Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Beeka-Ebene im Libanon gilt als Hisbollah-Hochburg Foto: picture alliance / Mika Schmidt

Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge trotz formell geltender Waffenruhe erneut Ziele der vom Iran unterstützten Terror-Miliz Hisbollah im Libanon. Zuvor hatte die Hisbollah israelische Soldaten mit einer Drohne angegriffen. Dabei starb ein 19-jähriger Soldat. Die israelische Armee sagte am Nachmittag, sie habe begonnen, Infrastrukturanlagen der Miliz im Süden sowie in der Bekaa-Ebene im Nachbarland ins Visier zu nehmen. Die Bekaa-Ebene erstreckt sich im Osten des Landes. Das israelische Militär hat dort seit Beginn der Feuerpause nicht mehr angegriffen.

Bislang mehr als 2.500 Tote im Libanon

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, dort habe Israels Armee Orte angegriffen, die als Hochburgen der Hisbollah gelten. Demnach gab es am Nachmittag auch heftige Angriffe der israelischen Luftwaffe in mehreren Orten im Süden des Landes. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

Insgesamt starben bei den jüngsten Auseinandersetzungen seit Anfang März im Libanon mehr als 2.500 Menschen, wie das Gesundheitsministerium in Beirut mitteilte. Über 7.800 wurden demnach verletzt.

Israelischen Medien zufolge hatten sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Israel Katz und weitere hochrangige Sicherheitsvertreter zuvor getroffen, um über Verstöße der Hisbollah gegen die Waffenruhe zu beraten.

Drohnenangriff der Hisbollah am Morgen

US-Präsident Donald Trump hatte die Feuerpause im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz vor wenigen Tagen verlängert. Netanjahu wies die Armee kürzlich dennoch dazu an, Ziele der Hisbollah »intensiv« anzugreifen. Die israelische Armee darf sich laut der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen, soll aber »offensive« Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen.

Auch die Hisbollah setzt ihr Angriffe weiter fort. Israel meldete am Morgen etwa erneut einen Drohnenangriff der Miliz auf den Norden des Landes. Dort wurde Raketenalarm ausgelöst. dpa/ja

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