Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Singen ab September jeden Sonntag die Hatikwa Foto: Flash 90

Ausgeschlossen
Ganz unter sich blieb das starke Geschlecht bei einer Wirtschaftskonferenz in Jerusalems Nationalhallen. Die in Europa und den USA erscheinende orthodoxe »Tageszeitung des Torah-Judentums – Hamodia« richtete den Kongress aus, bei dem Frauen nicht erwünscht waren. Das »Hamodia Management Forum« gehört, laut Bericht von »The Marker«, der Wirtschaftsbeilage von »Haaretz«, zu den wichtigsten Wirtschaftskonferenzen für den orthodoxen Sektor. Unter den Sprechern waren Finanzminister Juval Steinitz (Likud) sowie Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat. Die Jewish Agency, die zu 50 Prozent Mitinhaber des Unternehmens ist, das die Nationalhallen unterhält, weist jede Verantwortung von sich. »Wir haben Anteile an 1.700 öffentlichen Gebäuden, wo sollte ich da anfangen«, fragt Chaviv Gur, Sprecher der Jewish Agency, die, so betont er, »hier keinerlei Einfluss hat«. Die orthodoxe Gesellschaft feministischer zu machen, sagt Gur, sei Angelegenheit der Parlamentarier.

Angestimmt
Mit Beginn des neuen Schuljahres am 1. September muss in Israels Kindergärten jeweils sonntags in der Früh die nationale Flagge gehisst werden. Das Personal ist angewiesen, zusammen mit den Knirpsen, auch die Hatikwa anzustimmen. Einmal in der Woche soll zudem das Studium der nationalen Symbole auf dem Stundenplan der Kleinsten stehen. Die vom Erziehungsministerium in Jerusalem herausgegebenen Richtlinien halten fest, dass »bis zum nächsten Unabhängigkeitstag alle Kinder den Text der nationalen Hymne auswendig können«. Im arabischen Sektor gelten die neuen Verfügungen nicht. Ziel des Ministeriums ist, die jüdischen und zionistischen Wertvorstellungen der Schüler zu stärken sowie ihre schulischen Leistungen zu verbessern.

Angepasst
Die Mehrheit im Volk ist dafür, genauso der Handelsverband sowie die Hotels. Sollte die Idee von Silvan Schalom, Minister für regionale Entwicklung, zur Umsetzung kommen, wird in nicht allzu ferner Zukunft auch in Israel am Sonntag geruht werden. »75 Prozent der Weltbevölkerung handhabt dieses Modell«, argumentiert Schalom. Israel müsse sich dem anschließen und »synchron mit der Welt« sein. Schaloms Idee sieht vor, freitags künftig nur noch bis 14 Uhr zu arbeiten. Die restlichen Stunden sollen über die Woche verteilt den normalen Arbeitstagen zugefügt werden. In ultra-orthodoxen Kreisen ist man gegen die Wochenendreform und auch bei der muslimische Bevölkerung stößt die Idee, freitags zu arbeiten, auf Ablehnung. Eine Kommission soll nun die Machbarkeit des Plans prüfen.

Angehäuft
Israel ist offenbar der ideale Ort, um schnell reich zu werden. In nur zwei Jahren wuchs die Zahl der Millionäre im Heiligen Land um über 20 Prozent und umfasst heute 10.157 glückliche Menschen. In der gleichen Zeit wuchs das Gesamtvermögen von Israels Millionären von 43 Milliarden auf 52 Milliarden US-Dollar. Weltweit können 10,9 Millionen Leute siebenstellige Summen auf ihren Bankkonten verwalten. In Israel leben entsprechend der Forbes Liste außerdem zwölf Milliardäre. Die Familie des eben verstorbenen Sammy Ofer steht obenan, gefolgt von Beny Steinmetz und Shari Arison.

Ausgezeichnet
Mit 51 Medaillen, davon 17 Gold, kam das israelische Olympiateam aus Athen zurück, wo die diesjährige Sonderolympiade für Geistig- und Mehrfachbehinderte stattfand. 85 jüdische und arabische Sportler gingen in elf Disziplinen an den Start. Staatspräsident Schimon Peres gratulierte den stolzen Olympiateilnehmern bei ihrer Rückkehr nach Israel. Übertroffen wurden die Israelis allerdings von den russischen Sportlern, die nicht weniger als 296 Medaillen mit nach Hause nahmen, davon 140 goldene. Insgesamt traten in Athen 7.500 Teilnehmer aus 180 Ländern an.

Ausgesessen
Um sicherzustellen, dass in öffentlichen Bussen keine Geschlechtertrennung praktiziert wird, fährt eine Gruppe von Studentinnen der Hebrew University (in Jerusalem) jetzt regelmäßig auf den orthodoxen Buslinien. Vor sechs Monaten entschied des Oberste Gericht, dass öffentliche Verkehrsmittel Frauen nicht vorschreiben dürfen, wo sie zu sitzen haben. Damit zogen die Richter formal einen Schlussstrich unter die »Mehadrin-Busse« in ultra-orthodoxen Vierteln. Die studentische Initiative »Grab A Spot« (»Schnapp’ dir einen Platz«) setzt sich zum Ziel, vor allem bei den orthodoxen Frauen ein Bewusstsein gegen die geschlechterspezifische Unterdrückung zu bewirken.

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