Israel

Heftige Regenfälle

Auch in der Hauptstadt regnet es: Jerusalem blieb aber von Unwettern verschont. Foto: Flash 90

Dicke dunkle Wolken und prasselnder Regen. Israel wird seit Donnerstagmorgen von heftigen Gewittern heimgesucht. Es sind die stärksten Niederschläge seit dem vergangenen Jahr. Überall im Land gibt es Überschwemmungen. In der Stadt Rechowot südlich von Tel Aviv wurden 50 Kinder und ihre zwei Kindergärtnerinnen mit Booten von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Es wurde niemand verletzt.

Der Regen hält vor allem die Israelis im Norden und im Zentrum in Atem. Die Winde haben 90 Kilometer in der Stunde erreicht. Auf dem Berg Hermon an der Grenze zu Syrien wird der erste Schneefall erwartet. Die Temperaturen in den nördlichen Regionen fielen bis auf drei Grad Celsius. In Tel Aviv, Raanana und Aschdod waren einige Straßen gesperrt, die von Wassermassen überflutet waren. Auch fielen zahlreiche Ampeln aus und sorgten für Verkehrschaos. Die Polizei sprach besondere Warnungen für Autofahrer aus.

BLITZFLUTEN Jerusalem blieb weitgehend von den Unwettern verschont. Doch im Süden gibt es Sandstürme und Warnungen vor Blitzfluten, wie sie oft auf der ausgetrockneten Erde wie aus dem Nichts entstehen, sogar wenn es in der Gegend keinen Regen gibt. Im April dieses Jahres waren dabei zehn Abiturienten ums Leben gekommen. Sie waren bei schlechtem Wetter in einem ausgetrockneten Flussbett gewandert, als die Wassermassen heranrasten und sie mitrissen. Viele Wanderwege in der judäischen und in der Negevwüste sind jetzt für Besucher geschlossen. Die israelische Natur- und Parkbehörde sprach zudem ein generelles Verbot für die kommenden Tage aus, Flussbette zu betreten oder zu befahren.

Auch in der jordanischen Wüste werden wieder blitzartige Überschwemmungen erwartet. Hierbei waren im Oktober 21 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Schulkinder. Israelische Soldaten hatten gemeinsam mit den Jordaniern an den Rettungs- und Bergungsarbeiten teilgenommen. Die Regierung im Königreich installierte daraufhin Sirenen, die vor ankommenden Wassermassen warnen. Sie waren am Donnerstag zum ersten Mal in der berühmten Ausgrabungsstätte Petra, ein Weltkulturerbe, aktiviert worden, damit sich Touristen auf höheres Terrain in Sicherheit bringen konnten.

Die Unwetter sollen noch bis Samstag andauern und am Nachmittag oder Abend langsam abschwächen, gab der meteorologische Dienst in Israel an.

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