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»Die Geiseln könnten in den nächsten Tagen frei sein«

Die 72-Stunden-Frist für die Freilassung aller Geiseln durch die Hamas soll beginnen, sobald die technischen Gespräche in Ägypten abgeschlossen sind. Foto: Flash 90

Angeblich könnten die 48 Geiseln in der Gewalt der Hamas »schon in den nächsten Tagen in Freiheit sein«. Das sagte ein namentlich nicht genannter Regierungsvertreter am Samstag im israelischen Nachrichtenkanal 12.

Der hochrangige Beamte erklärte, die aktuellen, rasanten Entwicklungen seien zwischen US-Präsident Donald Trump und Premierminister Benjamin Netanjahu koordiniert gewesen. Die beiden hätten am Freitag telefoniert, kurz bevor Trump erklärte, er glaube, die Hamas sei »bereit für den Frieden«, und Israel aufforderte, »die Bombardierung Gazas sofort einzustellen, damit wir die Geiseln sicher und schnell befreien können«.

Tatsächlich ging die IDF über Nacht zu reinen Verteidigungsoperationen im Gazastreifen über. Die Einnahme von Gaza-Stadt soll derzeit nicht weiter verfolgt werden.

Ab Sonntag oder Montag sollen Verhandlungen in Ägypten stattfinden. Delegationen der Hamas und Israels, der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, Steve Witkoff, sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner werden dann vor Ort sein. Die Anwesenheit der Amerikaner unterstreicht die Entschlossenheit der USA, das Abkommen dieses Mal durchzudrücken. Der Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, wird das israelische Verhandlungsteam leiten.

72-Stunden-Frist für Freilassung der Geiseln der Hamas

Die 72-Stunden-Frist für die Freilassung aller Geiseln durch die Hamas beginne, sobald die technischen Gespräche in Ägypten abgeschlossen seien. Sie könne jedoch verlängert werden, hieß es. Denn Hamas-Vertreter bezeichneten das 72-Stunden-Fenster als »unrealistisch«, da es länger dauern werde, alle getöteten Geiseln zu finden.

Doch das Fazit laute: »Wenn die Gespräche in Ägypten wie erhofft verlaufen, sei es durchaus möglich, die Geiseln innerhalb weniger Tage freizulassen«, zitierte »Kanal 12« die Quelle.

Diese Quelle, die offenbar dem Ministerpräsidenten nahesteht, lobte die Fortschritte als »großen Erfolg« für Netanjahu und Israel, da sie »die Möglichkeit bieten, alle Geiseln nach Hause zu bringen, ohne dass Israel vor der Forderung der Hamas nach einem vollständigen Rückzug aus dem Gazastreifen kapituliert, wie die Hamas es in den letzten zwei Jahren gefordert hatte«.

Vermittler Witkoff jedoch soll mit detaillierten Karten des schrittweisen Abzugs der israelischen Streitkräfte im Gepäck nach Ägypten reisen. Am 29. September, bei der Verkündigung des Trump-Plans, hatte das Weiße Haus bereits eine Karte dazu veröffentlicht.

Yair Lapid: »Ich habe die amerikanische Regierung darüber informiert, dass Netanjahu die politische Unterstützung hat, den Schritt fortzusetzen.«

Die Hamas habe dem US-Plan zugestimmt, zum Teil auf Trumps unerbittlichen Druck und dank der Einflussnahme der arabischen Welt, die befürchtet, Israel würde tatsächlich die vollständige Übernahme des gesamten Gazastreifens anstreben, analysierten israelische Medien.

Auslöser für das 20-Punkte-Vorhaben sei der umstrittene und erfolglose Angriff Israels auf Hamas-Anführer in Katar im vergangenen Monat gewesen. Dafür musste sich Netanjahu im Weißen Haus im Beisein Trumps in einem Telefonat mit dem Emir von Katar entschuldigen.

Die Amerikaner hätten anschließend beschlossen, »auf den Tisch zu hauen«, und Trump habe entschieden: »Wir bringen das jetzt zu Ende«, schrieb »Times of Israel«. In Anbetracht der Tatsache, dass die Hamas anfälliger für Druck sei als in der Vergangenheit und mit Blick auf die wichtige Rolle der Türkei sei ein neuer Vorschlag ausgearbeitet worden.

Sollten die Geiseln im Austausch für zahlreiche palästinensische Terroristen und andere Gefangene aus Gaza freigelassen werden, wird es Gespräche über die Niederlegung der Waffen durch die Terrororganisation Hamas, die Entmilitarisierung des Gazastreifens und den »Tag danach« in der Palästinenserenklave geben, sieht der Plan vor.

Angeblich sei Netanjahu von Trumps Reaktion überrascht gewesen

Am späten Freitag gab es Berichte, wonach Netanjahu von Trumps überaus positiver Reaktion auf die bedingte Erklärung der Terrororganisation Hamas, seinen Vorschlag anzunehmen, »überrascht« gewesen sei. Denn der israelische Premier habe die Reaktion der Hamas als »Absage« angesehen und dementsprechend reagieren wollen. Allerdings unterstütze er die Bemühungen der Amerikaner, weil er keine andere Möglichkeit sehe.

Die USA würden ganz genau wissen, dass der rechtsextreme Koalitionsparteichef Bezalel Smotrich und sein Verbündeter Itamar Ben-Gvir das Abkommen ablehnen und möglicherweise versuchen würden, Netanjahus Koalition zu stürzen, hieß es in Kanal 12 weiter. Daher bestätigte Oppositionsführer Yair Lapid (Jesch Atid) der Verwaltung in Washington, dass er den Sturz der Regierung durch ein politisches Sicherheitsnetz der Opposition in der Knesset verhindern werde.

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Lapid erklärte auf X, der amerikanische Präsident habe »recht, dass es eine nie da gewesene Chance gibt, die Geiseln zu befreien und den Krieg in Gaza zu beenden«. Israel müsse seine Beteiligung an den von Trump geleiteten Beratungen bekannt geben, um die letzten Details des Abkommens zu finalisieren.

Dann machte Lapid wiederholt klar: »Ich habe die amerikanische Regierung darüber informiert, dass Netanjahu die politische Unterstützung hat, die nötigen Schritte umzusetzen.«

Auch viele Angehörige der Geiseln meldeten sich über das Wochenende zu Wort. Eine von ihnen, Einav Zangauker, lautstärkste Verfechterin eines Geiseldeals und Mutter der von der Hamas festgehaltenen Geisel Matan Zangauker, repostete ebenfalls Trumps X-Post, in dem er Israel aufforderte, die Angriffe gegen die Hamas in Gaza sofort einzustellen, um die Freilassung der Geiseln zu gewährleisten, und fügte hinzu: »Haben Sie das gelesen, Netanjahu?«

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