Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Meir Banai (1961–2017) Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Suche, Urteil, Sieg

von Sabine Brandes  16.01.2017 18:08 Uhr

Gestorben
Der beliebte Sänger Meir Banai ist tot. Er starb im Alter von 55 Jahren nach einer langen Krebserkrankung am vergangenen Donnerstagabend in Tel Aviv. Die Musikerszene Israels ehrte ihn, indem sie seine Lieder spielte, viele während ihrer eigenen Konzerte. Etwa Ivri Lider oder Yuval Banai, die ihn als »wundervollen Sänger« und »reine Seele« bezeichneten. Banai stammte aus einer berühmten israelischen Künstlerfamilie, zu der unter anderem die Komödiantin, Schauspielerin und Aktivistin Orna sowie die Musiker Ehud, Aviatar und Yuval gehören. Meir hatte sich jedoch stets mit dem Rampenlicht schwergetan. Vor einigen Jahren hatte er sich der Religion zugewandt.

Suche
Die Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem sucht nach Angehörigen eines deutsch-jüdischen Mädchens. Karoline Cohn, die am 3. Juli 1929 in Frankfurt am Main geboren wurde, ist im Holocaust von den Nazis ermordet worden. Jetzt fand man ihren Kettenanhänger auf dem Gelände des Vernichtungslagers Sobibor in Polen. Das Letzte, was man von Karoline weiß, ist ihre Deportation am 11. November 1941 ins Ghetto von Minsk. Danach verliert sich die Spur des Mädchens. Der Anhänger ist entweder von ihr selbst oder jemand anderem nach Sobibor gebracht worden. Er ist dreieckig, auf einer Seite sind Name, Geburtsdatum, -ort und die Worte »Mazal tov« eingraviert, auf der anderen Seite steht der hebräische Buchstabe »Hej« mit drei Davidsternen daneben. Dieses und andere Schmuckstücke wurden im Oktober 2016 von einem israelisch-polnisch-holländischen Archäologenteam ausgegraben. Yad Vashem hofft, dass sich Angehörige melden.

Urteil
Das Oberste Gericht hat entschieden. Jetzt muss die Regierung innerhalb von 30 Tagen »gute Gründe« vorbringen, warum eine Frau im Rahmen eines Gottesdienstes an der Kotel nicht aus der Tora lesen darf. Die Richter gehen davon aus, dass die Regierung diese nicht finden kann, heißt es in der Begründung. Anwältin Susan Weiss, die die vier Mitglieder der Gruppe »Original Women of the Wall« vertritt, die die Klage eingereicht hatten, begrüßt die Entscheidung. Das Urteil betrifft jedoch nicht den Plan der Regierung, eine permanente pluralistische Bet-Plattform am Robinson-Bogen zu errichten – ein Entscheid, der niemals in die Tat umgesetzt wurde.

Schilder
Obwohl sie den Namen von berühmten Frauen tragen, stehen ihre Ehemänner im Vordergrund. So war es bislang mit Straßenbezeichnungen in Jerusalem, beispielsweise mit der Brurija-Straße. Die großartige Talmud-Kennerin war berühmt für ihre Weisheit, doch auf dem Schild stand lediglich, dass sie die Frau von Rabbi Meir war. Bis jetzt. Die Stadtverwaltung hat – nach Einwänden von Bürgern – beschlossen, zu den Straßennamen von weiblichen Berühmtheiten deren eigene Errungenschaften hinzuzufügen. So soll es auch mit Ruth geschehen, die bislang »nur« als Urgroßmutter des heldenhaften Königs David geführt wird. Auf dem neuen Schild aber darf sie selbst »Heldin der Bibel« sein.

Verurteilt
Ein ehemaliger Chauffeur von Premierminister Benjamin Netanjahu ist zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. Ilan Shmuel hat sechs minderjährige Mädchen vergewaltigt, einige von ihnen sind Familienmitglieder. Noch bis vor fünf Jahren war Shmuel Chauffeur und fuhr den Regierungschef verschiedene Male. Der Geheimdienst hörte von den Verdächtigungen, informierte die Polizei, die ein Ermittlungsverfahren einleitete. Die Verbrechen sollen zwischen 1988 und 2009 begangen worden sein. Der Verurteilte selbst streitet alles ab. Die Richterin jedoch erklärte: »Wir haben die Schwere der Taten sowie die Härte, mit der sie durchgeführt worden sind, bei unserem Urteil in Betracht gezogen.«

Sieg
Er hat alle überrascht. Gev Teddy Sella, ein israelischer Teenager, der in Südafrika lebt, hat mit 17 Jahren die Africa Eco Rallye gewonnen. Der Wüstenmarathon auf Motorrädern führte in zwölf Abschnitten über 6500 Kilometer von Marokko bis nach Mauretanien und in den Senegal. Es war Sellas erste Rallye. Seinen Sieg kommentierte er so: »Es ist völlig unglaublich. Die Aufregung ist riesengroß, und ich muss das erst einmal verdauen.« Nach dem Sieg dankte er vor allem seinen Eltern, die ihn unterstützten. Vor wenigen Tagen wurde der Sportler 18 Jahre alt und will jetzt in seine Heimat Israel zurückkehren, um den Militärdienst zu absolvieren.

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