Jerusalem

»Deutschland steht an der Seite Israels«

Erste Begegnung: Steinmeier traf am Nachmittag in Jerusalem Ministerpräsident Naftali Bennett. Foto: Copyright (c) Flash 90 2021

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Israel die Partnerschaft Deutschlands auch unter einer neuen Bundesregierung zugesagt. »Deutschland wird weiterhin an der Seite Israels stehen, und Israel kann weiterhin auf die Freundschaft meines Landes zählen«, sagte er am Donnerstagabend in seiner Tischrede beim Staatsbankett in Jerusalem.

»Ganz gleich, wie schnell die Welt sich verändert, ganz gleich, wer demnächst Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler sein wird, wir werden unser Bestes tun, um der einzigartigen Freundschaft zwischen Israel und Deutschland auch in Zukunft gerecht zu werden«, erklärte der Bundespräsident.

Steinmeier versichert: »Lieber Ruvi, deine Amtszeit endet, unsere Freundschaft bleibt.«

Steinmeier war am Mittwoch zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Israel eingetroffen. Er wurde am Donnerstag von Staatspräsident Reuven Rivlin mit militärischen Ehren begrüßt. Mit ihm führte er anschließend ebenso ein ausführliches Gespräch wie mit dessen schon gewähltem Nachfolger Isaac Herzog. Später traf sich Steinmeier auch mit dem neuen israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Außenminister Yair Lapid.

Rivlin und Steinmeier betonten angesichts der politischen Umbrüche in ihren Ländern die gemeinsamen Interessen. In Israel regiert seit kurzem eine Acht-Parteien-Koalition, in Deutschland bahnt sich bei der Bundestagswahl im Herbst ein Regierungswechsel an. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich aus der Politik zurückziehen.

Wie Rivlin wies auch Steinmeier auf die vom Iran ausgehende destabilisierende Wirkung für die ganze Region hin.

Beide Staaten kämpften gegen Antisemitismus, Rassismus und Hass, sagte Rivlin in seiner Ansprache vor dem Gespräch mit Steinmeier. Merkel sei dabei eine »enge Mitstreiterin«.

Wie Rivlin wies auch Steinmeier auf die vom Iran ausgehende destabilisierende Wirkung für die ganze Region hin. »Es geht uns darum, dass wir auf jeden Fall verhindern müssen, dass sich der Iran nuklear bewaffnet.« Uneinig seien sich Deutschland und Israel allenfalls in der Frage, wie dies geschehen könne.

Steinmeier ging auch auf den israelisch-palästinensischen Konflikt ein. »Eine gute Zukunft wird es am Ende nicht geben ohne eine politische Lösung«, betonte er. Er habe so recht noch keine Alternativen zur Zweistaatenlösung gehört. Im Moment gehe es vor allem darum, »ein Mindestmaß an Vertrauen zwischen der neuen israelischen Führung und der palästinensischen Seite aufzubauen«.

»Ich habe den festen Willen spüren können, dass dieses keine Koalition auf kurze Zeit sein soll.«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Nach den Gesprächen mit Bennett und Lapid sagte Steinmeier, sein Eindruck sei, dass auf allen Seiten in der Acht-Parteien-Koalition die nötige Bereitschaft zum Kompromiss bestehe. »Aber nicht nur das: Ich habe auch den festen Willen spüren können, dass dieses keine Koalition auf kurze Zeit sein soll, sondern dass man sich einrichtet auf eine Dauerhaftigkeit, auf eine dauerhafte Regierung.«

Steinmeier und Rivlin sind eng miteinander befreundet und nutzten den Besuch, um voneinander Abschied zu nehmen. Seine Freundschaft mit Steinmeier sei »ein Beweis dafür, dass die Beziehungen zwischen Völkern auf persönlichen Treffen aufbauen«, sagte Rivlin. Steinmeier versicherte ihm: »Lieber Ruvi, deine Amtszeit endet, unsere Freundschaft bleibt.«

Westjordanland

Zwei israelische Soldaten sterben bei Terroranschlag

Ron Yonatan Roytman (23) und Yuval Shai Svilem (20) erlagen ihren Verletzungen. Drei weitere IDF-Soldaten wurden in dem Feuergefecht verletzt

 23.10.2026

Terroranschlag bei Hebron

Netanjahu kündigt größte Militäraktion im Westjordanland seit 1967 an

»Die gesamte terroristische Infrastruktur wird aufgespürt und zerstört«, erklärt der Ministerpräsident am Anschlagsort im Westjordanland

 23.10.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Terroranschlag nahe Hebron: Was bislang bekannt ist

Bei dem Angriff starben zwei israelische Soldaten, drei wurden verletzt. Die Angreifer konnten getötet werden

 23.10.2026 Aktualisiert

Demokratie

Auf der Zielgeraden

Am 27. Oktober werden die Parteien anhand von Buchstaben auf den Wahlzetteln gewählt. Politische Notizen und Personalien

von Sabine Brandes  23.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 23.10.2026

Westjordanland

Israel macht Hamas für Anschlag bei Hebron verantwortlich

Drei Menschen wurden bei dem Angriff auf einen Kontrollposten im Westjordanland verletzt, zwei getötet. Die Terroristen sollen der Hamas angehört haben

 23.10.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Angehörige der Opfer des 7. Oktober wollen Wähler an Schicksale erinnern

Zu den Teilnehmern gehört Jochewed Lifschitz, die zusammen mit ihrem Mann Oded nach Gaza verschleppt worden war. Die Hamas ermordete ihn in Geiselhaft

 23.10.2026

Jerusalem

Zehntausende Israelis reisen für die Parlamentswahl aus dem Ausland an

Die Initiative Fly&Vote spielt eine große Rolle. Sie musste sich gegen eine Klage des Likud wehren

 23.10.2026

Westjordanland

Nach Terroranschlag: Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlandes vor

An einem IDF-Kontrollpunkt bei Hebron schossen zwei 27-jährige Palästinenser auf Menschen. Bei dem Anschlag wurden mehrere Menschen verletzt. Die beiden Attentäter wurden von Soldaten erschossen

 23.10.2026 Aktualisiert