Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Lady Gaga kommt. Foto: imago

Rabbi
Jerusalem soll wieder zwei Oberrabbiner bekommen. Nach Jahren politischer Querelen wird es bald Wahlen für einen Rabbi aus dem aschkenasischen sowie einen aus dem sefardischen Lager geben. Bürgermeister Nir Barkat erklärte am Wochenbeginn, dass die Wahlen nach den Hohen Feiertagen am 21. Oktober abgehalten werden. Während die religiösen Parteien, darunter Schas, bereits ihre Kandidaten fit machen, erklärten die Ultraorthodoxen, die Wahlen seien nicht legal, und riefen den Obersten Gerichtshof an. Verschiedene religiöse Vertreter sind aufgerufen, für das Wahlkomitee aktiv zu werden und ihre Stimme abzugeben. Seit 2003, als die letzten beiden Rabbiner gestorben waren, hat die Stadt keine eigenen Oberrabbiner mehr gehabt.

Auftritt
Sie will keinen Rückzieher machen. Lady Gaga hat angekündigt, wie geplant am 13. September in Tel Aviv aufzutreten. Die exzentrische Sängerin wird im Rahmen ihrer internationalen Tour »artRave:The ARTPOP Ball« im Hajarkon-Park spielen. Der Konzertsommer in Israel hatte durch die Militäroperation in Gaza so gut wie nicht stattgefunden. Top-Acts wie Lana Del Rey, die Backstreet Boys, Neil Young und viele andere hatten aus Sicherheitsgründen abgesagt. »Ich bin stolz und glücklich, dass Lady Gaga wie geplant nach Israel kommt«, sagte der Konzertveranstalter. Zehntausende Fans dürfen sich neben der Musik wieder auf Gagas extravagante Kostüme freuen, darunter ein Oktopus im gepunkteten Anzug.

Unterricht
Das nationale Programm für »sinnvolles Lernen« des Bildungsministers nimmt Form an. Neben anderen Neuerungen erweitert Schai Piron die Studien zum Holocaust. Zukünftig soll im Geschichtsunterricht noch mehr über den Zweiten Weltkrieg und dessen Auswirkungen auf das jüdische Volk gesprochen werden. Dabei wird die Zeit, die in anderen Fächern, etwa Staatsbürgerkunde, der Schoa gewidmet wird, nicht gekürzt. Geschichtslehrer und Historiker bemängeln, dass andere Themen darunter leiden würden. Das verpflichtende Programm ist in Zusammenarbeit mit der Schoa- Gedenkstätte Yad Vashem entwickelt worden. Außerdem sollen ab sofort schon Kindergartenkinder über den Holocaust lernen.

Unglück
Nach sechstägiger Suche ist die Leiche des Jeschiwa-Studenten Aaron Sofer gefunden worden. Der amerikanische Student war gemeinsam mit einem Freund in den Bergen Judäa gewandert und verschwunden. Nach einer intensiven Suche fanden Rettungskräfte von United Hatzalah den leblosen 23-Jährigen unterhalb einer Anhöhe. »Wir hatten nicht gedacht, dass unsere Suche mit dieser Tragödie endet«, erklärten die Männer. Einige der neun Geschwister des ultraorthodoxen Mannes beteiligten sich an der Suche, seine Eltern hatten zuletzt eine Belohnung von 100.000 Dollar für Hinweise auf Aarons Verbleib ausgesetzt. Doch dann gab es die traurige Nachricht. Die Behörden bestätigten nach einer DNA-Analyse, dass es sich bei dem Toten um den Vermissten handelt. Offenbar war er einen Abhang hinabgestürzt, nachdem er seinen Freund aus den Augen verloren hatte.

Handschlag
Zum ersten Mal nach sechs Jahren hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einem israelischen Diplomaten die Hand geschüttelt. Erdogan hatte, nachdem er zuvor elf Jahre lang als Premierminister fungierte, Anfang August die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Der israelische Fernsehkanal 10 berichtete, dass Erdogan während eines Empfangs zum türkischen Nationalfeiertag den Staatsbeamten Yosef Levi Sfar von der israelischen Botschaft in Ankara per Handschlag begrüßt hat. Auch die lokale Presse berichtete ausführlich über das seltene Ereignis. Seit 2008 hatte Erdogan jeglichen direkten Kontakt mit Israelis vermieden.

Hauskauf
Obwohl es eigentlich hätte günstiger werden sollen, ein Haus zu kaufen, steigen die Preise nun wieder. Grund soll der extreme Rückgang bei Neubauten sein. Doch auch das Abwarten der potenziellen Käufer gibt Anlass zu der Annahme, erklärte das Wirtschaftsministerium, dass der Bedarf bald explodieren werde. Seit April war die Nachfrage nach Wohnraum in Israel im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent zurückgegangen. In Kürze wird die von Finanzminister Yair Lapid eingeführte »nullprozentige Mehrwertsteuer« für Erstkäufer von Häusern eingeführt. Und auch sie werde dafür sorgen, dass die Nachfrage in die Höhe schnellt, hieß es.

Jeschiwa

Demnächst wird es wahrscheinlich eine jüdische Religionsschule in einem vorwiegend arabischen Stadtteil von Jerusalem geben. Der Stadtrat entschied jetzt, dass in Scheich Jarrah eine Jeschiwa gebaut werden darf. Die Or-Somajach-Schule soll in ein neunstöckiges Gebäude inmitten des Viertels einziehen. Die Nachbarn wird es wohl weniger freuen, denn gerade dieser Ort war in den vergangenen Jahren zum Symbol des Widerstands der Palästinenser geworden. Ratsmitglied Yosef Alalu von der linksgerichteten Meretz-Partei will gegen den Plan vorgehen. Er erklärte, in Scheich Jarrah gebe es extremen Raummangel für Gesundheitseinrichtungen und Ähnliches. »Da braucht man wirklich keine Jeschiwa.«

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