Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Nun auch in Israel: der Streamingdienst von Apple Music Foto: Thinkstock

Abgelehnt
Mosche Katsav bleibt weiterhin im Gefängnis. Der Bewährungsausschuss hat in der vergangenen Woche das Gnadengesuch des Ex-Präsidenten abschlägig beschieden. Schon drei Monate zuvor war ein Gesuch von ihm abgelehnt worden. Katsav, der von 2000 bis 2007 Staatspräsident war, war 2011 wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung früherer Mitarbeiterinnen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, von denen er bisher knapp fünf abgesessen hat. Der Ausschuss war der Ansicht, Katsav zeige keinerlei Reue für seine Vergehen. Der Politiker hatte nie gestanden und sich stets als Opfer einer Kampagne dargestellt.

Eingeführt
Apple Music ist jetzt auch im Heiligen Land erhältlich. Im Juni vergangenen Jahres brachte der kalifornische Software-Gigant seinen Musik-Streaming-Dienst in 110 Ländern an den Start. Israel war aber bisher nicht dabei. Den dortigen Musikfreunden wird jetzt eine dreimonatige kostenlose Testphase angeboten; erst danach fallen Gebühren an. Diese betragen für ein Einzel-Abo 19,90 Schekel (etwa 4,65 Euro) pro Monat. Ein Familien-Abo für bis zu sechs Geräte kostet 29,90 Schekel (etwa 6,98 Euro). Damit sind die Gebühren wesentlich niedriger als in den
USA, wo ein Einzelnutzer pro Monat 9,99 Dollar zahlt und eine ganze Familie 14,99 Dollar. Für den israelischen Markt hat Apple sein Programm angepasst. Neben internationalen Stars kann man sowohl klassische Songwriter wie Shalom Hanoch und Arik Einstein als auch zeitgenössische Popstars und Bands wie Static, Ben El Tavori und Dedi Dadon hören. Außerdem sind hebräische Volkslieder, Synagogalmusik und Mizrahi-Pop im Angebot.

Widersprochen
Premierminister Benjamin Netanjahu hat dem US-Präsidenten Barack Obama scharf widersprochen. Der hatte zuvor auf einer Pressekonferenz gesagt: »Das Land, das gegen den Deal mit dem Iran am meisten protestierte, hat nun seine Meinung revidiert.« Damit suggerierte Obama, dass Israel das Atom-Abkommen mit dem Iran inzwischen befürworte. »Israels Haltung zum Atom-Deal mit dem Iran hat sich nicht geändert«, betonte Netanjahu hingegen am vergangenen Freitag in Jerusalem. Vielmehr sehe er in der Vereinbarung mit Teheran nach wie vor einen Fehler, der dem Iran den Weg zur Atombombe ebne und Israels Existenz bedrohe. Tzachi Hanegbi, Minister im Büro des Premierministers, fügte hinzu: »Ich weiß nicht, mit wem er (Obama) gesprochen hat.Aber die Position des Premierministers hat sich nicht geändert.«

Gewarnt
Die israelische Sicherheitsfirma Check Point warnt: Rund 900 Millionen Smartphones und Tablets mit dem Google-Betriebssystem Android sollen anfällig für Hackerangriffe sein. Mitarbeiter von Check Point haben insgesamt vier Sicherheitslücken bei Android entdeckt, durch die Hacker sich vollen Zugriff auf die Geräte verschaffen könnten. Betroffen sollen Smartphones und Tablets sein, die mit einen Chipsatz der Firma Qualcomm arbeiten. Fehler in der Treiber-Software des Chipsets ermöglichen es nach Angaben von Check Point, eine manipulierte App zu programmieren, mit der Hacker einen sogenannten Root-Zugriff auf das Gerät bekommen können – und damit volle Lese- und Schreibrechte. Praktisch seien die »Quad-Rooter« genannten Sicherheitslücken allerdings bislang nicht ausgenutzt worden, ergänzte Check Point.

Gadi Eisenkot spricht an einem Rednerpult vor einer israelischen Flagge

Israel

Eisenkot will Israel aus der Krise führen

Nach dem Auftrag zur Regierungsbildung ruft der frühere Generalstabschef zu einer Notstandsregierung auf und streckt allen Parteien die Hand aus

 08.11.2026

Kuscheltiere und Puppen auf dem Rabin-Platz, eine Puppe ist mit einem Seil gefesselt

Ariel

Kinderkrippe des Grauens

Drei Betreuerinnen wird systematische Gewalt an Babys und Kleinkindern vorgeworfen. Die Polizei spricht von einem der schwerwiegendsten Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre

von Sabine Brandes  08.11.2026

Krieg gegen den Iran

Die Mullahs schossen Raketen – Bat Yam schickt die Rechnung

Die israelische Stadt will Schadensersatz in Millionenhöhe von Teheran. Für die Zustellung der Klage musste der Bürgermeister einen iranischen Vertreter durch die Straßen von Manhattan verfolgen

von Sabine Brandes  08.11.2026

Israels Präsident Izchak Herzog

Nach der Parlamentswahl

Israels Präsident beauftragt Eisenkot mit Regierungsbildung

Dem Oppositionspolitiker Eisenkot fehlen 13 Mandate für eine eigene Regierungsmehrheit. Arabische oder ultraorthodoxe Parteien könnten ihm helfen. Doch beide Optionen bergen großes Konfliktpotenzial

 08.11.2026 Aktualisiert

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Nach den Wahlen

Streit um Regierungsbildung in Israel eskaliert

Israels amtierender Ministerpräsident Netanjahu fordert eine breite Koalition unter Einschluss der Rechtsextremisten. Oppositionspolitiker Eisenkot weist das Angebot umgehend als PR-Manöver zurück

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Jerusalem

Israels Präsident vergibt Auftrag zur Regierungsbildung

In Israel beginnt der Countdown zur Regierungsbildung. Präsident Herzog vergibt den Auftrag wahrscheinlich an den Oppositionspolitiker Eisenkot

 07.11.2026