Medizin

Bahnbrechende Studie aus Israel

In Überdruckkammern werden Patienten mit Sauerstoff versorgt. Foto: imago sportfotodienst

Kann die gezielte Zufuhr von Sauerstoff sogenannte posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) verringern? Laut einer israelischen Studie, bei der Angehörige der Streitkräfte in Sauerstoffkammern behandelt wurden, ist das der Fall.  

PTBS wird durch das Erleben eines so traumatischen Ereignisses ausgelöst, das nicht vollständig verarbeitet werden kann und Teile des Gehirns in einen Zustand der Übererregung versetzt.

EFFEKTE Insgesamt 35 Soldaten der Israel Defense Forces (IDF) mit derartigen Störungen, die auch durch medikamentöse Behandlung nicht abgenommen hatten, nahmen an der Studie teil. 18 von ihnen bekamen zusätzlich zu einer Psychotherapie auch eine Sauerstoffbehandlung an fünf Tagen in der Woche über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg.

Bei einigen schlug die Behandlungsmethode offenbar so gut an, dass sie als geheilt entlassen wurden.

Das Ergebnis: Die sogenannte Hyperbare Sauerstofftherapie, bei der die Patienten in Überdruckkammern mit konzentriertem Sauerstoff versorgt wurden, half bei immerhin der Hälfte der Probanden, posttraumatische Belastungsstörungen zu vermindern oder ganz zu überwinden. Bei einigen schlug die Behandlungsmethode offenbar so gut an, dass sie als geheilt entlassen wurden.

»Wir haben mit dieser Forschung begonnen, PTBS auf eine Weise zu behandeln, die auf tatsächliche physische Veränderungen im Gehirn abzielt«, sagte Keren Doenyas-Barak vom Shamir Medical Center in Beer Jaakov der »Times of Israel«. Es handele sich dabei nicht um ein »psychologisches Hilfsmittel«, sondern um eine Behandlung, die tatsächliche biologische Effekte im Körper auslöst, fügte sie an.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die Wirkung der Therapie sei sowohl anhand der Symptome der Patienten vor und nach der Behandlung als auch anhand von Gehirnscans beurteilt worden, so Doenyas-Barak. Diese hätten eine starke Verbesserung gezeigt.

REAKTIVIERUNG Bei der Hälfte der mit Sauerstoff behandelten Personen habe am Ende der Therapie keine PTBS mehr festgestellt können. Anders war dies in der Vergleichsgruppe der 17 Personen, die nicht die Sauerstoffbehandlung durchliefen: Dort verschwanden die PTBS-Symptome im gleichen Zeitraum nicht.

Der Mediziner Shai Efrati, der das Projekt leitete, sagte, die behandlungsresistente Variante der PTBS werde »durch eine biologische Wunde im Hirngewebe verursacht, die psychologische und psychiatrische Behandlungsversuche behindert.« Die Sauerstofftherapie könne die Reaktivierung und Zufuhr von Stammzellen sowie die Bildung neuer Blutgefäße im Gehirn fördern. Damit könne dann die Funktionalität des verletzten Gewebes wiederhergestellt werden.

Die Ergebnisse der israelischen Wissenschaftler wurden am Dienstag in der Fachzeitschrift »PlosOne« veröffentlicht. mth

Gaza

Leichen von Ilan Weiss und weiterer Geisel geborgen

Die sterblichen Überreste des Verteidigers vom Kibbuz Be’eri sind nach einer riskanten Operation wieder in Israel

 29.08.2025

Armee

Skandal um den General

Der für das Westjordanland zuständige Avi Bluth wird beschuldigt, Kollektivstrafen anzukündigen. Die Armee und Regierungsvertreter verteidigen ihn

von Sabine Brandes  29.08.2025

Nachrichten

Milch, Bündnis, Angriff

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  29.08.2025

Markus Lanz

Wolkige Rhetorik und rhetorische Volten

In der ZDF-Sendung bemühte sich Kanzleramtsminister Thorsten Frei, den Rüstungsexportstopp seiner Regierung zu erklären, während taz-Journalistin Ulrike Herrmann gar einen »Regimewechsel« in Israel forderte

von Michael Thaidigsmann  29.08.2025

Nahost

Schlag gegen Huthi-Führung in Sanaa

Aufgrund der andauernden Raketenangriffe auf Israel attackiert die Luftwaffe ein mutmaßliches Terrorzentrum im Jemen. Unter den Opfern soll auch der Premierminister der Huthi sein

 29.08.2025

Gazakrieg

Palästinenser trainieren in Ägypten für den »Tag danach«

Rund 10.000 Mann sollen für den in Gaza als Sicherheitskräfte eingesetzt werden, sobald der Krieg zu Ende ist

von Sabine Brandes  28.08.2025

Nahost

Israel kündigt zwei neue Hilfszentren im Gazastreifen an

Die Bauarbeiten laufen bereits. Zwei neue Verteilstellen für Hilfsgüter werden eingerichtet. Betreiber soll die amerikanische GHF-Stiftung werden

 28.08.2025

Geiseln

Geiselvater: »Ich habe nichts mehr zu verlieren«

Der Vater des jungen von der Hamas verschleppten Deutsch-Israelis Rom Braslavski äußert sich zunehmend verzweifelt

von Sabine Brandes  28.08.2025

Diplomatie

Blair berät Trump und Kushner bei Gaza-Wiederaufbau

Der ehemalige britische Premier und sein Tony Blair Institute sollen einen Plan für die Zukunft des Gazastreifens ausgearbeitet haben

 28.08.2025