Syrien

Israel birgt Leiche eines seit 1982 im Libanon vermissten Soldaten

Anat Cohen am Sonntag in Tel Aviv mit einem Foto ihres Bruders Zvi Feldman, der 43 Jahre lang als vermisst galt Foto: copyright (c) Flash90 2025

Israel hat in einem Spezialeinsatz in Syrien die sterblichen Überreste eines Soldaten geborgen, der 1982 im Libanonkrieg gefallen und seitdem vermisst worden war. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, es handele sich um eine gemeinsame Operation des Auslandsgeheimdienstes Mossad und der Armee. 

Der Panzersoldat Zvi Feldman war demnach während eines Kampfes bei Sultan Jakub gefallen und galt seitdem als verschollen. Dort hatte es eine Schlacht zwischen israelischen und syrischen Truppen gegeben, mehrere israelische Soldaten galten danach als vermisst. Die israelische Armee teilte mit, die Leiche Feldmans sei »im Herzen Syriens« gefunden und nach Israel gebracht worden. Er sei mithilfe von DNA-Tests identifiziert worden. Netanjahu sei anwesend gewesen, als die Familie informiert wurde. 

Gefährlicher Einsatz mitten in Syrien

Das israelische Nachrichtenportal »Ynet« berichtete, Mossad-Mitarbeiter hätten ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um die Leiche von Feldman zu finden. Sie seien fünf Monate lang weit von der israelischen Grenze entfernt in Syrien im Einsatz gewesen. Die Operation habe noch vor dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad begonnen. Die Mitarbeiter, bei denen es sich nicht um Israelis gehandelt habe, hätten immer wieder heimlich auf einem bewachten Friedhof gegraben. Wo genau sich dieser befindet, wurde nicht erwähnt. »Sie haben Fundstücke gebracht, und nach einem DNA-Test wussten wir, dass wir am richtigen Ort sind«, sagte einer der namentlich nicht genannten Beteiligten an der Operation. Auch der Fund des Overalls von Feldman sei ein wichtiges Indiz gewesen. 

Vor sechs Jahren war bereits die Leiche eines zweiten Soldaten übergeben worden, der damals ebenfalls getötet worden war. Russland hatte Israel damals bei der Suche nach den sterblichen Überresten des Soldaten geholfen. Laut Kremlchef Wladimir Putin wurden die Überreste von russischen Spezialeinheiten bei einem Einsatz in Syrien entdeckt. Israel ließ später zwei syrische Gefangene frei, offensichtlich als Gegenleistung für die Übergabe der Leiche. dpa/ja

Knesset

Netanjahu schließt türkische und katarische Truppen in Gaza aus

Der Ministerpräsident räumt ein, es habe mit Washington »eine gewisse Auseinandersetzung« über Gaza gegeben. Die Opposition wirft ihm Versagen vor

 20.01.2026

Jerusalem

Zwei Säuglinge sterben in illegaler ultraorthodoxer Krippe

Erschütternde Zustände in der überfüllten Einrichtung in dem ultraorthodoxen Stadtteil Romema kommen ans Licht

von Sabine Brandes  20.01.2026

Gazastreifen

Trump lädt Netanjahu und Putin in »Friedensrat« ein

Das Gremium soll den Wiederaufbau und die Verwaltung überwachen. Auch der israelische Premier soll dabei sein

von Sabine Brandes  19.01.2026

Hamas-Massaker

»Keine Ausreden mehr«

Vor und in der Knesset gibt es Proteste, als die Anhörungen zur politischen Untersuchung zu den Versäumnissen vor dem 7. Oktober beginnen

von Sabine Brandes  19.01.2026

Verhandlungen

Eltern der letzten Geisel fordern Ultimatum an Hamas

Die Angehörigen fürchten, dass Ran Gvili, der getötete israelische Polizist, in Phase zwei »in Gaza zurückgelassen« wird

von Sabine Brandes  18.01.2026

Trauer

»Verzeih, dass ich dich in eine grausame Welt brachte«

Kfir Bibas, das rothaarige Baby, das von palästinensischen Terroristen entführt und in Gaza ermordet wurde, wäre am Sonntag drei Jahre alt geworden

von Sabine Brandes  18.01.2026

Geiseln

»Die Liebe hat gesiegt«

Die Israelis wählen »Habaita« zum Wort des Jahres. Es enthält ein Versprechen: zurück »nach Hause«. Dort geht für die Entführten das Leben weiter. Zwei Paare, die der Terror trennte, haben sich nun verlobt

von Sabine Brandes  18.01.2026

Nahost

Israel verärgert wegen personeller Besetzung von Gaza-Gremium

Ranghoher US-Beamter reagiert auf Kritik Netanjahus: »Das ist unsere Show, nicht seine Show.«

 18.01.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Rachel Goldberg-Polin veröffentlicht Memoiren

Die Mutter der getöteten Hamas-Geisel Hersh Goldberg-Polin: »Ich setzte mich hin, um meinen Schmerz aufzuschreiben, und heraus strömten Verlust, Leid, Liebe, Trauer, Hingabe, Kummer, Verehrung und Zerrissenheit«

 16.01.2026