Luftfahrt

EL AL fliegt bald wieder

Der Flughafen Ben Gurion wird am 16. Oktober wieder für den Betrieb geöffnet, zwei Tage später sollen dann EL-AL-Flugzeuge wieder dort starten und landen Foto: imago images/CHROMORANGE

Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen hat die israelische Regierung eine Lockerung der Flugbeschränkungen beschlossen. Von diesem Freitag an sollen Restriktionen am internationalen Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv für Reisende wieder aufgehoben werden, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag mitteilte. »Von Freitag an kann jeder, der es will, fliegen, wohin er will«, erläuterte die israelische Verkehrsministerin Miri Regev nach Medienberichten.

LOCKERUNG Seit Verhängung eines zweiten Lockdowns am 18. September waren internationale Flugreisen nur in Ausnahmefällen erlaubt. Aus dem Land ausreisen durften zuletzt nur Israelis, die vor Beginn einer Verschärfung des Lockdowns am 25. September Flüge gebucht hatten. Diese Beschränkung wäre mit den neuen Lockerungen wieder aufgehoben.

Es ist die erste Lockerungsmaßnahme seit Beginn des Lockdowns in Israel am 18. September. Andere Beschränkungen sollen mindestens bis kommenden Sonntag in Kraft bleiben. Ebenso bestehen bleibt vorerst das israelische Einreiseverbot für ausländische Reisende. Ausnahmen hiervon gelten nur für Personen, die einen Lebensmittelpunkt in Israel nachweisen können. Diese müssen vor ihre Reise nach Israel eine vom zuständigen israelischen Konsulat im Herkunftsland ausgestellte Einreisegenehmigung vorlegen.

Eine Sprecherin der Lufthansa sagte der Jüdischen Allgemeinen, dass die deutsche Fluggesellschaft dennoch seit einigen Monaten insgesamt 14 Verbindungen wöchentlich von und nach Tel Aviv anbiete. Ab dem kommenden Monat werde zudem die belgische Lufthansa-Tochter Brussels Airlines vier Mal pro Woche nach Israel fliegen. Von Dezember bis Februar biete die Lufthansa dann zusätzlich drei wöchentliche Flüge von München aus nach Israel an.

»Im März werden wir alle Frequenzen erhöhen und insgesamt 35 wöchentliche Verbindungen von Tel Aviv zu unseren Drehkreuzen in Frankfurt, München, Brüssel, Wien und Zürich anbieten,« so die Sprecherin weiter.

SCHWERE KRISE Unterdessen gab die Fluggesellschaft EL AL bekannt, ab dem kommenden Sonntag ihren Linienbetrieb wieder aufnehmen zu wollen. Angeflogen werden sollen dann zunächst Frankfurt am Main und auch wieder Los Angeles, Miami, Amsterdam, Sofia und Kiew. EL-AL-Kunden im Besitz eines Tickets, die für Abflüge bis zum 28. Februar 2021 geplant sind, können bei Bedarf gebührenfrei Änderungen an ihrer Buchung vornehmen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Die ohnehin schon angeschlagene EL AL hatte vor drei Monaten ihren regulären Flugbetrieb eingestellt und rund 5.800 ihrer 6.300 Mitarbeiter freigestellt. Im zweiten Quartal diesen Jahres wies die Gesellschaft einen operativen Verlust von rund 90 Millionen Euro aus. Nur wenige Sonderflüge wurden seit Juli von EL AL durchgeführt, darunter der Jungfernflug einer gemeinsamen israelisch-amerikanischen Delegation in die Vereinigten Arabischen Emirate Anfang September.

Anfang dieses Monats übertrug die Behörde für staatliche Unternehmen dem 27-jährigen israelisch-amerikanischen Jeschiwa-Studenten Eli Rozenberg offiziell die Kontrolle über EL AL. Rozenbergs Gesellschaft Kanfei Nesharim Aviation hatte im September knapp 43 Prozent der Anteile an der finanziell schwer gebeutelten Fluglinie erworben.

VORSCHRIFTEN Wenn Israelis in sogenannte »grüne Länder« mit niedrigen Corona-Infektionszahlen reisen, müssen sie nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne. Gleiches gilt umgekehrt für jene Ausländer, denen die Einreise nach Israel gestattet wird. Zu den »grünen Ländern« zählt aktuell auch Deutschland. Wer aber in »rote Länder« mit hohen Infektionszahlen reist oder von dort nach Israel zurückkehrt, muss nach der Rückkehr für zwei Wochen in Quarantäne.

Die Corona-Krise hat Israel wirtschaftlich schwer geschadet. Nach Angaben des Tourismusministeriums wurde im September nur 15.100 Touristen die Einreise erlaubt. Dies sei im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang von 96 Prozent. In den Monaten Januar bis September seien 783.000 Touristen eingereist - ein Rückgang von 76 Prozent im Vergleich zu rund 3,3 Millionen Touristen im Vorjahreszeitraum. Für die Wirtschaft ist der Verlust von rund drei Milliarden Euro an Umsätzen ein schwerer Schlag. (mit dpa)

Medien

Kristin Helberg, der Hass auf Israel und der urdeutsche Wunsch nach Entlastung

Ein Kommentar von Jan Fleischhauer

von Jan Fleischhauer  10.05.2026

»Gaza-Flottille«

Israel schiebt zwei Gaza-Aktivisten ab

Der Spanier Saif Abu Keschek und der Brasilianer Thiago Ávil wurden nach der Blockade der Gaza-Flotte nach Israel gebracht – jetzt folgt ihre Abschiebung

 10.05.2026

Terror

Hisbollah greift Israel an: Mehrere Soldaten verletzt

Im Norden des jüdischen Staates werden zwei Soldaten in Krankenhäuser gebracht. Einer von ihnen ist schwer verwundet. Ein weiterer Soldat wird im Süd-Libanon getroffen

 08.05.2026

Vorwurf

»Kult-Rabbi« aus Meron verhaftet

Ein Gemeindeführer der Breslov-chassidischen Bewegung soll seine Autorität für sexuelle Übergriffe missbraucht haben

von Sabine Brandes  08.05.2026

Gesellschaft

Regierung will Rückkehrrecht ändern

Entsprechend des Entwurfs sollen künftig nur noch orthodoxe Übertritte zum Judentum anerkannt werden

von Sabine Brandes  08.05.2026

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026

Jerusalem

Bennett verklagt Ministerin und Fernsehsender wegen Behauptungen über psychische Erkrankung

Der Oppositionspolitiker fordert laut israelischen Medienberichten Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Schekel (0,59 Millionen Euro)

 08.05.2026

Jerusalem/Washington D.C./Ankara

Israel und USA wollen neue Gaza-Flottille stoppen, bitten Türkei um Hilfe

Konkret geht es demnach um 15 Boote, die sich in türkischen Häfen befinden und Teil der sogenannten »Global Sumud Flotilla« werden sollen

 08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026