Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Ex-TEVA-Chef Jeremy Levin Foto: dpa

erleichtern
Jude werden ist bald nicht mehr ganz so schwer. Das Ministerkomitee für Gesetzgebung hat am vergangenen Sonntag einen Gesetzentwurf gebilligt, der den Übertritt erleichtern soll. Der Entwurf sieht vor, dass auch kommunale Rabbiner Konversionen vornehmen dürfen, ohne dass sie dafür eine Bestätigung von höherer Stelle benötigen. Bisher nämlich sind Konversionen allein durch das orthodoxe Oberrabbinat möglich. Folgerichtig lehnen der aschkenasische und der sefardische Oberrabbiner, David Lau und Yitzhak Yosef, den Gesetzentwurf ab, der von dem Abgeordneten Elazar Stern von der Partei Hatnua erarbeitet wurde. Sie befürchten, dass demnächst auch liberale und konservative Rabbiner Konversionen vornehmen dürfen. Die Minister der nationalreligiösen Partei Habait Hajehudi sowie Erziehungsminister Shay Piron, selbst Rabbiner und Sozialminister Meir Cohen (beide Jesch Atid) unterzeichneten den Entwurf jedoch. Über das Gesetz muss jetzt noch die Knesset abstimmen.

eröffnen
Es ist eben ein Leseland. Israel ist in diesem Jahr Ehrengast auf der mexikanischen Buchmesse. Staatspräsident Schimon Peres wird Ende November mit einer Delegation aus 150 Wirtschaftsvertretern nach Mexiko reisen und den israelischen Pavillon auf der Buchmesse eröffnen. Die Messe findet in der Stadt Guadalajara statt, die etwa 550 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt liegt. Mehr als 30 Autoren, Lyriker, Verleger und sonstige Angehörige des Literaturbetriebs werden Israel dort repräsentieren – darunter die Schriftsteller David Grossman und Etgar Keret sowie die Chemie-Nobelpreisträgerin Ada Jonath. Der israelische Pavillon wurde von dem renommierten Architekten Enrique Norten entworfen. Darin sollen auch moderne Kunst und historische Artefakte ausgestellt werden. Die Buchmesse in Guadalajara gibt es seit 1987. Seit 1993 wird in jedem Jahr ein Land als Ehrengast eingeladen.

ersparen
Er war nur 18 Monate im Amt. Jetzt ist Jeremy Levin, Geschäftsführer des erfolgreichen Pharmaunternehmens Teva, zurückgetreten. Der Grund soll ein Streit über die Firmenstrategie mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Phillip Frost gewesen sein. Es ging dabei um geplante Budgetkürzungen, die für zehn Prozent der israelischen Belegschaft, etwa 800 Mitarbeiter, Entlassungen zur Folge gehabt hätten. Als sie von dem geplanten Personalabbau Wind bekam, legte die Gewerkschaft Histadrut heftigen Protest ein. Auch Politiker sprachen sich gegen die Kürzungen aus, zumal Teva umfangreiche Steuervergünstigungen genießt. Frost lehnte es im Gegensatz zu Levin jedoch ab, mit der Gewerkschaft über die Entlassungen zu verhandeln. »Teva Pharmaceutical Industries Ltd.« mit Sitz in Petach Tikwa ist der weltweit größte Hersteller von Generika – preiswerten, aber wirkungsgleichen Kopien von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist. Wegen seiner frauen- und minderheitenfreundlichen Personalpolitik gilt Teva als vorbildlicher Arbeitgeber.

erbeten
Es war eine Spendenaktion der besonderen Art. Die Organisation Zichron Menachem hatte langhaarige Mädchen und Frauen dazu aufgerufen, ihre Haare zu spenden. Daraus sollen dann Perücken für Krebskranke hergestellt werden, denen durch die Chemotherapie die Haare ausfallen. Der bisherige Rekord bei ähnlichen Aktionen lag bei 881 Spenderinnen. Die Perücken sollen das Selbstbewusstein von Mädchen stärken, die an Krebs erkrankt sind. Zichron Menachem hilft krebskranken Kindern und erhielt dafür bereits mehrere Preise. Gegründet wurde die Organisation in den 90er-Jahren von Chaim und Miri Ehrental. Menachem, der 15-jährige Sohn der beiden, war an Krebs gestorben.

erlaufen
In der vergangenen Woche fand zum siebten Mal fand der Nachtlauf in Tel Aviv (»Nightrun Tel Aviv 2013«) statt – veranstaltet von der Stadt Tel Aviv und dem Sportartikelhersteller Nike. Bei angenehmen nächtlichen Temperaturen legten 20.000 Läufer aller Altersgruppen die zehn Kilometer lange Strecke entlang der beliebten Straßen der Mittelmeermetropole zurück. Dazu trugen sie orangefarbene T-Shirts mit dem aufgedruckten Slogan »Own the Streets. Own the night. Own the glory«. Der Start war am Yitzhak-Rabin-Platz im Stadtzentrum, die Strecke führte über die Ibn-Gvirol-Straße vorbei an Geschäften und Cafés und schließlich durch den Hayarkon-Park, Tel Avivs grüne Lunge. Am Ende gab es dann noch eine große Abschlussparty am Rabin-Platz mit Konzerten und zahlreichen aufwendigen Showeinlagen.

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026

Tel Aviv

Co-Pilot aus Oman trotz Einreiseverbot mehrfach nach Israel geflogen

Warum wurden Sicherheitsregeln nicht umgesetzt?

 02.10.2026