Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Der Südsudan, der 2011 seine Unabhängigkeit vom Norden erklärte, unterhält bereits enge Beziehungen zu Israel Foto: imago

Versprochen
Es war eine ungewöhnliche Klasse – und eine erfolgreiche. Im letzten Jahrgang in Notfallmedizin für Sanitäter an der Ben-Gurion-Universität saßen 54 Studenten – 40 israelische und 14 jordanische. Der Dreijahreskursus ist die erste gemischte akademische Medizinausbildung an dieser Uni und die einzige dieser Art im gesamten Nahen Osten. »Ich hoffe, dass unsere Teilnehmer stolz sind, dass sie ihr Studium an dieser noblen und humanitären Universität absolvieren konnten«, sagte Mohammed al-Hadid, der Leiter des jordanischen Roten Halbmondes, des arabischen Pendants von Magen David Adom und Rotem Kreuz. Neben dem gegenseitigen Respekt, den beide Seiten entwickelten, sichert die Initiative professionellen Einsatz im Falle von Naturkatastrophen in der Region. Zukünftig, versprechen alle, werden Israelis und Jordanier Seite an Seite arbeiten, um Leben zu retten.

Verstorben
Nach langem Kampf gegen den Krebs ist am vergangenen Freitag Ron Nachman mit 70 Jahren verstorben. Der Bürgermeister von Ariel saß von 1992 bis 1996 für den Likud in der Knesset. Einen Namen machte er sich als Gründer der größten jüdischen Siedlung im Westjordanland: Ariel. 1985 wurde sie offiziell als Stadt anerkannt. Nachman selbst war mit seiner Familie nach Ariel gezogen, als der Ort nicht viel mehr als ein großes Dorf war. Er galt als einer der »Macher« in seiner Partei. Mitstreiter Benjamin Netanjahu sagte über ihn: »Wir haben heute einen lieben Freund und Partner verloren. Ron war ein großartiger zionistischer Patriot – ich habe ihn sehr geliebt.«

Verarbeitet
Sie sollen arbeiten gehen, nicht in die Armee. Nach Meinung der meisten Israelis sollten ultraorthodoxe Mitbürger, statt den Dienst an der Waffe abzuleisten, lieber Geld verdienen. Einer repräsentativen Umfrage des Rafi Smith Institute zufolge finden 53 Prozent dies wichtiger als die Gleichberechtigung in der Wehrdienstfrage (wofür sich 31 Prozent aussprachen). Durch Arbeit könnten die streng religiösen Israelis besser in die Gesellschaft integriert werden. Viele finden zudem, die Regierung solle für die Arbeitsbeschaffung der Charedim finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Vereinbart
Der junge Staat Südsudan hat mit israelischen Ölfirmen Verträge abgeschlossen. Der zuständige Minister des Landes, Stephen Dhieu Dau, verkündete dies, nachdem er von einem Besuch in Israel zurückgekehrt war. Die Deals beschränken sich allerdings nicht auf das Geschäftliche, auch politische Erwägungen spielen eine Rolle. Der Südsudan hatte erst vor anderthalb Jahren seine Unabhängigkeit nach Jahren blutiger Auseinandersetzungen verkündet. Der Sudan mit seiner Hauptstadt Khartum wird von dem arabischen Präsidenten Omar al-Baschir regiert, einem engen Verbündeten des Iran. Dhieu Dau erklärte, dass es auch Verhandlungen mit israelischen Unternehmen gäbe, die in seinem Land investieren wollen. Er sagte, der Südsudan sei mehr als willens, Rohöl an Israel zu verkaufen.

Vereitelt
Machen sie es den protestierenden Israelis nach? Zum zweiten Mal bereits haben Palästinenser im Westjordanland Zeltlager aufgebaut, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Nach eigenen Angaben wollen sie damit auf »israelischen Landklau« aufmerksam machen. Nachdem vergangene Woche eine Zeltstadt im E1-Korridor zwischen Jerusalem und Maale Adumim unblutig evakuiert worden war, stehen nun im Dorf Beit Iksa nahe der Hauptstadt Protestbauten. Soldaten bewachen die Gegend, um Ausschreitungen zu verhindern. Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, dass er niemandem erlauben werde, »den Korridor anzurühren«.

Verschrieben
Besonderen Besuch bekamen die »lonely soldiers« in der vergangenen Woche. Gilad Schalit verbrachte einen Tag mit 50 Wehrdienstleistenden aus aller Welt, die ganz allein Alija gemacht haben. Schalit war nach mehr als fünf Jahren Hamas-Geiselhaft im Oktober 2011 freigekommen. Er betonte, wie sehr er die Entscheidung der jungen Frauen und Männer bewundere. »Auch wenn ihr weit von euren Familien entfernt lebt, seid ihr nicht allein. Wir sind eure Familie und dazu da, euch als israelische Bürger von Herzen willkommen zu heißen.« Die Soldaten unterhielten sich mit Gilad, spielten gemeinsam Tischtennis und baten um sein Autogramm. Eine Südafrikanerin hatte ein T-Shirt dabei, das sie vor Jahren auf einer »Befreit Schalit«-Demo getragen hatte. Gilad unterschrieb darauf – mit einem Lachen im Gesicht.

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026

Tel Aviv

»Ihr habt versagt – jetzt übernehmt Verantwortung!«

Angehörige der Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober klagen die Regierung an. Bei einer Massendemonstration fordern sie eine unabhängige Untersuchung

von Sabine Brandes  25.10.2026

Wahlwerbung mit Benjamin Netanjahu über einer Fußgängerbrücke

Knessetwahl

Premier Netanjahu macht Wahlkampf mit Bild von Atompilz über Tel Aviv

Im Wahlkampf setzt der israelische Regierungschef auf ein angsteinflößendes Bild. Scharfe Kritik daran kommt von Netanjahus Hauptrivale Gadi Eisenkot

 25.10.2026

Nahost

Experten warnen Netanjahu vor Folgen möglicher Sanktionen

Nach Netanjahus Überlegungen, mögliche internationale Bankensanktionen mit Hilfe von Kryptowährungen zu umgehen, warnen Experten vor enormem Schaden für Israels Wirtschaft

 25.10.2026

Schicksalswahl in Israel

Israels Militär vor Parlamentswahl in Alarmbereitschaft

Vor der richtungsweisenden Parlamentswahl am Dienstag sind Israels Streitkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft. Zehntausende Soldaten sind im Einsatz, die Luftabwehr wurde verstärkt

 25.10.2026

Nachrichten

Lied, Spende, Festnahmen

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  25.10.2026

Sanktionen

Netanjahu erwägt Kryptowährungen gegen mögliche Sanktionen

Aus Sorge vor weltweiten Bankensanktionen sucht Israel laut Ministerpräsident Netanjahu nach Alternativen. Die Zentralbank kritisiert seine Idee

 25.10.2026

Westjordanland

Israels Armee: Lockdown im Westjordanland am Wahltag

Israels Armee setzt ihre Offensive im Westjordanland fort. An Israels Wahltag wird es Zugangssperren für Palästinenser geben. In Israel kommt es derweil zu Massenprotesten gegen die Regierung

 25.10.2026