Fußball

Israel-Boykott überschattet Europa-League-Spiel

Maccabi Tel Aviv hat am dritten Spieltag der Europa League mit 1:2 gegen AZ Alkmaar gewonnen. Foto: dpa

Maccabi Tel Aviv hat am dritten Spieltag der Europa League mit 1:2 gegen AZ Alkmaar gewonnen. Mit dem Auswärtssieg bewahrte sich der israelische Serienmeister die Chance, ins Achtelfinale des zweitwichtigsten europäischen Pokalwettbewerbs einzuziehen.

Die Tore gegen den niederländischen Verein schossen der argentinische Mittelfeldspieler Oscar Scarione (24. Minute) und der israelische Stürmer Eyal Golasa (82. Minute). Den zwischenzeitlichen Ausgleich für Alkmaar erzielte Robert Mühren in der 72. Minute.

Eklat Überschattet wurde die Partie vom Israel-Boykott des iranischen Stürmers Alireza Jahanbakhsh. Dieser hatte auf den Einsatz gegen Tel Aviv verzichtet. »Wir wollen Jahanbakhsh nicht in eine Lage bringen, die dazu führt, dass er später nicht mehr für die Nationalmannschaft Irans spielen kann«, teilte sein Verein AZ Alkmaar vor dem Spiel mit. Der Grund für die Entscheidung des niederländischen Klubs seien »Empfindlichkeiten« zwischen der Islamischen Republik Iran und dem Staat Israel. Der Entschluss sei zusammen mit dem Betroffenen gefasst worden.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) zeigte daraufhin Verständnis für den Schritt des iranischen Spielers und seines Vereins. »Dies ist eine Entscheidung des Spielers beziehungsweise des Klubs, und die UEFA wird diese respektieren«, betonte der Verband, der ansonsten gegen jede Form von Diskriminierung im Fußball und mit der Kampagne »No to Racism« gegen Fremdenhass eintritt.

Bei internationalen Sportwettkämpfen kommt es immer wieder zu Eklats, weil arabische oder iranische Sportler sich weigern, gegen israelische Gegner anzutreten. Erst jüngst bei den Olympischen Spielen in Rio ereigneten sich drei israelfeindliche Skandale seitens arabischer Athleten.

olympische spiele Vor der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion hatten sich Teilnehmer aus dem Libanon geweigert, gemeinsam mit israelischen Athleten in einem Bus zu fahren. Die libanesischen Sportler saßen bereits im Bus, als ihre Kollegen aus dem jüdischen Staat ebenfalls einsteigen wollten

Libanons Teamchef Salim al-Haj Nicolas bestand darauf, dass die Türen geschlossen werden, weswegen die israelischen Sportler nach langen Diskussionen schließlich mit einem anderen Bus zur Eröffnungsfeier gebracht wurden. Nach mehreren Tagen erteilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) dem Libanesen eine Rüge und rief alle Sportler dazu auf, ein solches Verhalten zu unterlassen.

Der ägyptische Judoka Islam El Shehaby sorgte bei den Olympischen Spielen ebenfalls für einen Eklat. Er verweigerte seinem israelischen Kontrahenten Or Sasson den Handschlag. Das Nationale Olympische Komitee Ägyptens schloss El Shehaby daraufhin von den Spielen aus. Das IOC verurteilte den Vorgang ebenfalls scharf.

abbruch Zuvor hatte die saudi-arabische Judoka Joud Fahmy ihren Erstrunden-Kampf abgebrochen – angeblich verletzungsbedingt. Um diese Angabe besonders glaubwürdig zu machen, twitterte das saudische Olympiateam, dass sich Fahmy Verletzungen an Armen und Beinen zugezogen hätte.

In Wirklichkeit, so vermuten Judoexperten, hatte Fahmy Sorge, in der zweiten Runde auf die israelische Judoka Gili Cohen zu stoßen. Die hatte nämlich ihren Erstrundenkampf gewonnen – und wartete auf ihre nächste Gegnerin.

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