Auszeichnung

»Fair auf Israel blicken, ohne Schaum vor dem Mund«

Josef Schuster Foto: picture alliance / HMB Media

Auszeichnung

»Fair auf Israel blicken, ohne Schaum vor dem Mund«

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat den Augsburger Friedenspreis erhalten. In seiner Dankesrede warb er für einen unvoreingenommenen Blick auf den jüdischen Staat

 17.11.2025 21:24 Uhr

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, ist am Montagabend mit dem Augsburger Friedenspreis ausgezeichnet worden. Schuster reihe sich in den Kreis der Preisträger ein, die zeigten, wie viel Kraft in persönlicher Haltung und Engagement stecke, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) laut Manuskript bei der Preisverleihung. Auch Schuster verurteilte in seiner Dankesrede den wachsenden Antisemitismus sowie einseitige Schuldzuweisungen an Juden und Israel im Gaza-Krieg.

Für fairen Blick auf Israel

Schuster sagte laut Manuskript, dass der Augsburger Friedenspreis für ihn ein Aufruf zum Handeln sei. »Denn Frieden entsteht nicht durch nette Worte und schon gar nicht durch betretenes Schweigen.« Frieden könne nur entstehen, wenn nicht mehr die Aggressoren mit den Angegriffenen verwechselt würden. »Ich würde mir wünschen, dass wir fair auf Israel blicken, ohne Schaum vor dem Mund«, sagte Schuster.

Er verstehe, dass der Gaza-Krieg die Menschen aufgewühlt habe. »Die Bilder der Zerstörung sind schrecklich, das Leiden der palästinensischen Zivilbevölkerung auch.«

Appell für friedvolles Miteinander

Der mit 12.500 Euro dotierte Friedenspreis wird seit 1985 von der Stadt Augsburg und der bayerischen evangelischen Landeskirche, in der Regel alle drei Jahre, für Verdienste um ein tolerantes und friedvolles Miteinander von Kulturen und Religionen vergeben. Bisherige Preisträger waren etwa Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow.

Der Name des Preisträgers oder der Preisträgerin wird traditionell am 8. August, dem Tag des Augsburger Friedensfestes, bekannt gegeben. Das Fest wird seit 1650 jedes Jahr gefeiert. Am 8. August 1629 wurde den Protestanten in Augsburg die Ausübung ihres Glaubens untersagt. Erst im Westfälischen Frieden 1648 erlangten sie die Gleichstellung mit der katholischen Kirche. epd

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Funde in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  30.06.2026

Folgen des 7. Oktober

Israel tötet Peiniger von Rom Braslavski

Rund zwei Jahre lang wurde der Deutsch-Israeli von Terroristen des Islamischen Dschihad gequält. Als er von der Tötung »Abu Yusufs« hört, bricht er in Tränen

 30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Internationales Rotes Kreuz

Knesset lehnt Gesetz zum Besuchsverbot für Häftlinge ab

Sicherheitsminister Ben-Gvir wollte den Zugang zu palästinensischen Sicherheitsgefangenen verwehren, doch der Gesetzentwurf scheitert an Stimmen der eigenen Koalition

von Sabine Brandes  30.06.2026

Bnei Brak

Rabbiner verflucht Israels Armeechef Eyal Zamir

Ein israelischer Soldat wurde wegen eines religiösen Aufnähers inhaftiert. Das und die geplante Einberufung von Charedim sorgt für Verärgerung bei den Ultraorthodoxen

 30.06.2026

Rüstungstechnologie

Israelische Raketenabwehr für Katar

Fotos beweisen, dass in katarischen Regierungsmaschinen Militärtechnologie von Elbit verbaut wurde. Dabei pflegen Israel und Katar nicht einmal diplomatische Beziehungen

 29.06.2026

Reaktionen

»Erster Schritt zum Frieden«

Während Jerusalem und Beirut das Abkommen begrüßen, weist die Hisbollah es entschieden zurück

von Sabine Brandes  29.06.2026

Jerusalem

Israel erkennt den Völkermord an den Armeniern an

Die historische Entscheidung birgt diplomatische Sprengkraft. Außenminister Sa’ar bezeichnete die Anerkennung als »moralische Pflicht«

von Sabine Brandes  29.06.2026