Nachkriegsordnung

Hamas will 10.000 eigene Polizisten im Gazastreifen

Eine Polizeistreife in Gaza-Stadt Ende Januar Foto: picture alliance / Anadolu

Die islamistische Terrororganisation Hamas strebt eine Übernahme von 10.000 eigenen Polizisten in eine künftige palästinensische Verwaltung für den Gazastreifen an. Ein mit der Angelegenheit betrauter Hamas-Funktionär sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe unter Beteiligung internationaler Vermittler eine entsprechende Vereinbarung mit den USA. Alle Kandidaten würden einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen. 

Eine unabhängige Bestätigung liegt derzeit nicht vor. Israel hat bislang jede Beteiligung der Hamas an einer künftigen Regierung im Gazastreifen abgelehnt.

Als Grund für die Übernahme führte der Hamas-Funktionär an, die eigenen Polizisten seien mit der Realität im Küstenstreifen am besten vertraut. Die Hamas gilt jedoch als äußerst korrupt und hat in Phasen der Waffenruhe immer wieder Palästinenser öffentlich erschießen lassen, die sie der Zusammenarbeit mit Israel bezichtigten.

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Der Hamas-Funktionär betonte, dass mit dem Schritt vermieden werde, dass entlassene Polizisten sich zu radikalen Gruppen zusammenschließen. Er verwies dabei auf die Situation nach dem Sturz von Langzeitdiktator Saddam Hussein im Irak. 

Der damalige Chef der Übergangsverwaltung, Paul Bremer, löste im Mai 2003 per Dekret das irakische Militär und die Sicherheitsdienste auf. Hunderttausende bewaffnete und ausgebildete Männer wurden entlassen. Die Ausgrenzung schuf ein Potenzial für den bewaffneten Widerstand gegen die US-geführte Koalition. Ehemalige Offiziere Saddams bildeten später das militärische Rückgrat und die Führung der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS). dpa/ja

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