Nach der Rückführung der sterblichen Überreste Ran Gvilis aus Gaza haben US-Präsident Donald Trump und Premier Benjamin Netanjahu betont, dass nun die nächste Phase im Küstenstreifen beginnen müsse. Netanjahu sprach vor der Knesset von einer »außergewöhnlichen Leistung des Staates Israel«. Gvili sei »ein Held«, der als Erster in den Kampf gezogen und »als Letzter zurückgekehrt« sei, zitierte er die Worte der Mutter des Toten.
»Wir haben versprochen, alle zurückzubringen, und wir haben alle zurückgebracht, bis zum Letzten«, so Netanjahu weiter. Geiselangehörige hatten ihn immer wieder dafür kritisiert, genau dieses Versprechen in den vergangenen zwei Jahren nicht an erste Stelle gesetzt zu haben.
»Gute Arbeit«
Trump lobte auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social die eigene Regierung: »Gute Arbeit! Die meisten hielten es für unmöglich«, schrieb er und gratulierte seinem »großartigen Team von Champions«, das die Geiselfreilassungen und den Waffenstillstand vermittelt habe. Dabei ging der US-Präsident noch einen Schritt weiter: In einem Interview erklärte er, auch die Hamas habe bei Gvilis Bergung mitgewirkt. »Sie haben sehr hart daran gearbeitet, den Leichnam zurückzubringen.« Die Terrororganisation habe dabei »mit Israel zusammengearbeitet«.
Solange die Hamas ihre Waffen behalte, bleibe Gaza blockiert – politisch wie wirtschaftlich.
Gleichzeitig machte Trump klar, was dieser Kooperation zu folgen habe: Ohne vollständige Entwaffnung der Hamas gebe es keinen Wiederaufbau. Solange die Hamas ihre Waffen behalte, bleibe Gaza blockiert – politisch wie wirtschaftlich.
Auch Netanjahu betonte, dass mit dem Ende der Geiselkrise nun nicht der Wiederaufbau Gazas, sondern »die Entwaffnung der Hamas und die Demilitarisierung des Gazastreifens« anstehe. Aussagen zu Israels Verpflichtungen in der nächsten Waffenstillstandsphase machte er nicht. Symbolträchtig entfernte er während seiner Rede schließlich die gelbe Schleife vom Revers – das Zeichen der Solidarität mit den Geiseln. »Jetzt, da der Auftrag erfüllt ist, ist es an der Zeit, sie abzulegen.« Präsident Isaac Herzog und Oppositionspolitiker folgten Netanjahus Beispiel.
In Washington unterstrichen derweil Vertreter der Trump-Regierung, dass Gvilis Rückführung den Nutzen internationaler Zusammenarbeit belege. Ein Beamter sprach von einer engen Koordination zwischen den USA, Israel, Ägypten, Katar und der Türkei, die gezeigt habe, »was möglich ist, wenn man zusammenarbeitet«.