Israel

Israelische Armee geht juristisch gegen ultraorthodoxe Deserteure vor

Auch Charedim sollen Einberufungsbescheide bekommen. Foto: picture alliance/dpa

Strengreligiöse jüdische Männer, die den Einberufungsbefehl in die israelische Armee verweigern, müssen künftig mit Strafverfolgung rechnen. Wehrpflichtige, die sich nicht gemäß ihrem Bescheid melden, würden als Deserteure betrachtet und unterlägen strafrechtlichen Sanktionen, erklärte die Armee laut israelischen Medienberichten am Freitag.

1.000 Haftbefehle ausgestellt

Laut einem Bericht der Zeitung »Times of Israel« unter Berufung auf Militärquellen wurden bereits Verfahren gegen ultraorthodoxe Wehrpflichtige eingeleitet, die sich nicht zum Wehrdienst gemeldet haben, und rund 1.000 Haftbefehle ausgestellt worden. Konkrete Angaben zu den geplanten Sanktionen machte die Armee demnach nicht. Die Armee betonte, man unternehme große Anstrengungen, die strengreligiös-jüdischen Männer unter Bedingungen zu rekrutieren, die es ihnen ermöglichten, ihre religiösen Überzeugungen und ihren Lebensstil beizubehalten.

Die Wehrpflicht von ultraorthodoxen Männern (Haredim) sorgt seit langem für Streit in Israel. Zuletzt hatte das Oberste Gericht geurteilt, eine allgemeine Wehrpflichtbefreiung für Haredim habe keine Rechtsgrundlage. Die Generalstaatsanwaltschaft ordnete daraufhin die umgehende Rekrutierung von 3.000 Haredim an. Medienberichten zufolge gelten rund 67.000 Ultraorthodoxe als wehrdienstfähig. kna

Israel

Wer wählt wen und warum?

Von unerschütterlicher Bibi-Treue bis zur Sehnsucht nach einem Neuanfang: Wir haben Israelis gefragt, wem sie ihre Stimme gegeben haben

von Sabine Brandes  27.10.2026

Israel

Wahlbeteiligung bricht Aufzeichnungsrekord

Schon mehr als drei Millionen Israelis haben am Nachmittag ihre Stimme abgegeben - das ist der höchste in den Aufzeichnungen gemessene Wert

 27.10.2026

Jerusalem

Yashar wirft Netanjahu vor, Zweifel am Wahlergebnis zu schüren

Die Partei des ehemaligen Generalstabschefs Gadi Eisenkot sagt, der Ministerpräsident wolle das Vertrauen in den Ausgang der Knessetwahl gezielt untergraben

 27.10.2026

Tel Aviv

Versuchter Messerangriff auf Yair Golan

Nach Darstellung seiner Partei bemerkten Golans Personenschützer, dass sich ein Mann auf bedrohliche Weise dem Politiker näherte

 27.10.2026

Israel

Hohe Wahlbeteiligung und Streit um Stimmzettel

Die Wahlbeteiligung ist so hoch wie seit rund 50 Jahren nicht mehr, gleichzeitig legt die Partei von Netanjahu-Herausforderer Gadi Eisenkot Beschwerde bei der Wahlaufsicht ein

 27.10.2026

Ramat Gan

Gal Gadot erhält Ehrendoktorwürde

Die Darstellerin rief die Bürger dazu auf, bei der Parlamentswahl ihre Stimme abzugeben

 27.10.2026

Ron Prosor

Interview

Ron Prosor: »Der linke Antisemitismus ist der gefährlichste«

Israels Botschafter in Deutschland über Brandmauern gegen Antisemitismus, die Regierungsbildung in Berlin und die Wahlen in Israel

von Bernward Loheide  27.10.2026

Knesset-Wahl

Kauften sie Stimmen? Drei Männer im Negev festgenommen

Bei Durchsuchungen fanden die Polizisten Umschläge mit mehreren Zehntausend Schekeln

 27.10.2026

Israel

Der Herausforderer

Der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot will den Wandel für Israel bringen. Mit seiner Partei Jaschar liegt er vor allen anderen

von Sabine Brandes  27.10.2026