Vermisst

»Eine Ewigkeit in der Hölle«

Naama Levy (19) Foto: Sabine Brandes

Vermisst

»Eine Ewigkeit in der Hölle«

Naama Levy steht für den Horror, der den Geiseln angetan wird

von Sabine Brandes  16.05.2024 09:43 Uhr

Das Video von Naama Levy ging um die Welt. Die erst 19-jährige israelische Soldatin wurde am 7. Oktober in Jogginghose und barfuß an ihren Haaren von Terroristen aus einem Jeep in Gaza gezerrt. Ihre Hände waren auf dem Rücken gefesselt, zwischen ihren Beinen ein großer Blutfleck. Die unerträgliche Szene steht für den Horror, den die Geiseln in der Hamas-Gefangenschaft ertragen müssen.

Auf dem Poster für die Geiselbefreiung sieht man ein junges Mädchen mit sanftem Lächeln, ihre langen Haare umrahmen das Gesicht. »Naama wuchs mit Werten wie Toleranz, Akzeptanz, Gleichheit, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit auf. Als junges Mädchen nahm sie an der Delegation ›Hands of Peace‹ teil, die junge Amerikaner, Israelis und Palästinenser zusammenbringt, um gegenseitiges Verständnis für einen Frieden zu schaffen«, steht auf der Website für Naama. Seit dem 7. Oktober 2023 will ihre Mutter Ayelet Levy-Shahar nur eines: dass ihre Tochter nach Hause kommt.

Ein Lebenszeichen

Vor Kurzem berichtete sie im israelischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dass sie ein Lebenszeichen von ihrer Tochter erhalten habe. »Wir hörten von zurückgekehrten Geiseln, dass sie sie vor ihrer Freilassung kurz gesehen hätten. Sie sagten uns: ›Naama ist eine Heldin und großartig‹, und dass sie sehr schwierige Dinge durchgemacht und trotzdem überlebt habe.«

Die Freigelassenen hätten auch erzählt, dass sie zwar an den Beinen verletzt sei, aber stehen und gehen könne. »Und sie habe geredet und geredet. Weil sie lange Zeit allein mit ihren Entführern gewesen sei und mit niemandem sprechen konnte.« Es sei sicher so wichtig für sie gewesen, sprechen zu können und zu wissen, dass jemand zuhört. »Die Tatsache, dass sie sprach, zeigte ihren Geisteszustand, und es stimmte uns zuversichtlich, das zu hören«, so ihre Mutter. Und doch denke sie ständig darüber nach, »was die jungen Frauen und meine Naama in Geiselhaft ertragen. Jede Minute ist eine Ewigkeit in der Hölle«.

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026

Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Tayseer Nasrallah spricht von einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen«. Dabei handelt es sich auch um Täter, die wegen tödlicher Terroranschläge gegen Israelis verurteilt wurden

 14.04.2026

Jom Haschoa

Erinnerungen im Wohnzimmer

Am Holocaustgedenktag kommen in Israel Menschen bei »Sikaron Ba‘Salon« zusammen, um Überlebenden zuzuhören

von Sabine Brandes  14.04.2026

Automatisierter Handel

»Geistiger Schaden«: Bnei Brak will Verkaufsautomaten nachts schließen

Stadtrat Rabbiner Ze’ev Lipschitz, der die Änderung eingebracht hatte, spricht von ökologischen, körperlichen und vor allem »spirituellen« Schäden durch Automaten

 14.04.2026

Jerusalem

Israel begeht den Jom Haschoa im Zeichen des Krieges – Netanjahu kritisiert Europa

Der Kontinent leide an »tiefer moralischer Schwäche«, sagt der Ministerpräsident

 14.04.2026

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Washington

Streben nach einem Friedensabkommen, Waffenruhe und Normalisierung: In Washington treffen sich Israel und Libanon zu direkten Gesprächen. Aber wie realistisch sind die Ziele?

 13.04.2026