 Dosen des chinesischen Impfstoffes Sinopharm Ramallah, den Regierungssitz der Palästinensischen Autonomiebehörde. In den kommenden Tagen werden im Westjordanland weitere 25.000 Dosen von AstraZeneca erwartet.

Eingeschränkt sind wieder Reisen möglich. Am Dienstag wurde der Grenzübergang Taba zwischen Israel und Ägypten nach einem Jahr der Verriegelung geöffnet. Geimpfte oder genesene Israelis dürfen in den Sinai zum Urlauben einreisen. Auch Griechenland akzeptiert die grünen Gesundheitspässe aus Israel. Gepaart mit einem negativen Coronatest fällt dann die Quarantäne für Besucher aus dem Ausland weg.

Frei sind die Israelis bald auch von der Covid-Überwachung. Das Auslands- und Verteidigungskomitee entschied am Montag gegen die Anfrage der Regierung, das sogenannte Corona-Tracking durch den Inlandsgeheimdienst fortzuführen. Danach könnte der Geheimdienst nach eigenen Ermessen Maßnahmen erlassen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Unter anderem stimmte der Vorsitzende des Komitees, Zwi Hauser, dagegen.

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