Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Melitaea acentria heißt der neue Schmetterling. Foto: pr

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Auf die Schnelle

Schmetterling, Google, Bieber-Baby

von Sabine Brandes  08.05.2017 16:56 Uhr

Schmetterling
Obwohl Israel eines der dichtbevölkertsten Länder der Welt ist, gibt es noch immer unentdeckte Arten. Wie den Schmetterling mit Namen Melitaea acentria etwa, den jetzt ein Evolutionsbiologe aus St. Petersburg auf den Golanhöhen entdeckte. Dabei hatte sich der Falter nicht einmal versteckt, sondern flatterte offen über den Berg Hermon. Immer wieder hatten Besucher das Insekt fotografiert, wie jetzt durch die sozialen Netzwerke bekannt wurde, doch wissenschaftlich registriert und erforscht war diese Art noch nicht. Der wunderschöne bunte Melitaea acentria ist nach 109 Jahren der erste Schmetterling, der in Israel neu entdeckt wurde.

Google
Google macht das Rennen auch in Israel. Die Niederlassung des Internet-Giganten wurde gerade zum beliebtesten Arbeitgeber im ganzen Land gewählt. Beide Büros in Tel Aviv und Haifa lösten damit die Elektrizitätswerke ab, die vier Jahre lang an der Spitze der Umfrage von Coface BDI standen und es jetzt nurmehr auf Rang zwei schafften. Es folgen das Hightech-Unternehmen Intel, der Pharmazie-Hersteller Teva und die Bank Leumi. Gründe für das Top-Abschneiden von Google sind nach Angaben der Befragten in erster Linie die Gehälter und die Arbeitsbedingungen. Auch positiv angemerkt wurden die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und -geber sowie die Vielzahl der beruflichen Herausforderungen.

Krise
Die Krise in der Kinderkrebsstation des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem verschlimmert sich zusehends. Im März hatten bereits sechs Ärzte der Station aus Protest ihre Kündigung eingereicht, jetzt folgten die verbleibenden drei. In einem Monat, wenn die Kündigungen wirksam werden, stünde dann kein Mediziner mehr für die erkrankten Kinder zur Verfügung. Grund ist eine Auseinandersetzung zwischen den Ärzten und dem Direktorium des Krankenhauses. Letzteres hat vor, Kinder, die eine Knochenmarktransplantation erhalten, in der Station für Erwachsene zu behandeln. Dort, argumentieren die Mediziner, seien jedoch keine passenden Vorrichtungen vorhanden. Außerdem herrsche ein extremer Personalmangel. Vor einigen Tagen zogen Eltern von betroffenen Kindern vor das Krankenhaus und richteten einen Appell an das Hospital: »Bitte lasst unsere Kinder nicht sterben!«

Vorschlag
Seit Jahren wird darüber debattiert. Jetzt befürwortete das ministeriale Komitee für Gesetzgebung der Knesset den Vorschlag, Israel offiziell als »jüdischen Nationalstaat« zu definieren und zum ersten Mal in der Geschichte als »nationale Heimstätte für das jüdische Volk« zu bezeichnen. Eingebracht hatte ihn der Abgeordnete Avi Dichter vom Likud. Sollte der Vorschlag in der Knesset angenommen werden, würde er zu einem Grundgesetz, das nur unter besonderen Umständen geändert werden kann. Bislang ist das Judentum in den elf existierenden Grundrechten nicht erwähnt. Die Änderung des Titels jedoch ist umstritten, da sie nach Meinung der Kritiker die Minoritäten in Israel, vor allem die rund 25 Prozent arabischen Bürger, diskriminieren könnte. Besonders der Vorschlag von Dichter, den Status der arabischen Sprache von »offizielle Landessprache« in »Sprache mit besonderem Status« zu ändern, führte zu heftiger Kritik bei der Opposition und arabischen Parlamentariern. Dichter argumentiert, dass die Gesetzesänderung notwendig sei, »um die palästinensische Ablehnung von jüdischen Rechten in Israel zu kontern«. Nun muss die Knesset entscheiden, ob die Einbringung tatsächlich neues Grundgesetz wird.

Bieber-Baby
Reut Ziskind war sicher, dass sie ihr Baby erst nach dem Konzert zur Welt bringen würde. Doch schon während des ersten Songs setzten bei der 23-Jährigen die Wehen ein. Die ultraorthodoxe Frau wollte sich den Auftritt ihres Idols Justin Bieber auf keinen Fall entge- hen lassen, obwohl sie schon in der 42. Woche war. »Ich bin charedisch und modern und ein riesiger Fan«, sagte sie anschließend im Krankenhaus, wo sie ein gesundes Baby zur Welt brachte. »Wäre es ein Junge geworden, hätte ich ihn Justin genannt.« Doch es wurde ein Mädchen, das auf den Namen Hadar hört. Beim Bieber-Konzert im Tel Aviver Hayarkon-Park jubelten rund 70.000 Menschen dem Sänger frenetisch zu.

Spende
Sie wollten es vertuschen. Doch wie israelische Medien in den vergangenen Tagen berichteten, hat der Getränkehersteller Coca-Cola in Israel an die rechtsgerichtete Organisation Im Tirtzu 14.000 Dollar gespendet. Im Tirtzu war in der Vergangenheit in die Kritik geraten, weil sie linksgerichtete Gruppen und Politiker auf Transparenten und in Internet-Anzeigen »Maulwürfe«, »Verräter« und »Terrorhelfer« genannt hatten. Im Tirtzu bezeichnet sich als »außerparlamentarische Organisation, die sich für die Stärkung der zionistischen Werte
in der israelischen Gesellschaft einsetzt«. Warum die Leiter der Organisation versucht hatten, die Spende von Coca-Cola zu verheimlichen, wollten sie nicht kommentieren.

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