Feiertage

Helm auf zum Gebet

Wünsche für ein sicheres Jahr Foto: idf

Viele von uns verbringen die Tage von Rosch Haschana im Kreis der Familie. Festessen, Synagogenbesuch, Zeit für ein wenig mehr Spiritualität als sonst. Auch in Israel hält das öffentliche Leben für diese zwei, drei Tage inne. In diesem Jahr allerdings steht das Neujahrsfest unter den besonderen Vorzeichen der Situation im Nachbarland Syrien. Nicht nur deshalb sind viele Soldatinnen und Soldaten der israelischen Armee frei nach dem Ausspruch »Der Hüter Israels ruht und schläft nicht« (Psalm 121) in Bereitschaft. Sie bewachen, berichten und halten die Verteidigungssysteme der IDF instand.

Doch trotz der aktuellen Situation bedeuten die Feiertage für viele reguläre Soldaten vor allem eines: Urlaub. Wer nicht zum Wachdienst eingeteilt ist oder sonstige Auflagen hat, darf heim. Auf das Zusammensein mit der Familie wird großen Wert gelegt.

Rabbinat Der Hauptrabbiner des Zentralkommandos, Oberstleutnant Yishai Eytan, ist schon lange davor mit dem Fest beschäftigt: »Rosch Haschana ist der längste jüdische Feiertag, und das setzt das Rabbinat natürlich vor halachische Herausforderungen«, sagt er. »Die Rabbinatsabteilung ist verantwortlich für viele logistische Fragen, wie die Verteilung von religiösem ›Equipment‹, zum Beispiel Schofarot und speziellen Gebetbüchern für die Feiertage.«

Rabbiner Eytan erzählt auch von einem populären Projekt des Rabbinats: »Vom Anfang des Monats Elul an liest ein Großteil der Juden in Israel Selichot, die Vergebungsbitten. Bei der IDF finden passend dazu fast tagtäglich sogenannte ›Selichot-Touren‹ statt, mit teilweise Hunderten von Teilnehmern.« Die Touren gehen quer durchs Land. Orte wie Sefad, Tiberias, Meron, Siedlungen in Samaria, Hebron, Tel Aviv und natürlich Jerusalem gehören zum Programm.

vortrag Es geht um die Stimmung des Neuanfangs, um das Begrüßen des kommenden Jahres. Ein Rabbiner hält einen Vortrag, es gibt einen Film, man besucht verschiedene Stätten und betet.» Schließlich sei die Armee eines Staates, der sich als jüdisch erklärt, auch verpflichtet, das Judentum in einer gewissen Form auszuleben, so Rabbiner Eytan.

Wie in der übrigen Gesellschaft gibt es auch in der Armee eine große nichtreligiöse Mehrheit. Dennoch sitzen Jahr für Jahr an den Feiertagen Religiöse, Traditionelle, Atheisten und vor allem religiöse Minderheiten – Drusen, Christen, Muslime – gemeinsam im Kasernen-Speisesaal. «Es ist etwas sehr Israelisches», meint Oberstleutnant Eytan, «so wie Nichtjuden als Bürger des Staates einer jüdischen Mehrheit und ihren Traditionen ausgesetzt sind, ist es auch in der Armee. Alle hören und erleben die Rituale. Aber wir zwingen niemandem etwas auf.»

Übrigens stellt das diesjährige Fest, an das sich gleich der Schabbat anschließt, nicht nur für Hausfrauen, sondern auch für die Verantwortlichen in den Armeeküchen eine besondere Herausforderung dar. Auch die Soldaten in den Kasernen wollen versorgt werden, und es darf nicht passieren, dass ihnen mitten am Feiertag oder gar am Schabbat die Verpflegung ausgeht.

Grüsse Wie jedes Jahr erscheint auch zu diesem Rosch Haschana ein Neujahrsgruß von Benny Gantz, dem Oberbefehlshaber, im Blog der IDF (idfblog.com). Die New-Media-Abteilung des Pressesprecheramtes filmt lachende Soldaten, die Schilder mit «Schana Tova»-Botschaften hochhalten, und lädt Feiertags-Grafiken auf die Facebook-Seite der wohl am besten sozial vernetzten Armee der Welt hoch. Auch für alleinstehende Soldaten wird gesorgt. Die Abteilung für soziale Anliegen kümmert sich mit Geldgutscheinen von Organisationen wie der Friends of the IDF und Einladungen zu Festmahlzeiten um die zumeist neu eingewanderten jungen Leute.

Was erwarten Soldaten von diesem Rosch Haschana? Die meisten antworten auf diese Frage offen und ehrlich: «Urlaub. Ruhe. Keinen Wachdienst und keine Weckrufe. Und ein wenig Pause von dem Stress und den ungewissen Erwartungen.»

Jerusalem

Israeli soll für Iran Anschlag auf Naftali Bennett geplant haben

Ein 22-jähriger Israeli soll für den iranischen Geheimdienst einen Anschlag auf Ex-Premier Naftali Bennett geplant und Sprengstoff hergestellt haben. Die Polizei ermittelt gegen mehrere Verdächtige

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Iran-Krieg

Israel vermeldet insgesamt 31 Kriegstote und 7500 Verletzte

Nach der Waffenruhe zieht Israel eine erste Bilanz des Krieges mit dem Iran – die IDF spricht von einer erfolgreichen Kampagne

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime gewaltsam begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026

Teheran

Landesweite Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Mehrere Autobahnen und Eisenbahnbrücken wurden angegriffen. Israels Premierminister Netanjahu bestätigt die Angriffe und sagt, dass die Ziele von den Revolutionsgarden genutzt würden

 07.04.2026 Aktualisiert

Teheran

Iran meldet Angriff auf Eisenbahnbrücke

Israels Militär droht mit Angriffen auf das iranische Schienennetz. Nur wenige Stunden später meldet der Iran die Bombardierung einer Eisenbahnbrücke

 07.04.2026

Haifa

Vier Opfer eines iranischen Angriffs als Mitglieder einer Familie identifiziert

Die Eheleute Wladimir Gershovitz und Lena Ostrovsky Gershovitz, deren Sohn Dimitri sowie dessen Frau Lucille-Jane sind am Sonntag bei einem Raketeneinschlag in Haifa getötet worden. Die Anteilnahme im Land ist groß

 07.04.2026