Reisewarnung

»Keine israelische oder jüdische Identität zeigen«

Tzachi Hanegbi ist Chef des Nationalen Sicherheitsrates Foto: copyright (c) Flash90 2023

Die israelische Regierung hat neue Reisewarnungen ausgesprochen – auch für Deutschland. »Die Bedrohungsstufe für viele Länder in Westeuropa, einschließlich Großbritannien, Frankreich und Deutschland, wurde auf Stufe zwei angehoben, mit der Empfehlung, erhöhte Vorsicht walten zu lassen«, hieß es am Montag vom Nationalen Sicherheitsrat (NSC) Israels.

Seit Beginn des Krieges führt der NSC gemeinsam mit den verschiedenen israelischen Sicherheitsorganisationen regelmäßige Lagebeurteilungen durch. Am 3. November war eine Bekanntmachung veröffentlicht worden, in der Empfehlungen für das Verhalten von Israelis im Ausland aufgeführt und die Bedrohung in mehreren Ländern hervorgehoben wurde. Jetzt, einen Monat darauf, seien die Stufen »nach eingehender Analyse« angepasst worden. Für Deutschland hatte es zuvor keine Reisewarnung gegeben.  

Bedrohungsstufe von Dutzenden Ländern geändert

Die Bedrohungsstufe ist in Dutzenden von Ländern geändert worden, darunter von eins auf zwei in Südamerika, einschließlich Brasilien und Argentinien, sowie in Australien und Russland. Für afrikanische Staaten und Zentralasien gilt jetzt die Stufe drei, mit der Empfehlung, nicht unbedingt notwendige Reisen in diese Länder zu überdenken.

»In vielen Ländern kommt es zu einem stetigen und deutlichen Anstieg von Hetze, Angriffsversuchen und Manifestationen von Antisemitismus.«

Nationaler sicherheitsrat

»Seit Beginn des Krieges beobachten wir verstärkte Bemühungen des Irans und seiner Stellvertreter, einschließlich der Hamas und der Gruppierungen des Globalen Dschihad, israelischen und jüdischen Zielen auf der ganzen Welt Schaden zuzufügen«, so der NSC. Gleichzeitig kommt es in vielen Ländern zu einem deutlichen Anstieg von Hetze, Angriffsversuchen und Manifestationen von Antisemitismus.

Aus diesen Gründen würde der Sicherheitsrat seine Empfehlung erneuern, die Notwendigkeit von Reisen zu diesem Zeitpunkt zu überdenken. »Wir empfehlen israelischen Staatsbürgern, die ins Ausland reisen, ihre Reiseziele mit Bedacht zu wählen und die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen überall einzuhalten.«

Dazu gehören: Die Verschiebung von Reisen in Länder, für die Reisewarnungen ausgesprochen wurden, insbesondere in arabische und nahöstliche Länder, den Nordkaukasus, an den Iran angrenzende Länder sowie mehrere muslimische Länder in Asien.

Im Ausland aufmerksam bleiben

Und die Überprüfung, ob es am Zielort zu antiisraelischen Protesten und Gewalt gekommen ist, auch in Ländern, für die keine Reisewarnungen ausgesprochen wurden. Man sollte sich von Demonstrationen und Protesten fernhalten. Reisende sollten es auch vermeiden, ihre israelische und jüdische Identität und alle relevanten Symbole offen zur Schau zu stellen, so der Sicherheitsrat.

Außerdem sollte man sich im Voraus über die Telefonnummern der Notdienste im Zielland und der israelischen Mission, falls vorhanden, informieren. Abschließend rät der NSC: »Bleiben Sie im Ausland aufmerksam und nehmen Sie wahr, was um Sie herum geschieht.«

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026