Nahost

Israels Regierungschef wendet sich mit ganz besonderer Botschaft an die iranische Bevölkerung

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Foto: dpa

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat gegenüber der Bevölkerung des Irans seine Hoffnung auf eine versöhnliche Zukunft geäußert. Ein weiterer Angriff des Irans würde das Land Milliarden Dollar kosten, sagte der israelische Ministerpräsident in einer Videobotschaft. »Ich weiß, dass Sie diesen Krieg nicht möchten. Ich möchte diesen Krieg auch nicht. Das Volk Israels möchte diesen Krieg nicht.«

Statt die 2,3 Milliarden Dollar (2,17 Milliarden Euro), die der jüngste iranische Angriff Anfang Oktober gekostet habe, in Krankenhäuser, die Infrastruktur des Landes oder die Ausbildung der Menschen zu investieren, habe Teheran das Geld für einen Krieg verschwendet, den das Land nicht gewinnen könne.

Die iranische Regierung sei »besessen davon, Israel zu zerstören, anstatt Iran aufzubauen«, so der israelische Regierungschef weiter. »Was für eine Schande.« 

Nur das iranische Volk fürchte die Regierung in Teheran, die jeden Tag schwächer werde, noch mehr als Israel, betonte er. Netanjahu forderte die Iraner auf, ihre Hoffnung auf Freiheit und Gleichberechtigung nicht aufzugeben. »Israel und andere in der freien Welt stehen an Ihrer Seite.«

»Ich habe keinen Zweifel daran, dass Israelis und Iraner eines Tages in einem freien Iran gemeinsam eine Zukunft des Wohlstands und des Friedens aufbauen werden«, sagte der israelische Ministerpräsident wohl auch in der Hoffnung auf einen künftigen Machtwechsel in Teheran. »Lassen Sie uns gemeinsam diesen schönen Traum Wirklichkeit werden lassen.«

Ende September hatte sich Netanjahu schon einmal in einer Ansprache an die iranische Bevölkerung gewandt.

Mullahs

Iran droht, Israel werde nur noch »verbrannte Erde« sein

Revolutionsgarden sprechen offen über Vernichtung Israels, sollte dessen Energieinfrastruktur angegriffen werden.

von Sabine Brandes  19.10.2026

Susanne Stephan

Kommentar

Eines demokratischen Staates unwürdig

Israelische Behörden gehen immer rigoroser gegen Medienschaffende vor, die Kritik an der Regierung äußern. Diese Verbote schwächen am Ende die Demokratie und damit den jüdischen Staat als Ganzes

von Susanne Stephan  19.10.2026

Westjordanland

Zehn extremistische Siedler nach Gewaltexzess festgenommen

Präsident Isaac Herzog entschuldigt sich bei Opfern. Zugleich fordert eine Menschenrechtsorganisation eine Hotline für Notfälle im Westjordanland

von Sabine Brandes  19.10.2026

Westjordanland

Israels Armee räumt illegale Außenposten im Westjordanland

Als lasch kritisierte Gerichtsurteile gegen radikale Siedler helfen eher Wiederholungstätern als den Sicherheitskräften

 19.10.2026

Belfast

Barack Obama wirft Israel Landraub vor

Der jüdische Staat sei »zu weit gegangen«, sagt der frühere US-Präsident. Die Reaktion der Palästinenser auf die »jüdische Kontrolle über das Gebiet« sei deshalb aus ihrer Sicht nachvollziehbar gewesen

 19.10.2026

Israel

Trump stellt sich vor der Wahl hinter Netanjahu

Neun Tage vor der Parlamentswahl spricht der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten seine »volle und uneingeschränkte Unterstützung« aus. Netanjahu bedankt sich prompt

 18.10.2026

Israel

Führung und Verantwortung

Benjamin Netanjahus ehemaliger Militärsekretär erhebt Vorwürfe gegen den Premier

von Sabine Brandes  18.10.2026

Nahost

Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland

Maskierte Männer umstellen ein Diplomatenfahrzeug bei der Olivenernte im Westjordanland. Auch eine US-Fotografin wird verletzt

 18.10.2026

Kommentar

Ein Tag der Schande

Die Linkspartei, SPD und Grüne haben ihre Sondierungen beendet. Nun wollen sie in Berlin eine Regierung bilden

von Philipp Peyman Engel  17.10.2026