Nahost

Israel unter Beschuss

Start einer »Iron Dome«-Rakete bei Tel Aviv Foto: Flash 90

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Israel unter Beschuss

Zahlreiche Raketen aus Gaza von »Iron Dome« abgefangen – Premierminister Netanjahu traf sich zu Sicherheitsgesprächen

 09.07.2014 11:46 Uhr

Die israelische Militäroperation im Gazastreifen unter dem Namen »Protective Edge« dauert seit nunmehr drei Tagen an. In der Nacht zum Donnerstag bombardierte die IDF wieder Stellungen der Hamas in Gaza. Seit Dienstag haben palästinensische Terroristen mehr als 250 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert. In der vergangenen Nacht waren die südlichen Städte Beer Sheva und Aschkelon erneutes Ziel von Angriffen. Am Donnerstagmorgen wurde auch Tel Aviv wieder mit Langstreckenraketen beschossen. Mindestens eine davon wurde vom Abwehrsystem »Iron Dome« abgefangen, wie die Armee mitteilt. Granatsplitter richteten im Süden Tel Avivs Sachschäden an Autos und einer Tankstelle an.

Zu den Raketen auf Tel Aviv hat sich die Hamas inzwischen bekannt. Der Flugbetrieb am Ben-Gurion-Flughafen ging normal weiter. Heute Vormittag gab es auch in Aschkelon und in Mitzpe Ramon in der Negevwüste Raketenalarm. Ein Geschoss landete in der Nähe des Forschungsreaktors bei Dimona.

langstreckenraketen Auch am Tag zuvor hatten die Terroristen Tel Aviv und Jerusalem mit Langstreckenraketen beschossen und erreichten sogar Zichron Yaakov und die Region um Haifa im Norden Israels. Erstmals seit dem Wiederaufflammen des Beschusses aus dem Gazastreifen wurden Raketen auf die Metropolen und auf viele andere Städte im Land abgefeuert.

Seit Dienstag hat »Iron Dome« mehr als 60 Raketen abgewehrt, die auf israelische Ortschaften gerichtet waren, und hatte damit nach Armeeangaben eine Erfolgsrate von beinahe 90 Prozent. Menschen suchten in Treppenhäusern Unterschlupf oder versteckten sich hinter Autos. Neun israelische Bürger haben in diesem Zeitraum leichte Verletzungen durch Raketen erlitten, 59 wurden ärztlich behandelt, weil sie einen Schock erlitten haben.

Am Mittwochnachmittag hat sich Premierminister Benjamin Netanjahu mit Verteidigungsminister Moshe Ya’alon, Armeechef Benny Gantz und dem Kommandierenden General für das Südliche Kommando, Sami Turgeman, zu Sicherheitsgesprächen getroffen. Grund ist die Fähigkeit der Hamas, vom Gazastreifen aus Raketen von bis zu 125 Kilometern Reichweite abzuschießen - das heißt, bis nach Tel Aviv und Jerusalem.

priorität
»Wir werden unsere Angriffe auf die Hamas und andere Terrororganisationen im Gazastreifen verstärken«, sagte Netanjahu. »Die IDF ist auf alle Möglichkeiten vorbereitet. Die Hamas wird für den Beschuss israelischer Zivilisten teuer bezahlen. Die Sicherheit unserer Bürger hat Priorität vor allem anderen.« Er schloss mit den Worten: »Der Armeeeinsatz wird weitergehen und ausgeweitet werden, bis der Beschuss unserer Gemeinden vorbei ist und wieder Ruhe einkehrt.«

Derweil brachen in der Nähe der Kleinstadt Sderot erneut Feuer aus, die durch Raketen aus Gaza verursacht wurden. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Weitere Raketen auf Sderot wurden vom Abwehrsystem »Iron Dome« abgefangen. Kurz zuvor hatten die israelischen Pfadfinder 800 Urlauber aus einem Sommercamp in Yaar Ofer in der Nähe von Zichron Yaakov im Norden Israels evakuiert, nachdem es auch dort, sowie in Haifa, Raketenalarm gegeben hatte.

bilanz Die Bilanz allein für Dienstag sieht nach Angaben der Israelischen Botschaft in Deutschland so aus: 146 Raketen aus dem Gazastreifen wurden auf Israel geschossen. Davon trafen 117 israelischen Boden, und 29 wurden von »Iron Dome« abgefangen. Innerhalb von 24 Stunden waren Bewohner der folgenden Städte, Orte und Regionen gezwungen, nach Sirenenalarm Schutz in Bunkern zu suchen: Jerusalem (drei Einschläge in den Hügeln vor der Stadt), Tel Aviv (mindestens fünf Einschläge), die Städte im Süden: Beer Sheva, Aschdod, Aschkelon, Sderot sowie kleinere Gemeinden im Süden; Städte und Orte im Zentrum des Landes: Rehovot, Herzliya, Gadera, Ramat Hascharon, Yavne, Caesarea, Binyamina, Rischon LeZion, Hadera, Givatayim, Bat Yam und Holon.

Im Umkreis von 40 Kilometern Entfernung zum Gazastreifen finden Schulunterricht und Sommerferienlager derzeit nur in Gebäuden statt, die mit Bunkern ausgestattet sind.

Ein israelischer Soldat wurde leicht verletzt, als fünf militante Palästinenser aus dem Gazastreifen am Dienstag in der Nähe von Zikim in den Süden Israels eindrangen. Die israelische Armee tötete die Angreifer.

Flughäfen Der Tel Aviver Stadtflughafen Sde Dov, der vor allem für Inlandsflüge genutzt wird, stellte am Dienstagabend vorübergehend seinen Flugbetrieb ein. Auf dem internationalen Ben Gurion Airport bei Tel Aviv ging der Flugbetrieb zwar ohne Unterbrechung weiter, doch wurden teilweise Flugrouten geändert. Ziel der erneuten palästinensischen Angriffe am Mittwochmorgen auf das Zentrum des Landes soll laut »Haaretz« der Ben-Gurion-Flughafen gewesen sein. Dort schlug aber bisher keine Rakete ein. ja

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