El Al

Keine Buchung nach Geschlechtern

Vor einem EL AL-Flug Foto: Flash 90

Die israelische Fluggesellschaft EL AL will kein Buchungssystem einführen, das eine häufig von ultraorthodoxen Passagieren gewünschte Geschlechtertrennung offiziell ermöglicht. Eine derartige Regelung – etwa eine Garantie für ultraorthodoxe Männer, im Flugzeug nicht neben Frauen sitzen zu müssen – sei nicht geplant, sagte eine Sprecherin von EL AL laut einem Bericht der Online-Ausgabe der israelischen Zeitung »Haaretz« am Dienstagabend.

Es sei Politik der Fluglinie, »zu versuchen, jeden Wunsch von Kunden zu erfüllen«. Solche Wünsche würden aber auf individueller Basis behandelt.

Petition Am Sonntag hatte die Amerikanerin Sharon Shapiro aus Chicago eine Online-Petition gestartet, in der sie beklagte, EL AL lasse es zu, dass weibliche Passagiere »belästigt, schikaniert und eingeschüchtert« würden, um Sitze mit ultraorthodoxen Männern zu tauschen. Am Dienstag hatten 1200 Menschen die Petition unterschrieben.

Anlass dafür war ein EL AL-Flug kurz vor Rosch Haschana von New York nach Tel Aviv. Eine Gruppe von ultraorthodoxen Männern hatte für Chaos gesorgt, weil sie nicht neben Frauen sitzen wollte. Laut israelischen Medienberichten dauerte der Flug wegen der Verspätung insgesamt elf Stunden, weil die Männer zunächst ihre Plätze in der offenbar überbuchten Maschine nicht einnahmen, dann anderen Passagieren Geld für einen Sitzplatztausch anboten. Lediglich für den Start hielten sie sich in den vorgesehenen Sitzreihen auf, während des Fluges jedoch vorwiegend in den mittleren Gängen. Dadurch wurde den anderen Fluggästen der Zugang zu den Toiletten erschwert.

Vorschlag Als Lösung für derartige Konflikte schlägt Shapiro in ihrer Petition vor, dass Fluggäste im Voraus Sitze mit einer Garantie buchen könnten, neben Menschen desselben Geschlechts zu sitzen. Niemand solle andere Passagiere »vor dem Abflug nerven oder nötigen, mit ihnen den Sitz zu tauschen. So kann man Streit, Belästigung und Verspätungen vermeiden«, hieß es weiter in der Petition, die auch von orthodoxen Frauen wie der Amerikanerin Chana Rosen unterzeichnet wurde.

Zur Begründung schrieb Rosen: »Ich bin eine orthodoxe jüdische Frau, und es gibt keine Grundlage im jüdischen Religionsgesetz, die es entschuldigt, Frauen in dieser Art zu belästigen und zu schikanieren.« Judith Margolis aus Jerusalem schrieb, es sei nicht zu akzeptieren, dass EL AL Passagieren erlaube, den Flugverkehr zu stören.

Eve Finkelstein aus Bet Schemesch in Israel berichtete über ihre Erfahrungen bei zwei Flügen: »Etwa fünf Frauen – einschließlich mir – wurde von einem Charedi belästigt, der einen anderen Sitz verlangte, und das Personal von EL AL schritt nicht ein. Bei einer anderen Gelegenheit sollte ich meinen Sitz mit einem orthodoxen Mann tauschen. Ich wurde vom Gang in einen mittleren Sitz umgesetzt und wurde dafür nicht entschädigt.«

Soul & Funk

Bestseller in Tel Aviv

Der Musiker Bruno Mars wird in Israel auftreten. Das Konzert war innerhalb eines Tages ausvekauft

von Imanuel Marcus  09.06.2023

U20-Fußball-Weltmeisterschaft

Verloren, aber glücklich

Das israelische Team unterliegt Uruguay im Halbfinale und spielt am Sonntag gegen Südkorea um Bronze

von Sabine Brandes  09.06.2023

Tel Aviv

Pulsierend und provokativ: 25 Jahre Pride Parade

Zehntausende tanzen zu Noa Kirels neuem Song »Provocativit«

von Sabine Brandes  08.06.2023

Israel

Fünf Morde bei Bandenmassaker in arabischer Gemeinde

Seit Jahresbeginn sind durch Gewalt im arabischen Sektor fast 100 Menschen getötet worden

 08.06.2023

Israel

Schwarz und Weiß

Die Elite und die Benachteiligten: Warum viele Vorurteile über Aschkenasim und Sefardim im jüdischen Staat nicht zutreffen

von Richard C. Schneider  08.06.2023

Weltmeisterschaft

Gewinn für das ganze Land

U20-Team schlägt Brasilien und weckt Hoffnungen auf eine »goldene Generation«

von Sabine Brandes  08.06.2023

Visite

Unterkühlter Empfang für Smotrich in Paris

Der umstrittene israelische Finanzminister wird von französischen Regierungsvertretern ignoriert

von Sabine Brandes  07.06.2023

Kriminalität

Grenzenlose Gewalt

Die Zahl der Tötungsdelikte hat einen neuen Höchststand erreicht – insbesondere in der arabischen Community und im Bereich des organisierten Verbrechens

von Sabine Brandes  06.06.2023

Vorstoß

Jüdischer Weltkongress fordert »Marshall-Plan« für Nahost

Lauder: Dies könnte zu einer friedlichen Lösung in der Region führen

 06.06.2023