Tierschutz

Israelisches Verfahren soll Massentöten von Küken vermeiden

Foto: Thinkstock

Tierschutz

Israelisches Verfahren soll Massentöten von Küken vermeiden

Durch genetischen Eingriff bei der Henne wird die Entwicklung männlicher Embryonen in frühem Stadium gestoppt

 06.01.2022 17:07 Uhr

Ein israelisches Unternehmen hat eine neue Technologie vorgestellt, mit deren Hilfe das Massentöten männlicher Küken künftig vermieden werden soll. Durch einen genetischen Eingriff bei der Henne wird dabei die Entwicklung männlicher Embryonen in einem frühen Stadium gestoppt. Es schlüpfen nur weibliche Küken, die aber nicht als gentechnisch verändert gelten. Das Unternehmen NRS Poultry arbeitet mit dem anerkannten israelischen Volcani-Zentrum in der Nähe von Tel Aviv zusammen.

Eine Sprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, nach Anwendung des Verfahrens sei die erste Legehenne vor einigen Wochen geschlüpft. Nach Angaben von NRS Poultry werden gegenwärtig weltweit jährlich sieben Milliarden männliche Eintagsküken getötet. Das neue Verfahren könne Grausamkeit gegen Tiere verhindern.

verschärfungen In Deutschland ist das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenhaltung seit 1. Januar verboten. Eine zweite Stufe ab 2024 sieht weitere Verschärfungen vor. Künftig sollen Verfahren auf breiter Front einsetzbar sein, um das Geschlecht schon im Ei zu erkennen und männliche Küken gar nicht erst schlüpfen zu lassen.

In Deutschland ist das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenhaltung seit 1. Januar verboten.

Die Branche warnt vor Schwierigkeiten. Jährlich wurden bisher mehr als 40 Millionen männliche Küken in Deutschland kurz nach dem Schlüpfen routinemäßig getötet, weil sie für Brütereien wirtschaftlich nicht lohnend sind. Denn sie legen keine Eier und setzen nicht so viel Fleisch an.

bundesministerium Eine Sprecherin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sagte am Donnerstag, dem Ministerium sei das neue israelische Verfahren bekannt. »Anhand der vorliegenden Informationen scheint dieses Verfahren eine weitere Option zu bieten, das Töten von männlichen Eintagsküken zu vermeiden«, sagte sie. Das Verfahren erfülle nicht nur die aktuellen tierschutzrechtlichen Vorschriften, sondern auch die ab 2024 geltenden Regelungen. Nach diesen ist das Töten von Hühnerembryonen bereits im Ei nach dem 6. Bruttag verboten.

»Eine Anwendung des Verfahrens in Deutschland wäre in der konventionellen Geflügelhaltung prinzipiell möglich«, sagte die Sprecherin. Über die Zuverlässigkeit des Verfahren könne aber noch keine Aussage gemacht werden. Eine Kompatibilität des Verfahrens mit dem ökologischen Landbau sei zudem nicht gegeben. dpa

Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Terror-Miliz hatte zuvor israelische Soldaten angegriffen

 27.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Jerusalem

Israel ernennt ersten Botschafter für Somaliland nach Anerkennung der Region

Einen Botschafter Somalilands in Israel gibt es bereits. Im Januar wurde Mohamed Hagi für den posten ernannt

 27.04.2026

Nord-Israel

Wieder Sicherheitsbeschränkungen in Nordisrael eingeführt

Das Lag-BaOmer-Fest auf dem Berg Meron kann in diesem Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden

 27.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  27.04.2026 Aktualisiert

7. Oktober

Der Angriff auf den Kibbuz Holit: Erst Nachmittags kam Hilfe

IDF-Bericht: Rund 60 palästinensische Terroristen dringen am frühen Morgen in das Areal ein. Bei dem Massaker werden 13 Zivilisten ermordet. Neun Bewohner werden als Geiseln verschleppt

 27.04.2026

Studie

Kriege verändern Schlaf, Ernährung und Bewegung deutlich

Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem warnen, dass Stress, Angst und Unsicherheit zu ungesunden Gewohnheiten führen

 27.04.2026

Reisen

Internationale Airlines bleiben weiter weg

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit empfiehlt EU-Fluggesellschaften, den Luftraum über Israel zu meiden

von Sabine Brandes  27.04.2026

Essay

Eva Erben: Was es bedeutet, Israeli zu sein

Die tschechische Holocaust-Überlebende kam 1948 mit ihrem Mann Peter nach Israel

 27.04.2026