Galiläa

Die Erde bebt

Ständig unter Kontrolle: Seismographen registrieren selbst kleinste Erdstöße. Foto: thinkstock

Seit Donnerstag hat es in der Gegend des Sees Genezareth schon fünf Erdbeben gegeben, alle mit einer Stärke von mehr oder weniger 3,5 auf der Richterskala. »Die Kaffeetassen tanzten auf meinem Tisch«, erzählte eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung in Tiberias. Sie saß im dritten Stockwerk, während am Boden die Beben kaum zu spüren waren. Es wurde auch kein Schaden gemeldet.

»Die meisten kleinen Beben werden nur durch die Seismografen registriert. Ob sie die Vorläufer eines größeren Bebens sind, können wir nicht vorhersehen«, sagte Dov Zakowfski vom Seismologischen Institut. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte schon am Sonntag eine Sitzung mit Verantwortlichen der militärischen Heimfront einberufen, die nicht nur für den Schutz gegen Raketen aus Libanon oder Gaza verantwortlich ist, sondern auch für den Fall von Katastrophen wie Erbeben.

sicherheit Seit den 80er-Jahren müssen in allen Neubauten in Israel entsprechend Standards errichtet werden, die Häuser auch bei schweren Erdbeben nicht einstürzen lassen. Von den rund 1,1 Millionen Häusern in Israel entsprechen etwa 200.000 nicht den Anforderungen für den Fall eines Erdbebens. Über 100.000 Bauten würden in einer solchen Situation Gefahr laufen, einzustürzen. Bei einem Erdbeben mit einer Stärke von 7,5 auf der Richterskala rechnet das Militär mit 15.000 Toten und 20.000 eingestürzten Häusern.

Der sogenannte Syro-afrikanische Bruch geht rund um die Welt. Zwei Erdplatten stoßen dort aufeinander und haben in der Geschichte schon sehr schwere Erdbeben verursacht. So entstand auch der Erdriss, in dem sich der See Genezareth, die Jordansenke und das 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Tote Meer befinden.

Seit biblischer Zeit ist von vielen schweren Erdbeben berichtet worden, die später von Archäologen dokumentiert wurden. Dabei wurden immer wieder ganze Städte völlig zerstört. Das letzte große Erdbeben fand 1927 statt, als die galiläische Stadt Safed halb zerstört worden ist und erhebliche Schäden auch an historischen Gebäuden in Jerusalem entstanden sind.

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