Plan

Ein Hafen im Mittelmeer?

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman war vor wenigen Tagen in Zypern. Berichten zufolge besuchte er Nicosia, um für einen Hafen für Gaza zu werben – vor der Küste Zyperns. Das Verteidigungsministerium erklärte, man arbeite derzeit daran, »eine andere Situation in Gaza zu erreichen«, und zwar durch internationale Zusammenarbeit.

Allerdings hänge jede Verbesserung der humanitären Lage davon ab, dass die Geiseln der Hamas befreit werden. In der Haft der Terrorgruppe befinden sich zwei Israelis, die eigenständig die Grenze in die Enklave überquert hatten und nach Angaben ihrer Familien psychische Probleme haben. Außerdem fordert Jerusalem die Herausgabe der Leichen von zwei Soldaten, die im Gaza-Krieg von 2014 gefallen sind.

Nahostvermittler Das israelische Fernsehen berichtete, dass der Plan für einen Hafen beim Treffen zwischen der Regierung in Jerusalem und den amerikanischen Nahostvermittlern Jason Greenblatt und Jared Kushner besprochen wurde. Vorgesehen sei ein spezieller Pier, der etwa 400 Kilometer von Zypern entfernt gebaut werden soll.

Hier könnten die Transportschiffe mit Bestimmung Gaza anlegen und gelöscht werden. Überprüft würden sie von einem israelischen System, um Waffenschmuggel auszuschließen. Danach würden die Waren auf kleineren Schiffen nach Gaza weitergeleitet. Ein Sprecher der zypriotischen Regierung bestätigte, dass es diesen Plan gebe und er derzeit geprüft werde. Jedoch sei noch keine Entscheidung getroffen worden.

Geheimdienst- und Transportminister Israel Katz hatte mehrfach den Vorschlag einer künstlichen Insel vor Gaza samt Hafen, Energiewerken und später sogar einem Flughafen eingebracht. Sein Kollege im Energieministerium, Yuval Steinitz, ist allerdings der Meinung, der Hafen sei eher realisierbar als das viel umfassendere Projekt »Insel«, das mindestens zehn Jahre Bauzeit benötige. Außerdem könne ein Hafen bei Missbrauch problemlos geschlossen werden. »Ich bin überzeugt, dass wir die Sicherheit unseres Landes und die Öffnung des Gazastreifens zur Welt miteinander vereinbaren können«, sagte er.

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kfar Aza

»Die Angst steckt noch immer im Rucksack«

Shachar Tzuk überlebte das Hamas-Massaker. Drei Jahre später hat sie ein Zuhause, eine Verlobte und ein neues Leben – aber noch immer eine gepackte Fluchttasche

von Sabine Brandes  07.10.2026

Terror

Flydubai-Copilot wollte offenbar Tel Aviver Flughafen treffen

Was war das Ziel des mutmaßlichen Angreifers beim Flydubai-Flug nach Tel Aviv? Die Ermittlungen dazu laufen noch, doch immer mehr Informationen sickern an die Öffentlichkeit

 07.10.2026

Libanon

Hisbollah bezeichnet Hamas-Massaker als »Akt des Widerstandes«

Die Hisbollah hält am dritten Jahrestag an ihrer Rechtfertigung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 fest. Seitdem haben die Kämpfe auch im Libanon Tausende Menschen das Leben gekostet

 07.10.2026

Krieg

Israels Armee hat seit Hamas-Massakern 100.000 Ziele angegriffen

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen

 07.10.2026

Jahrestag der Massaker

Israel gedenkt der Opfer des 7. Oktober

Drei Jahre nach den blutigen Massakern im Süden Israels gedenkt das Land der Opfer. Präsident Herzog findet berührende Worte. Am Abend sollen Zehntausende in Tel Aviv zusammenkommen

 07.10.2026 Aktualisiert