Rettungsaktion

Hilfe für Gefangenen

Hassin sitzt bereits seit mehr als eineinhalb Jahren im Gefängnis. In einem Telefonat mit seinem Vater berichtete er von der Folter. Foto: Thinkstock

Der 20-jährige Ben Hassin, ein israelisch-kanadischer Staatsangehöriger, sitzt in einem arabischen Gefängnis und könnte schon bald zum Tode verurteilt werden. Ihm wird vorgeworfen, einen Mann ermordet zu haben. Doch Hassin beteuert, in Notwehr gehandelt zu haben. Jetzt ist eine großangelegte Hilfsaktion angelaufen, die Hassin befreien soll, allen voran von der Such- und Rettungsorganisation ZAKA.

Der drusische Knessetabgeordnete Hiob Kara hatte den Militärzensor vor einigen Tagen gebeten, die Nachrichtensperre aufzuheben. Mit Erfolg. Sofort danach machten er und der Vater des jungen Israelis, Ilan Hassin, einige Details der dramatischen Geschichte öffentlich und baten die Bevölkerung zu spenden. Versuche des Außenministeriums, eine Freilassung zu erreichen, waren zuvor gescheitert, heißt es.

IS Hassin war in das (nicht genannte) arabische Land gereist, um seine Großeltern, die noch dort leben, zu besuchen. Israel hat keine diplomatische Vertretung in diesem Land. Nach Angaben des Vaters entschloss sich der 20-Jährige dort, freiwillig dem Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat beizutreten. Eines Tages soll er während einer Kampfpause in einem Taxi gefahren sein. Als der Fahrer ihn Hebräisch sprechen hörte und erfuhr, dass er Israeli ist, habe er gedroht, ihn zu töten. Hassin habe daraufhin angeblich aus Notwehr auf den Fahrer geschossen, der drei Tage später seinen Verletzungen erlag.

Hassin sitzt bereits seit mehr als eineinhalb Jahren im Gefängnis. In einem Telefonat mit seinem Vater berichtete er von der Folter, die er über sich ergehen lassen musste. In dem Land sei es Brauch, dass die Familie des Opfers auf eine gerichtliche Verurteilung verzichten kann, wenn sie finanziell kompensiert wird. Die Summe beträgt 120.000 Dollar. Ist das gezahlt, will die Familie angeblich auf eine Verurteilung verzichten. Wie die Sprecherin der Organisation mitteilte, war das Geld schon binnen kürzester Zeit zusammengekommen.

Die Verhandlung, zunächst für den 29. Januar angekündigt, ist daraufhin für einige Wochen verschoben worden, gibt ZAKA an. Die Familie Hassin kann wieder hoffen.

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Thailand

Israelische Mutter und Tochter nach Angriff im Krankenhaus

Die Touristinnen wurden auf der Insel Koh Phangan von einem Mann attackiert, der zuvor Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisiert hatte. Eines der Opfer erlitt eine Gehirnblutung

 07.08.2026

Washington/Rom

USA: Annäherung bei Gesprächen zwischen Libanon und Israel

Man sei sich »nun deutlich näher« bei der Frage, was getan werden müsse, um die sogenannten Pilotzonen weiterzuführen und auszubauen, sagt ein Sprecher des US-Außenministeriums

 07.08.2026

Westjordanland

Mutter und Sohn entgehen Lynchversuch nach Irrfahrt in Dschenin

»Dutzende Araber versuchten, die Türen zu öffnen, warfen Steine auf uns und versuchten, uns anzuhalten«, sagt die Frau

 07.08.2026

Nahost

UNICEF-Erhebung: Kaum Mangelernährung bei Kindern in Gaza

»Im Gazastreifen herrscht keine Hungersnot«, heißt es im israelischen Außenministerium. Dies sei das eindeutige Ergebnis

 07.08.2026