Israel

Hamas zwang weibliche Geiseln, Folter-Videos zu sehen

Die früheren Geiseln Agam Berger, Karina Ariev, Daniella Gilboa, Naama Levy, und Liri Albag Foto: picture alliance / Newscom

Die drei kürzlich von der Hamas freigelassenen drei IDF-Soldatinnen Karina Ariev, Daniella Gilboa und Naama Levy wurden während ihrer Geiselhaft gezwungen, Videoaufnahmen anzusehen, auf denen männliche Geiseln gefoltert wurden. Dies erklärte die Mutter einer von ihnen gegenüber dem israelischen TV-Sender Kanal 12.

Die Mutter der 19-jährigen Liri Albag, einer weiteren jungen Frau, die mit den Soldatinnen frei kam, zitierte im selben Interview ihre Tochter: »Ich bin aus der Hölle, die wir dort durchgemacht haben, herausgekommen, aber die Männer, die Soldaten, machen Schlimmeres durch als wir«, sagte sie demnach.

Liri Albag, Karina Ariev, Daniella Gilboa und Naama Levy waren am 25. Januar im Rahmen der Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der Hamas freigelassen worden. Ihnen schien es den Umständen entsprechend gut zu gehen. Zumindest sahen sie gesund aus.

Gewürgt, gefesselt, geknebelt

Später freigelassene männliche Geiseln waren hingegen abgemagert und wirkten nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Präsident Isaac Herzog wie Holocaust-Überlebende, die aus einem KZ befreit wurden. Einer von ihnen musste vor der Freilassung wieder laufen lernen, da er 15 Monate lang in Terror-Tunneln der Hamas angekettet gewesen war. Die Geiseln wurden von den Palästinensern gewürgt, gefesselt, mit Stoff bis kurz vor der Erstickung geknebelt und kopfüber aufgehängt.

Lesen Sie auch

»Die Terroristen legten auch Wert darauf, ihnen Videos zu zeigen und ihnen alles Mögliche mitzuteilen, was sie (die männlichen Geiseln) dort durchmachten, dass sie hungerten… alles Mögliche, was wirklich hart ist«, sagte Shira Albag, die Mutter von Liri. »Selbst heute, wo sie hier sind, wissen wir nicht alles genau, was sie durchgemacht haben.«

Die Mutter von Daniella Gilboa gab an, ihre Tochter sei von ihren Geiselnehmern gezwungen worden, sich für ein Terrorpropaganda-Video tot zu stellen. Deshalb verbreiteten sich vor einigen Wochen Gerüchte, wonach sie nicht mehr am Leben sei. Die Terroristen schütteten Staub und Schutt über sie, da sie der Welt glaubhaft machen wollten, sie sei bei einem Angriff der israelischen Luftwaffe umgekommen.

Bild angeblicher Leiche

Laut ihrer Mutter entschuldigte sich Daniella Gilboa nach ihrer Freilassung dafür, zu dem Eindruck beigetragen zu haben, dass sie tot sei, obwohl es die Hamas war, die diese menschenverachtenden Methoden angewendet hat.

Im November hatte ein Sprecher der Terroristen erklärt, eine weibliche Gefangene des Feindes sei »in einem von den Zionisten angegriffenen Gebiet im nördlichen Gaza-Streifen getötet« worden. Auch dies war eine Lüge. Ein verschwommenes Bild von einer angeblichen Leiche verursachte damals Befürchtungen, es könne sich um Daniella Gilboa handeln.

Weiterhin befinden sich 76 Geiseln in den Händen der Terroristen, von denen offenbar 35 nicht mehr am Leben sind.

Wahlkampf

Who’s who in Jerusalem?

Israels Parteien buhlen nicht nur um potenzielle Wähler, sondern auch um mögliche Bündnisse

von Sabine Brandes  05.08.2026

Inflation

Perücken-Preisexplosion in Israel: 11.000 Euro für einen Scheitel

Orthodoxe Kopfbedeckungen werden auch für Männer immer teurer. Das Rabbinatsgericht von Chabad soll endlich Preiskontrollen einführen, fordert eine Anwältin

 05.08.2026

Nachrichten

Preise, Geisel, Beben

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  05.08.2026

Meinung

Danke, Boy George!

Wie die 80er-Jahre-Ikone gegen alle Widerstände für Israel eintritt, verdient unseren Dank

von Sophie Albers Ben Chamo  05.08.2026

Jerusalem

Netanjahu weist Entwaffnungsplan für Hamas in vorliegender Form zurück

Der israelische Ministerpräsident: »Wir werden unsere derzeitigen Linien nicht verlassen, bis die Hamas vollständig entwaffnet ist.«

 05.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 05.08.2026

Tel Aviv/Gaza

Israel verschärft Regeln für Angriffe in Gaza

Der Friedensrat fordert das Ende aller Kampfhandlungen. Berichten zufolge ist die Zahl der israelischen Angriffe gegen den Terror wegen einer neuen IDF-Auflage nun zurückgegangen

 05.08.2026

Jerusalem

Bericht enthüllt Verbindungen zwischen Palästina-Aktivisten und Terroristen

Das israelische Diaspora-Ministerium hat eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigen soll, wie israelfeindliche Aktivisten aus den USA die Nähe zu Terrororganisationen suchen

 04.08.2026

Rom

Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah halten an. Doch gleichzeitig gehen direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon weiter. Worum geht es dabei?

 04.08.2026