Israel

Experten empfehlen Kinderimpfung

Corona-Impfung in Jerusalem (Oktober 2021) Foto: Flash90

Ein Beratergremium der israelischen Regierung hat die Impfung von Kindern ab fünf Jahren gegen das Coronavirus empfohlen. Der Vorsitzende Boaz Lev bestätigte die mit großer Mehrheit getroffene Entscheidung am Mittwochabend vor Journalisten.

NOTZULASSUNG Sie muss noch vom Gesundheitsministerium gebilligt werden. Ende Oktober hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren vergeben.

Israel hat bereits seit Ende Juli in extremen Ausnahmefällen eine Impfung von Fünf- bis Elfjährigen gegen das Coronavirus erlaubt. Die Ausnahmen sollten für Kinder gelten, die besonders gefährdet seien, im Falle einer Corona-Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben, hieß es damals. Als Beispiele wurden vom Gesundheitsministerium unter anderem extreme Fettleibigkeit, schwere chronische Lungenkrankheiten oder Herzprobleme genannt.

NEUINFEKTIONEN Die Gruppe der bis Neunjährigen hat im Altersvergleich bereits seit Monaten den höchsten Anteil der registrierten Neuinfektionen – gefolgt von den 10- bis 19-Jährigen. Laut Ministerium stellen beide Gruppen zusammen rund 30 Prozent der Infizierten.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt in Israel allerdings seit zwei Monaten deutlich: Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwoch 458 Fälle für den Vortag – Anfang September waren es an einzelnen Tagen noch mehr als 11 000 gewesen.

Knapp 62 Prozent der 9,4 Millionen Einwohner sind demnach zweifach geimpft, 43 Prozent dreifach. Nach Medienberichten könnten rund eine Million Fünf- bis Elfjährige die Impfung erhalten. Bei einer Ende Oktober veröffentlichten Studie der israelischen Krankenkasse Meuchedet waren 48 Prozent der befragten Eltern davon überzeugt oder gingen davon aus, dass sie ihren Kindern die Impfung geben lassen wollten. dpa

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Interview

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

von Sabine Brandes  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Jerusalem

50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Fünf Jahrzehnte später stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit

von Hans Dahne  26.06.2026

Washington D.C.

Gespräche zwischen Israel und Libanon verlängert

Die USA drängen die beiden Staaten darauf, die Verhandlungen nicht ohne Ergebnis zu beenden. Deshalb sollen die Delegationen heute erneut zusammenkommen.

 26.06.2026

Medien

»Alle Juden haben genug von dir!« Trump soll Netanjahu angeschrien haben

Auslöser für den Streit war einem neuen Buch zufolge ein israelischer Angriff auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha

 26.06.2026

Jerusalem

Sa’ar will Anerkennung des Armenier-Genozids

Der israelische Außenminister will eine entsprechende Resolution zunächst im Kabinett einbringen. Anschließend soll sie der Knesset zur Abstimmung vorgelegt werden

 26.06.2026

Jerusalem

Isaac Herzogs Hubschrauber muss notlanden

Die Hintergründe

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026