Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Umstritten: egalitäre Betstelle an der Kotel Foto: Flash 90

Besuch
Die Band, die traurige Berühmtheit bei den Anschlägen des Islamischen Staates (IS) in Paris erlangte, kommt nach Israel. Am 5. September wollen die Eagles of Death Metal für ihre Fans in Tel Aviv spielen. Trotz des grausamen Erlebnisses, bei dem 89 Menschen während ihres Konzertes ermordet wurden, hört die Band nicht auf, Musik zu machen. Im Gegenteil, sie spielte sogar vor Kurzem wieder in Paris, vor Tausenden von Fans, darunter auch Angehörige der Toten und Überlebenden. Die Musiker, die trotz ihres Namens solide amerikanische Rockmusik machen, werden im Tel Aviver Hangar 11 spielen.

Rezept
Ein Rezept sorgte für einen Sturm im Internet. Auf der arabischen Facebook-Seite des israelischen Außenministeriums wurde Tibit vorgestellt, ein Schabbat-Eintopf, den irakische Juden mit nach Israel gebracht haben und noch heute kochen. Der Post wurde mehr als 200.000-mal angesehen und Tausende Male geteilt. Einige Kommentatoren schlugen den Organisatoren vor, eine spezielle Seite für Essen einzurichten, damit die Menschen aus der Region sich darüber verständigen könnten. Viele Iraker sandten einen Daumen nach oben gen Israel. Doch einige Palästinenser sahen in dem Rezept Negatives und vermuteten gar, dass »die Juden es mit Blut von Kindern zubereiten«. Die Seite hat eine Million Follower, viele aus Ägypten und dem Irak.

Brücke
Die Bauarbeiten haben begonnen. Die Erweiterung und Begradigung der Autobahn Nummer eins, die Tel Aviv und Jerusalem verbindet, soll nicht nur mehr Sicherheit für Autofahrer bringen, sondern auch für Tiere. Eine sogenannte ökologische Brücke ermöglicht es Vierbeinern, von einer Seite der Autobahn auf die andere zu gelangen, ohne auf der Fahrbahn gefährdet zu sein. Die 70 Meter breite begrünte Brücke liegt zwischen den Abschnitten Schaar Hagai und Schoresch. Das Wildleben in den judäischen Bergen ist vielfältig: Gazellen, Wildschweine, Reptilien, Hyänen, Schakale und Füchse tummeln sich dort. Die neue Straße Nummer eins will die ökologisch bewussteste des ganzen Landes werden.

Mauer
Das Vorhaben stockt. Der Plan, eine egalitäre Betstelle an der Kotel einzurichten, ist zu einem kontroversen Politikum geworden. Die ultraorthodoxen Parteien stellen sich vehement gegen das Projekt. Jetzt veröffentlichte Premier Benjamin Netanjahu eine Erklärung: »Vor etwa zwei Monaten beschloss das Kabinett, die Empfehlungen eines Komitees in Sachen Bet-Arrangements umzusetzen. Seitdem sind mehrere Schwierigkeiten aufgetaucht. Wir arbeiten daran, sie aus dem Weg zu räumen. Ich will meine Entschlossenheit hiermit noch einmal betonen, die Probleme für Betende an der Kotel auf die Weise zu lösen, die beschlossen wurde.« Innerhalb von 60 Tagen soll es eine Antwort geben, wie weiter verfahren wird.

Festnahmen
Vier Männer aus Ostjerusalem sind festgenommen worden, bevor sie der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beitreten konnten. Die 20- bis 25-Jährigen hatten eine Studiengruppe gebildet, in der sie mehrfach pro Woche Videos des IS anschauten und deren Ideologie lernten. Angeblich habe die neu gegründete Terrorzelle bereits Anschläge gegen ausländische Botschaften in Israel geplant. Zwei Mitglieder hatten versucht, in die Türkei zu fliegen, um von dort aus nach Syrien weiterzureisen. Doch ihre Pläne konnten rechtzeitig vereitelt werden.

Abwehr
Nicht nur die Russen können Zähne zeigen. Vor wenigen Tagen konfrontierten israelische und jordanische Kampfpiloten gemeinsam russische Jets. Die waren kurz davor, in den Luftraum der beiden Länder einzudringen, als sie im Süden von Syrien unterwegs waren. Das berichtet König Abdullah von Jordanien jetzt in den USA. Offenbar hatten die Flieger vor, israelische Verteidigungsstrategien auf dem Golan zu observieren. »Und dann tauchten unsere F16-Maschinen auf. Die Russen waren geschockt und zogen ab. Sie haben wohl verstanden, dass sie sich mit uns nicht anlegen sollen«, so der Monarch. Der Vorfall habe sich bereits im Januar ereignet. Nach den Angaben von König Abdullah habe er einen Anruf vom Chef des israelischen Militärs, Gadi Eizenkot, erhalten und sich zudem mit dem Geheimdienstchef Yossi Cohen in Amman getroffen. Dabei habe man die Maßnahmen im Umgang mit den russischen Truppen besprochen.

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