Israel

Fünf persische Israelis wegen Spionage für den Iran festgenommen

Schin-Bet-Chef Nadav Argarman (hier im November 2019) Foto: Flash90 2018

Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat bereits im Dezember fünf israelische Staatsbürger, vier davon Frauen, verhaftet. Ihnen wird Spionage für den Iran vorgeworfen, wie jetzt bekannt wurde.

SOZIALE NETZWERKE Die Verdächtigen hätten zum Teil über Jahre hinweg einem Iraner namens Rambod Namdar gegen Bezahlung Fotos und Informationen von strategisch wichtigen Einrichtungen in Israel zukommen lassen und sogar versucht, Kontakt zu israelischen Politikern aufzunehmen, um so an Informationen zu gelangen. Eine der Festgenommenen habe zudem versucht, ihren Sohn davon zu überzeugen, beim Geheimdienst des israelischen Militärs anzuheuern.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Namdar habe sich auf seinen Facebook- und Instagram-Accounts als Jude ausgegeben. Zwar hätten die fünf Personen – allesamt Juden mit iranischem Hintergrund - zeitweise Verdacht geschöpft, dass er ein iranischer Agent sein könnte, ihren Kontakt zu Namdar aber dennoch nicht abgebrochen, so der Schin Bet.

VERDACHT Auf Anweisung des Iraners soll eine der Frauen Namdar Einzelheiten über die Sicherheitsvorkehrungen in einem Einkaufszentrum in Holon bei Tel Aviv übermittelt haben. Ihrem Ehemann wird vorgeworfen, von ihrer Verbindung zu dem iranischen Agenten gewusst und selbst mit ihm gesprochen zu haben.

Außerdem habe der Mann seine Frau zum US-Konsulat gebracht, um die Fotos von dem Gebäude zu machen, obwohl er »den Verdacht hatte, dass es sich um eine Person des iranischen Geheimdienstes handelt«, so der Schin Bet.

»Ich rufe die Bürger Israels auf, bei diesen Versuchen wachsam zu sein. Es kann sein, dass die Leute hinter den Informationen, die Sie konsumieren oder in den sozialen Netzwerken teilen, Iraner sind«, sagte Premierminister Naftali Bennett am Mittwoch als Reaktion auf den Fall. Jeder, der versuche, Israels Sicherheit zu schaden, werde enttarnt, so Bennett. mth

Meinung

Letzte Chance für die Linke

Viele Juden haben »Die Linke« schon abgeschrieben. Doch nach wie vor gibt es dort Mitglieder, die den Antisemitismus innerhalb der Partei bekämpfen. Hoffentlich setzen sie sich auf dem Bundestreffen in Potsdam durch

von Mascha Malburg  18.06.2026

Terror

Juden für Iran ausgespäht: Spionageprozess beginnt

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnt der Prozess gegen zwei Männer, die im Auftrag des Irans gezielt Juden und Israel-Freunde für Anschläge ausgespäht haben sollen

 17.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 17.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

TV-Tipp

Das Leben arabischer Transpersonen in Israel

Eine Arte-Dokumentation porträtiert Transpersonen aus Gaza, die im Exil in Tel Aviv den Traum ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu verwirklichen versuchen

von Manfred Riepe  17.06.2026

Wonderwerk-Höhle

Forscher finden älteste Spuren gezielter Feuernutzung

Auch die israelische Wissenschaftlerin Liora Kolska Horwitz von der Hebräischen Universität Jerusalem ist an der bahnbrechenden Entdeckung beteiligt

 17.06.2026

Jerusalem

Likud verzichtet auf Wahlkampf mit Trump-Nähe als zentralem Thema

Parteistrategen meinen, dass Benjamin Netanjahus Verbindung zum amerikanischen Präsidenten dem Ministerpräsidenten keinen Vorteil verschaffen würde. Hintergrund ist der neue Iran-Deal

 17.06.2026

Tel Aviv

Israelischer Luftwaffenchef: Geplanter Großangriff auf Iran kurz vor Start gestoppt

Generalmajor Omer Tischler sagt, die Einsatzkräfte seien bereits vollständig für die Mission vorbereitet gewesen

 17.06.2026

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026