Energiepolitik

Kabinett billigt Gasdeal

Das Gasfeld Tamar vor der Küste Foto: Flash 90

Das Kabinett hat am vergangenen Sonntag den umstrittenen Gasdeal genehmigt. Dabei geht es um die Aufstockung der Fördermengen in dem Mittelmeer-Gasfeld Tamar sowie die schnelle Entwicklung von drei kleineren Feldern. 17 der 21 Minister stimmten für das Abkommen, drei enthielten sich – darunter Finanzminister Mosche Kahlon. Lediglich Umweltminister Avi Gabai (Kulanu) sprach sich dagegen aus.

In der Öffentlichkeit war der anvisierte Deal oft kritisiert worden. Mehrfach gingen Bürger auf die Straße und protestierten dagegen, dass die Naturressourcen privatisiert und an große Unternehmen verkauft werden sollten.

Doch Regierungschef Benjamin Netanjahu ist sich sicher: »Heute fällen wir eine historische Entscheidung. Diese wird Hunderte Milliarden Schekel in die Staatskasse bringen und damit auch den Bürgern Israels zugute kommen. Dieses Geld wird dem Bildungs-, dem Gesundheits-, dem Sozialwesen und für andere nationale Bedürfnisse zur Verfügung gestellt.«

Verhandlungen Derzeit sind Verhandlungen mit verschiedenen Konsortien im Gange, darunter die texanische Noble Group und der einheimische Energieanbieter Delek. Dabei geht es hauptsächlich um den Preis des Naturgases für den israelischen Bedarf sowie um Details der zukünftigen Förderung. Kritiker und mehrere Interessengruppen befürchten, dass die Preise von den Unternehmen diktiert werden und nur geringe Teile der Fördereinnahmen der Bevölkerung zugutekommen.

Doch das Okay der Minister reicht ohnehin nicht aus – auch die Knesset muss zustimmen. Und da sieht beispielsweise Oppositionsführer Isaac Herzog keine Chance: »Diese Abstimmung wird im Sande verlaufen. Eine Regierung unter meiner Führung würde einen Gasdeal aushandeln, der fair ist und den israelischen Bürgern etwas bringt. Außerdem würde ich die wirklichen Belange der Zukunft Israels berücksichtigen.«

Netanjahu indes ist überzeugt, dass dieses Abkommen richtig ist, und wies die Kritik als »Populismus« von sich. Der Premier fügte hinzu: »Wir müssen die Förderung der Naturgasreserven mit Volldampf entwickeln.«

Libanon

Israel beschießt Hisbollah in Beiruter Vororten

Nachdem die Terror-Miliz den Norden Israels mit Drohnen angegriffen hat, reagiert die israelische Armee

 14.06.2026

Nahost

Hisbollah beschießt Israel mit Sprengstoff-Drohnen

Nach Drohnenangriffen der Hisbollah auf Israels Norden fordert Finanzminister Smotrich eine härtere Reaktion. Wird Israel jetzt wieder die Vororte Beiruts angreifen?

 14.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  12.06.2026 Aktualisiert

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  12.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  12.06.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Pride Parade findet trotz Sicherheitsbedenken statt

Erstmals seit den Zeiten vor den Hamas-Massakern vom 7. Oktober 2023 kehrt das Großereignis zurück

 12.06.2026

Wehrpflicht

Massenproteste: Charedim legen Verkehr in Zentralisrael lahm

Die Demonstration richteten sich gegen die Festnahme von 19 Wehrdienstverweigerern nach Ausschreitungen vor dem Haus des stellvertretenden Präsidenten des Obersten Gerichts

 12.06.2026

Studie

KI-Modelle reproduzieren antisemitische Vorurteile

Zwei israelische Forscher sagen, ihre Analyse zeige, wie »ein uraltes Vorurteil durch komplexe Muster von Eigenschaftszuschreibungen und kultureller Codierung in modernen technologischen Systemen fortbesteht«

 12.06.2026

Krieg gegen den Terror

Israel bereitet offenbar Vorstoß auf Hisbollah-Hochburg Nabatieh vor

»Die Hisbollah zieht sich zurück, hält aber an der Linie von Nabatieh fest«, sagt ein ranghoher IDF-Offizier

 12.06.2026