Israel

Gesundheits-Chefin erhält Polizeischutz

Sharon Alroy-Preis in Begleitung eines Personenschützers Foto: Flash 90

Die Leiterin des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Israel, Sharon Alroy-Preis, erhält nach Morddrohungen Polizeischutz. Laut Medienberichten stammen die Drohungen von Gegnern der Impfung gegen das Coronavirus. Ein Sprecher des Ministers für innere Sicherheit, Omer Bar-Lev, wollte dies am Sonntag nicht bestätigen. Man habe sich nach einem entsprechenden Tweet des Ehemanns zu der Maßnahme entschieden, sagte er.

In dem Tweet schreibt der Ehemann von konkreten Drohungen gegen das Leben seiner Frau, von veröffentlichten Telefonnummern in sozialen Netzwerken und expliziten Drohanrufen.

desinformationskrieg Ministerpräsident Naftali Bennett hatte am Donnerstag gesagt: »Der Desinformationskrieg der Impfgegner gegen Dr. Sharon Alroy-Preis und andere muss aufhören. Ignoriert die Falschnachrichten, lasst euch impfen.«

In einem Schreiben aus dem Ministerium an die Mitarbeiter des Gesundheitswesens ist ebenfalls die Rede von »extremen« Aussagen von Gegnern der Regierungsmaßnahmen gegen das Coronavirus – vor allem Impfgegnern. Auch Drohungen sollten den Vorgesetzten gemeldet werden, heißt es dort.

Israel galt in der Corona-Pandemie lange Zeit als Vorreiter in Sachen Impfkampagne. Das Land hat bereits Ende Juli damit angefangen, eine dritte Impfung als Auffrischung anzubieten. Mittlerweile sind laut Gesundheitsministerium 42 Prozent der 9,4 Millionen Einwohner dreifach geimpft, 62 Prozent zweifach.

kinderimpfung Es gibt bereits eine Diskussion darüber, bald die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren grundsätzlich zu genehmigen. Schon seit Ende Juli erlaubt die Regierung in extremen Ausnahmefällen eine Impfung gegen das Coronavirus in dieser Altersgruppe. Die Ausnahmen sollen für Kinder gelten, die besonders gefährdet seien, im Falle einer Corona-Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben, hieß es damals.

Seit Anfang September sinken die Zahlen der registrierten Neuinfektionen deutlich. Das Ministerium meldete am Sonntag 224 neue Fälle für den Vortag. dpa

Essay

Erinnerungen an Schawuot in Be’eri

Unsere Autorin ist in dem Kibbuz aufgewachsen, der durch das Massaker traurige Bekanntheit erlangte. Eines der prägendsten Feste ihrer Kindheit war das Wochenfest – wird jene Freude je wieder zurückkehren?

von Eshkar Eldan Cohen  21.05.2026

Wahlen

Arabisch-israelisches Zünglein an der Waage?

Der Aktivist Yoseph Haddad will den Sprung in die Politik wagen und könnte im festgefahrenen Rennen um die Knesset entscheidend sein

von Sabine Brandes  21.05.2026

Aschkelon

Israel schiebt Hunderte Flottillen-Aktivisten ab

Während die ausländischen Flottillenaktivisten vom Flughafen Ramon aus ausgeflogen werden, steht die israelische Teilnehmerin Zohar Regev in Aschkelon vor Gericht

 21.05.2026

Jerusalem

»Nicht das Gesicht Israels«: Sturm der Entrüstung gegen Ben-Gvir

Der rechtsextreme Politiker steht in der Kritik, weil er ein Video veröffentlichte, in dem Aktivisten der Gaza-Flotille gedemütigt werden. Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu distanzierte sich von seinem Minister

von Sabine Brandes  21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Meinung

Das entspricht nicht der Essenz unseres Landes!

Man muss keine Sympathie für die Aktivisten der Gaza-Flotille haben, um die Art abzulehnen, wie Itamar Ben-Gvir mit ihnen umgegangen ist. Der Minister hat dem Ansehen Israels geschadet

von Sarah Cohen-Fantl  21.05.2026

Herzliya

Israelische Studie: Sexy Profilbilder können Dating-Erfolg mindern

Eine Untersuchung der Reichman University zeigt: Stark sexualisierte Fotos in Dating-Profilen erzeugen zwar Aufmerksamkeit, schmälern aber die Chancen auf eine ernsthafte Beziehung

 21.05.2026

Würdigung

»Wo andere laut schweigen, lässt sie sich nicht unterkriegen«

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt in seiner Laudatio auf die Jüdische Allgemeine die Verdienste der Redaktion - und ihren Mut

von Abraham Lehrer  21.05.2026