Nachrichten

Gemälde, Grenze, Baby

Porträt des Künstlers Amedeo Modigliani Foto: picture alliance / dpa

Gemälde
Röntgenaufnahmen von Amedeo Modiglianis Gemälde »Akt mit Hut« aus dem Jahr 1908 bescherten den Kuratoren des Hecht-Museums in Haifa eine Überraschung: Drei unvollendete Skizzen des gefeierten jüdisch-italienischen Künstlers versteckten sich unter der Oberfläche. Das Bild war schon zuvor eine bekannte Kuriosität, denn auf der Rückseite der Leinwand befindet sich kopfüber ein etwas früheres Gemälde, »Portrait of Maud Abrantes«, derselben Frau wie in »Akt mit Hut«. Kürzlich wurde das Bild im Rahmen einer forensischen Untersuchung von Modiglianis Werk für eine bevorstehende Ausstellung in Philadelphia geröntgt. In Erwartung weiterer Details des kaum sichtbaren dritten Porträts entdeckten die Kuratoren stattdessen zwei weitere unvollendete Skizzen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar waren. Experten gehen davon aus, dass der Künstler aus Geldmangel eine Leinwand für fünf Porträts nutzte.

Grenze
Seit einigen Monaten stehen die Ministerin für Verkehr und ihr Team in Kontakt mit amerikanischen, palästinensischen und marokkanischen Vertretern, heißt es aus dem Büro von Merav Michaeli. Es geht um den Grenzübergang Allenby zwischen Israel und Jordanien. Der soll demnächst 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein. Weitere Fortschritte dabei wurden mit dem Besuch von US-Präsident Joe Biden in Israel erzielt. Mit der Maßnahme sollen »die regionalen Bindungen und die Zusammenarbeit sichergestellt und Israels Wirtschaft beim Transport von Passagieren, Arbeitern und Gütern gestärkt werden«.

Baby
Mehrere Monate, nachdem Israel die Leihmutterschaft für gleichgeschlechtliche Paare möglich gemacht hat, ist das erste Wunschkind für ein schwules Paar bereits unterwegs. Anfang des vergangenen Monats zeigten vorläufige Untersuchungen, dass ein Embryo erfolgreich auf die Leihmutter eines Paares in den Dreißigern aus Zentralisrael übertragen wurde. Der Arzt Itay Bar-Hava, der das Verfahren durchführte, sagte, dass gleichgeschlechtliche Paare und alleinstehende Männer nun in der Lage sein werden, Kinder durch Leihmutterschaft zu bekommen, ohne ins Ausland reisen und sich mit einem anderen Gesundheitssystem auseinandersetzen zu müssen. Dies ist oft ein sehr teures Unterfangen.

Müll
In drei bis vier Jahren wird Israel keine zugelassenen Mülldeponien mehr haben, heißt es in einem neuen Bericht des staatlichen Rechnungsprüfers Matanyahu Englman. Die Israelis erzeugten im Jahr 2019 durchschnittlich 680 Kilogramm Abfall pro Kopf. Im Vergleich dazu lag der Durchschnitt in den OECD-Ländern bei 538 Kilogramm. Im Jahr 2020 wurden 3,15 Millionen von den insgesamt 4,66 Millionen Tonnen Abfall aus dem ganzen Land im Süden vergraben. Die Untersuchung ergab auch, dass Israel bereits im Jahr 2020 nur noch genug Platz für rund 14,5 Millionen Tonnen Müll hatte – insgesamt. Es wird erwartet, dass fünf Deponien im Jahr 2022 geschlossen werden und in drei bis vier Jahren der Platz für Müll gänzlich ausgehen wird. Englman stellte zudem fest, dass das Abfallaufkommen in den vergangenen zehn Jahren um 2,6 Prozent pro Jahr gestiegen ist.

Ärger
Ein Mitglied des US-Geheimdienstes wurde während des Besuchs von US-Präsident Biden nach Hause geschickt, nachdem er von der Polizei wegen einer Auseinandersetzung mit einer Frau in Jerusalem festgenommen worden war. Laut israelischen Medienberichten sagte die Frau, das Mitglied des »Counter Assault Team« habe sie vor einer Bar auf dem Machane-Yehuda-Markt angegriffen, als sie ihm zu verstehen gab, er sei betrunken und verhalte sich unangemessen. Nachdem der Agent von der Polizei festgenommen und verhört worden war, wurde er ohne Anklageerhebung freigelassen und in die USA zurückgeschickt.

Auszeit
Umweltministerin Tamar Zandberg hat angekündigt, eine Pause von der Politik einzulegen und nach neun Jahren in der Knesset bei den anstehenden Wahlen nicht mehr anzutreten. Zandberg schrieb auf Facebook, dass sie ihre linke Meretz-Partei während des Wahlkampfs weiterhin unterstützen und ihre Ministerpflicht bis zum Ende erfüllen werde. Allerdings müsse die Fraktion ohne sie in die nächsten nationalen Wahlen gehen, den fünften seit 2019. »Irgendwann fühlt sich das Rad des Ruhms, auf dem jeder Politiker zu bleiben versucht, an wie ein Kreisverkehr in einem Rennen ins Nirgendwo. Dies ist meine Zeit zum Aussteigen«, so Zandberg.

Krieg

Wo Raketen fliegen, bleiben Klassenzimmer leer

In Kiriat Schmona und anderen nördlichen Gemeinden brechen die Schülerzahlen wegen des Dauerbeschusses der Hisbollah trotz Waffenstillstand ein

von Sabine Brandes  27.05.2026

Wirtschaft

Elbit Systems erhält 1,4-Milliarden-Dollar-Auftrag aus Europa

Es geht um ein umfassendes Modernisierungspaket für Streitkräfte, das über einen Zeitraum von fünf Jahren umgesetzt werden soll

 27.05.2026

Jerusalem

Bildung: Israels Muslimas haben Vorsprung vor Männern

In der israelischen Arbeitswelt stellt sich die Situation anders dar

 27.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  27.05.2026

Jerusalem

Nach Kritik: Katz nimmt Kürzungen für Grenzorte am Gazastreifen zurück

Wegen Haushaltsproblemen hatte die Regierung mehrere Posten nicht länger finanzieren wollen

 27.05.2026

Jerusalem

Shin Bet zerschlägt Terrorzelle in Ost-Jerusalem

Im Zentrum der Ermittlungen steht Salah Hamouri, ein PFLP-Aktivist mit französischer Staatsbürgerschaft

 27.05.2026

Jerusalem

Israel bestätigt Tod des neuen Hamas-Führers in Gaza

»Mohammed Odeh gehörte zu den letzten Kommandeuren der Hamas, die an der Planung und Ausführung des Massakers vom 7. Oktober beteiligt waren«, teilen Armee und Schin Bet mit

 27.05.2026

Kommentar

Was hat Künstliche Intelligenz mit Antisemitismus zu tun?

Ein Zwischenruf von dem Holocaust-Überlebenden Roman Haller

von Roman Haller  27.05.2026

Gaza

Israel nach Angriff auf Top-Terroristen: »Wir werden sie alle früher oder später fassen«

Kürzlich tötete Israel den Militärchef der Hamas, Iss al-Din al-Haddad. Nun hat die Armee laut Ministerpräsident Netanjahu auch dessen Nachfolger ins Visier genommen

 26.05.2026